Grat, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Grat(e)s · Nominativ Plural: Grate
Aussprache
Wortbildung mit ›Grat‹ als Erstglied: ↗Gratlinie · ↗Gratwanderung · ↗Gratwind · ↗gratfrei
 ·  mit ›Grat‹ als Letztglied: ↗Berggrat · ↗Dachgrat · ↗Felsengrat · ↗Felsgrat · ↗Firngrat · ↗Fischgrat · ↗Gebirgsgrat · ↗Gipfelgrat · ↗Rückgrat · ↗Schneegrat
 ·  Ableitung von ›Grat‹: ↗entgraten
eWDG, 1969

Bedeutung

oberste, scharfe Kante eines Bergrückens, Kammlinie
Beispiele:
ein schmaler, scharfer, schartiger, steiler, langer, überhängender Grat
den Grat entlanggehen
auf dem Grat war ein Zeichen errichtet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Grat · Rückgrat
Grat m. ‘schmaler Bergrücken, Höhenbereich im Bergland’, mhd. mnd. grāt ‘Rückgrat, Bergrücken, Spitze, Stachel, Fischgräte’ (wozu auch nhd. ↗Gräte, s. d.), mnl. graet, nl. graat ‘Gräte’ sind vielleicht wie schwundstufiges russ. (älter) grot (грот) ‘Wurfspieß’, poln. grot, tschech. hrot ‘Spitze’ mit Dentalsuffix im Sinne von ‘Spitzes, Hervorstechendes’ zur Wurzel ie. *gher(ə)- ‘hervorstechen’ (von Pflanzentrieben, Stacheln, Borsten, Erderhebungen, Kanten) gebildet, wobei die germ. Formen hochstufiges und langvokalisches ie. *ghrē-, die slaw. hingegen reduziertes *ghrə- voraussetzen. Zur gleichen Wurzel gehören ↗Granne, ↗Gras, ↗grün (s. d.). Rückgrat n. ‘Wirbelsäule’, zuerst rucke grat (15. Jh.), Übersetzung (bis ins 18. Jh. nur maskulin) von lat. spīna dorsī, hier wohl eigentlich ‘Erhebung(en) des Rückens’; zu lat. spīna ‘Dorn, Spitze, Stachel, Rückgrat’, bildlich ‘Rücken’; vgl. medizin.-lat. spīna ‘Knochendorn’ (an den Wirbeln).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bergrücken · ↗Bergzug · ↗Gebirgsgrat · Grat · ↗Höhenrücken · ↗Kamm · ↗Naht
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Antonyme
  • Lahner
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anbiederung Balanceakt Balancieren Genie Gipfel Kitsch Komik Legalität Lächerlichkeit Mulden Opportunismus Rinnen Selbstüberschätzung Tragik Verrücktheit Wahnsinn Wandeln Wanderung Zacken ausgesetzte balanciert beschreiten bewegt gezackten messerscharfen schmalen steilen tänzelt wandelt wandern

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DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ist ein schmaler Grat, von dem man sehr schnell abrutschen kann.
Bild, 08.12.2004
Wir steigen über einen kleinen Grat, und dann geht es fast senkrecht nach unten.
Die Zeit, 02.12.1999, Nr. 49
Wenn sich ein Grat bildet, sollte der sorgfältige Heimwerker ihn sauber wegfeilen.
Bernd Käsch, Heimwerker-Handbuch: Wiesbaden: Falken-Verlag Erich Sicker 1968, S. 40
Diese unsichtbare Linie scheint allerdings ein verdammt schmaler Grat zu sein.
Süddeutsche Zeitung, 30.09.1995
Hier erhalten sie einen feinen Schliff mit verhältnismäßig wenig Grat.
Maier-Bode, Friedrich Wilhelm (Hg.), Das Buch des Bauern, Hiltrup (Westf.): Landwirtschaftsverl. 1954 [1953], S. 394
Zitationshilfe
„Grat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Grat>, abgerufen am 26.02.2018.

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