Gräuel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Gräuels · Nominativ Plural: Gräuel
WorttrennungGräu-el
Ungültige SchreibungGreuel, s. Regelwerk: § 16
Wortbildung mit ›Gräuel‹ als Erstglied: ↗Gräuelgeschichte · ↗Gräuelhetze · ↗Gräuelmeldung · ↗Gräuelmärchen · ↗Gräuelnachricht · ↗Gräuelpropaganda · ↗Gräueltat
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
etw. Grauenerregendes, Scheußliches
Beispiele:
einem Gräuel ein Ende bereiten
das zu ertragen, war mir ein Gräuel
ein Gartenzwerg erschien ihr ein Gräuel
Dies waren mir alles unsägliche Greuel [G. KellerGr. Heinrich4,305]
2.
nur im Plural
grauenerregende, scheußliche Taten
Beispiele:
die Gräuel des Krieges
von neuen Gräueln war berichtet worden
ungeheure, wüste, furchtbare, erfundene Gräuel
nach all den Gräueln, die geschehen sind
3.
salopp jmd. ist jmdm. ein Gräueljmd. ist jmdm. sehr unsympathisch, wirkt abstoßend auf jmdn.
Beispiele:
der Kerl ist mir ein Gräuel
er war ihr schon immer ein Gräuel gewesen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Greuel · greulich · Greueltat
Greuel m. ‘grauenerregendes Geschehen, abscheuliche Tat, Furcht, Abscheu’, mhd. griuwel, griul(e), mnd. mnl. grūwel, nl. gruwel sind rückgebildet aus mhd. griuweln ‘Grauen, Abscheu, Furcht empfinden’, nhd. greueln, mnd. grūwelen, mnl. grūwelen, Iterativa (wie auch mhd. md. grūweln) zu den unter ↗grauen (s. d.) behandelten Verbformen. greulich Adj. ‘abscheulich, entsetzlich’, mhd. griu(we)lich, mnd. grǖwelīk, mnl. grūwelijc, nl. gruwelijk, vom Substantiv abgeleitet. Greueltat f. ‘Schreckenstat’ (17. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bürgerkrieg Faschismus Grausamkeit Greuel Gräuel Judenverfolgung Konzentrationslager NS-Zeit Nationalsozialismus Nazi Nazi-Regime Nazizeit Schandtat Schrecken Stalinismus Untat Vertreibung Verwüstung begangen entsetzlich erlebt faschistisch fürchterlich heidnisch stalinistisch unbeschreiblich unsagbar unvorstellbar verüben verübt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Greuel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Liste terroristischer Gräuel zeigt, dass immer höhere Verluste eingeplant sind.
Die Welt, 16.09.2004
Nie würde sie sich gehen lassen, das wäre ihr ein Gräuel.
Süddeutsche Zeitung, 30.05.2000
Wir merken freilich auch wenig von den draußen erfundenen Gräueln.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1919. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1919], S. 97
Mit seiner »Friedenserzählung« preist er die Segnungen des Friedens gegenüber den Gräueln des Krieges.
Fath, Rolf: Werke - G. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 6240
In der Malerei entstehen allseits Werke gegen die Gräuel der Kriege, von Bosch und Breughel über Goya und Picasso bis zu Otto Dix.
Weizsäcker, Richard von: Dreimal Stunde Null? 1949 1969 1989, Berlin: Siedler Verlag 2001, S. 186
Zitationshilfe
„Gräuel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gräuel>, abgerufen am 15.11.2018.

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