Griffel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Griffels · Nominativ Plural: Griffel
Aussprache
WorttrennungGrif-fel (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Griffel‹ als Erstglied: ↗griffelförmig  ·  mit ›Griffel‹ als Letztglied: ↗Schiefergriffel · ↗Schreibgriffel
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Stift zum Schreiben auf der Schiefertafel
Beispiele:
die Kinder nehmen die Griffel in die Hand
ein gespitzter, abgebrochener Griffel
2.
Botanik oberer Teil des Fruchtknotens, der die Narbe trägt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Griffel m. ‘Schiefer-, Schreib-, Zeichenstift’, als Fachwort der Botanik (seit dem 18. Jh.) ‘schlanker, die Narbe tragender Teil des Fruchtknotens’. Die Formen ahd. griffil m. (9. Jh.), mhd. griffel m. ‘Schreibstift’, mnl. nl. griffel f. ‘Schreibstift, Pfropfreis’ entstehen offenbar durch sekundären Anschluß und daher lautliche Angleichung an das unter ↗greifen (s. d.) behandelte Verb (zur Tiefstufe der Wurzelsilbe s. auch ↗Griff) sowie durch Anfügung des Suffixes germ. -ila- in Analogie zu anderen Gerätebezeichnungen (s. ↗Gürtel, ↗Löffel, ↗Schlüssel, ↗Zügel). Das tatsächlich zugrundeliegende Substantiv begegnet wohl in dem nur vereinzelt bezeugten ahd. graf ‘Schreibstift’ (8. Jh.), einer vielleicht durch das Galloroman. vermittelten Entlehnung von lat. graphium (mlat. auch graphius), griech. graphé͞ion (γραφεῖον) ‘Schreibgerät’, besonders ‘Metallgriffel zum Schreiben auf Wachstafeln’, das auf griech. gráphein (γράφειν) ‘einritzen, zeichnen, schreiben’ (s. ↗-graph, ↗Graphik, ↗Graphit) beruht; vgl. die ebenfalls aus dem Lat. übernommenen Entsprechungen aengl. græf ‘Schreibstift’, afrz. graife, grefe, grafe ‘Schreibstift, Dolch, Pfropfreis’, frz. greffe ‘Pfropfreis’, aprov. grafi ‘Schreibstift, Pfriem’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blatt Blüte Feder Fruchtknoten Hand Narbe Papier Schiefertafel Staubblatt Tafel ehern eindrücken eisern elektronisch geflügelt golden greifen ritzen silbern spitz spitzen zeichnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Griffel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Solange er noch feucht war, drückte der Schreiber mit einem Griffel aus Rohr seine zunächst noch bildhaften Zeichen ein.
Krämer, Walter: Geheimnis der Ferne, Leipzig u. a.: Urania-Verlag 1971, S. 61
Zu welchem Griffel sie griffen, war bisher allerdings nicht herauszubekommen.
Der Tagesspiegel, 09.12.2003
Ihnen bleibt dann letztendlich doch nur der Griff zum Griffel.
Die Welt, 21.05.1999
Die Art der verwendeten Griffel läßt die Striche im Ton keilförmig werden.
Soden, Wolfram von: Sumer, Babylon und Hethiter bis zur Mitte des zweiten Jahrtausends v. Chr. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 9240
Das Schreiben erwies sich als weniger mühelos, und die Schiefertafel krachte unter dem zersplitternden Griffel.
Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 394
Zitationshilfe
„Griffel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Griffel>, abgerufen am 15.10.2019.

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