Greif, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Greifs/Greifes/Greifen · Nominativ Plural: Greife/Greifen
Aussprache
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Fabeltier, das mit dem Leib eines Löwen, dem Kopf eines Raubvogels, mit Flügeln und langen Krallen dargestellt wird
Beispiel:
Zwei Greife halten Wache an der Pforte [SchillerPiccolominiIII 4]
Wappentier
Beispiel:
den Schild ziert ein goldener Greif
2.
Raubvogel, Greifvogel
Beispiel:
Nicht alle Greife vermögen selbst einen Horst zu errichten [Natur u. Heimat1959]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Greif m. im alten Orient erdachtes Fabeltier, meist vorgestellt mit dem geflügelten Leib eines Löwen, vier Krallenfüßen und dem krummen Schnabel eines Raubvogels, ahd. grīf, grīfo (10. Jh.), mhd. grīf(e) ist eine Entlehnung aus spätlat. grȳphus, lat. grȳps, grȳpus, griech. grȳ́ps (γρύψ), das wohl mit griech. grȳpós (γρυπός) ‘mit einer Habichtsnase, krummnasig, gekrümmt’ verwandt ist. Doch wird auch Entlehnung aus einer semit. Sprache des Orients vermutet; man denkt an akkad. karūbu ‘Greif, Cherub’, das sich unter dem Einfluß von griech. grȳpós und gýps (γύψ) ‘Geier’ zu grȳ́ps entwickelt habe. Die verdeutlichende Fügung Vogel Greif begegnet zuerst im 16. Jh.

Thesaurus

Synonymgruppe
Greif · ↗Greifvogel · ↗Raubvogel
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Beizjagd · ↗Falknerei
  • Freiflugvorführung · Greifvogel-Flugschau · Greifvogelschau

Typische Verbindungen
computergeneriert

Adler Begreifen Berg Champions League Drache Einigung Gipfel Glück Hand Himmel Hirsch Löwe Meisterschaft Sieg Sphinx Stern Stier Traum Ufer Ziel erscheinen geflügelt golden naheliegen rücken scheinen schienen schweben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Greif‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Greifen die Titel trotz aller Qualität der Bücher nicht zu hoch?
Süddeutsche Zeitung, 04.03.2003
Gott ist da zum Greifen nahe, leider ist man zu müde, um die Hand nach ihm auszustrecken.
Der Tagesspiegel, 24.07.2000
So scheint genetisch und sachlich in der Tat ein stetiger Übergang vom "Greifen" zum "Begreifen" zu führen.
Cassirer, Ernst: Philosophie der symbolischen Formen, Darmstadt: Wiss. Buchges. 1994 [1923], S. 121
Das Greifen wird also zum Zeigen und ist zunächst von diesem kaum zu unterscheiden.
Schädel, E.: Das Sprechenlernen unserer Kinder, Leipzig: Brandstetter 1905, S. 78
Der Weltpokal ist zum Greifen nahe, man muß ihn nur noch gewinnen, um ihn heimtragen zu können.
Beckenbauer, Franz: Einer wie ich, München: Wilhelm Heyne Verlag 1977, S. 112
Zitationshilfe
„Greif“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Greif>, abgerufen am 22.11.2019.

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