Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Grimasse, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Grimasse · Nominativ Plural: Grimassen
Aussprache 
Worttrennung Gri-mas-se
Wortbildung  mit ›Grimasse‹ als Erstglied: Grimassenschneider · grimassieren
Herkunft aus gleichbedeutend grimacefrz
eWDG

Bedeutung

verzerrtes Gesicht
Beispiele:
eine absonderliche, drollige, abstoßende, höhnische Grimasse
er verzog das Gesicht zu einer fürchterlichen Grimasse
eine Grimasse, Grimassen schneiden, ziehen, machen
die Jungen schnitten einander alberne Grimassen
Georg zieht eine geringschätzige Grimasse [ RemarqueSchwarzer Obelisk85]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Grimasse · Grimassenschneider
Grimasse f. ‘Verzerrung des Gesichts, Fratze’, eine Entlehnung von gleichbed. frz. grimace, wird, zuerst vielleicht als Theaterausdruck, Ende des 17. Jhs. üblich. Es erscheint bis über die Mitte des 18. Jhs. hinaus nur in der Pluralform und häufig noch mit frz. Schreibung (Grimacen), anfangs auch in allgemeinerem Sinne für ‘groteske Körperbewegungen, auffällige Gesten’. Mfrz. grimace (nachweisbar seit Ende 14. Jh.) geht durch Suffixtausch aus afrz. grimuc(h)e ‘Fratze, groteske Figur’ hervor. Dieses ist wohl nicht mit nhd. Grimm (s. d.) zu verbinden, sondern (wegen des vorauszusetzenden langen Stammvokals) an ein germ. Substantiv mit der Bedeutung ‘Maske’ (ursprünglich ‘tarnende Gesichtsbemalung’, zu ie. *ghrēi- ‘darüberstreifen, bestreichen’, Erweiterung der Wurzel ie. *gher- ‘hart worüber streichen, zerreiben’) anzuschließen, vgl. ahd. grīmo m. ‘Maske’ (10. Jh.), aengl. grīma m. ‘Maske, Helm, Gespenst’ (engl. grime ‘Ruß, Schmutz’ aber wohl deverbativ zu engl. to grime ‘beschmutzen’), mnl. grīme f. ‘Maske’ (südnl. grijm n. ‘Ruß’), anord. grīma f. ‘Maske, Nacht, Drachenkopf am Schiffssteven’. Span. grimazo ‘perspektivisch verkürzte Darstellung einer Figur’ (nur vereinzelt im 17. Jh.) ist entgegen früherer Annahme nicht Vorstufe von frz. grimace, sondern ebenso wie engl. grimace, nl. grimas aus dem Frz. entlehnt; vgl. Corominas 2, 788. Auf der im Dt. seit Ende des 18. Jhs. gebräuchlichen Fügung Grimassen schneiden (älter Grimassen machen, auch grimassieren) beruht Grimassenschneider m. ‘wer das Gesicht unnatürlich verzerrt’ (um 1800).

Thesaurus

Synonymgruppe
Faxen · Fratze · Grimasse
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Grimasse‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Grimasse‹.

Verwendungsbeispiele für ›Grimasse‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ihre starre Grimasse bekam mit der Zeit einen dämlichen Zug. [Arjouni, Jakob: Happy birthday, Türke!, Zürich: Diogenes 1987 [1985], S. 91]
Und der Vater schneidet hinter dem Rücken des Gastes eine Grimasse. [Ichenhäuser, Ernst Z.: Erziehung zum guten Benehmen, Berlin: Volk u. Wissen 1983, S. 0]
Geblendet vom Licht, versucht er zu lachen, doch das Lachen gefriert zur Grimasse. [Die Zeit, 10.05.2008, Nr. 20]
Hinter der Grimasse aber lauert eine Leere, mit der man nicht näher bekannt werden möchte. [Die Zeit, 12.08.1994, Nr. 33]
Aus dem Repertoire seiner „Grimassen“, von denen der vorliegende Band nur eine Auswahl zeigt, möchte man sich gern noch andere vorführen lassen. [Die Zeit, 14.10.1988, Nr. 42]
Zitationshilfe
„Grimasse“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Grimasse>.

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