Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Griesgram, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Griesgram(e)s · Nominativ Plural: Griesgrame
Aussprache  [ˈgʀiːsgʀaːm]
Worttrennung Gries-gram
Häufige Falschschreibung Grießgram
Wortbildung  mit ›Griesgram‹ als Erstglied: griesgrämlich  ·  mit ›Griesgram‹ als Grundform: griesgrämig
eWDG

Bedeutung

griesgrämiger Mensch
Beispiele:
ein alter, eingefleischter Griesgram
die öffentliche Meinung ging, mit Ausnahme der Stimmen einiger weniger Griesgrame, nach kurzem Schwanken in Begeisterung … auf [ Th. MannKönigl. Hoheit7,194]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Griesgram · griesgrämig · griesgrämlich
Griesgram m. ‘mürrischer Mensch, mürrische Stimmung’. Mhd. grisgram ‘Zähneknirschen’ ist aus dem Verb ahd. gris(t)gramōn (um 1000; vgl. gris(t)gramunga, 10. Jh.), mhd. grisgram(m)en ‘mit den Zähnen knirschen, brummen, knurren’ rückgebildet. Nhd. griesgramen entwickelt unter dem Einfluß von gram, grämlich (s. d.) im 16. Jh. die Bedeutung ‘mißmutig sein, nörgeln’; dazu (und nicht im Anschluß an die mhd. Form) wird im 18. Jh. nhd. Griesgram neu gebildet. Das Verb geht im 19. Jh. unter. Auch das zugehörige Adjektiv mhd. grisgramig ‘zähneknirschend’ (14. Jh.) bleibt ohne unmittelbare Nachfolge, denn die Formen griesgrämig, griesgrämlich ‘mürrisch, übellaunig, verdrossen’ stammen ebenfalls aus dem 18. Jh. Der erste Wortbestandteil findet sich auch in asächs. gristgrimmo ‘Zähneknirschen’, mnd. grisgrimmende Part.adj. ‘die Zähne zeigend, wütend’, aengl. gristan ‘mahlen, knirschen’, gristbitian ‘mit den Zähnen knirschen’, aengl. engl. grist ‘Mahlgut, Korn’; vgl. auch nd. grieseln ‘vor Furcht, Kälte, Ekel erschaudern’. Wie gräßlich (s. d.) zu einer Erweiterung der Wurzel ie. *gher- ‘hart worüber streichen, zerreiben’? Oder zu ie. *g̑hers- ‘starren, beben’? Zum zweiten Bestandteil s. gram.

Thesaurus

Synonymgruppe
Fadian  ugs., österr. · Grantscherm  ugs., österr. · Griesgram  ugs. · Isegrim  ugs. · Knasterer  ugs. · Miesepeter  ugs. · Miesmacher  ugs. · Muffel  ugs. · Muffkopp  ugs., rheinisch · Murrkopf  ugs. · Nieselpriem  ugs. · Partykiller  ugs. · Sauertopf  ugs. · Spaßbremse  ugs., Hauptform · Stimmungskiller  ugs. · Trauerkloß  ugs.
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  Unsympath männl. · Unsympathin weibl. · unangenehmer Patron ugs., männl.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›Griesgram‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn er weiß besser als ein »Griesgram", den freien, freudigen Willen seiner Zöglinge zu packen. [Allgemeine Deutsche Lehrerzeitung, 1911, Nr. 3/4, Bd. 63]
Stellen Sie sich dabei Entbehrungen, Verzicht, Griesgram und herabgezogene Mundwinkel vor? [Bild, 11.03.2006]
Er isoliert sich und wird ein Griesgram, mit dem niemand mehr etwas zu tun haben will. [Die Welt, 18.12.2004]
Sie fürchtet sich nicht etwa, sie weiß genau, wie sie den Griesgram erheitern kann. [Süddeutsche Zeitung, 24.06.2000]
Da trat ein wohl amtlicher Griesgram herzu und befahl Entfernung. [Der Tagesspiegel, 01.09.2002]
Zitationshilfe
„Griesgram“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Griesgram>.

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