Griesgram, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Griesgram(e)s · Nominativ Plural: Griesgrame
Aussprache
WorttrennungGries-gram
Wortbildung mit ›Griesgram‹ als Grundform: ↗griesgrämig
eWDG, 1969

Bedeutung

griesgrämiger Mensch
Beispiele:
ein alter, eingefleischter Griesgram
die öffentliche Meinung ging, mit Ausnahme der Stimmen einiger weniger Griesgrame, nach kurzem Schwanken in Begeisterung ... auf [Th. MannKönigl. Hoheit7,194]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Griesgram · griesgrämig · griesgrämlich
Griesgram m. ‘mürrischer Mensch, mürrische Stimmung’. Mhd. grisgram ‘Zähneknirschen’ ist aus dem Verb ahd. gris(t)gramōn (um 1000; vgl. gris(t)gramunga, 10. Jh.), mhd. grisgram(m)en ‘mit den Zähnen knirschen, brummen, knurren’ rückgebildet. Nhd. griesgramen entwickelt unter dem Einfluß von ↗gram, ↗grämlich (s. d.) im 16. Jh. die Bedeutung ‘mißmutig sein, nörgeln’; dazu (und nicht im Anschluß an die mhd. Form) wird im 18. Jh. nhd. Griesgram neu gebildet. Das Verb geht im 19. Jh. unter. Auch das zugehörige Adjektiv mhd. grisgramig ‘zähneknirschend’ (14. Jh.) bleibt ohne unmittelbare Nachfolge, denn die Formen griesgrämig, griesgrämlich ‘mürrisch, übellaunig, verdrossen’ stammen ebenfalls aus dem 18. Jh. Der erste Wortbestandteil findet sich auch in asächs. gristgrimmo ‘Zähneknirschen’, mnd. grisgrimmende Part.adj. ‘die Zähne zeigend, wütend’, aengl. gristan ‘mahlen, knirschen’, gristbitian ‘mit den Zähnen knirschen’, aengl. engl. grist ‘Mahlgut, Korn’; vgl. auch nd. grieseln ‘vor Furcht, Kälte, Ekel erschaudern’. Wie ↗gräßlich (s. d.) zu einer Erweiterung der Wurzel ie. *gher- ‘hart worüber streichen, zerreiben’? Oder zu ie. *g̑hers- ‘starren, beben’? Zum zweiten Bestandteil s. ↗gram.

Thesaurus

Synonymgruppe
Fadian  ugs., österr. · Grantscherm  ugs., österr. · Griesgram  ugs. · ↗Isegrim  ugs. · Knasterer  ugs. · ↗Miesepeter  ugs. · ↗Miesmacher  ugs. · ↗Muffel  ugs. · Muffkopp  ugs., rheinisch · ↗Murrkopf  ugs. · ↗Nieselpriem  ugs. · ↗Partykiller  ugs. · ↗Sauertopf  ugs. · ↗Spaßbremse  ugs., Hauptform · ↗Stimmungskiller  ugs. · ↗Trauerkloß  ugs.
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  ↗Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

notorisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Griesgram‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber er hat seinen Agenten auf mich losgelassen, und der sagte, ich sei ein ignoranter Griesgram.
Die Welt, 20.04.2002
Sie sind, ganz ehrfürchtig sei dies formuliert, die künstlerischen Griesgrame des deutschsprachigen Theaters.
Süddeutsche Zeitung, 19.12.1996
Sie vergißt den häuslichen Griesgram und öffnet sich dem atmosphärischen Eros des Betriebs.
Die Zeit, 11.06.1965, Nr. 24
Denn er weiß besser als ein "Griesgram", den freien, freudigen Willen seiner Zöglinge zu packen.
Allgemeine Deutsche Lehrerzeitung, 1911, Nr. 3/4, Bd. 63
Stellen Sie sich dabei Entbehrungen, Verzicht, Griesgram und herabgezogene Mundwinkel vor?
Bild, 11.03.2006
Zitationshilfe
„Griesgram“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Griesgram>, abgerufen am 18.07.2019.

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