Grimasse, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Grimasse · Nominativ Plural: Grimassen
WorttrennungGri-mas-se (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Grimasse‹ als Erstglied: ↗Grimassenschneider
eWDG, 1969

Bedeutung

verzerrtes Gesicht
Beispiele:
eine absonderliche, drollige, abstoßende, höhnische Grimasse
er verzog das Gesicht zu einer fürchterlichen Grimasse
eine Grimasse, Grimassen schneiden, ziehen, machen
die Jungen schnitten einander alberne Grimassen
Georg zieht eine geringschätzige Grimasse [RemarqueSchwarzer Obelisk85]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Grimasse · Grimassenschneider
Grimasse f. ‘Verzerrung des Gesichts, Fratze’, eine Entlehnung von gleichbed. frz. grimace, wird, zuerst vielleicht als Theaterausdruck, Ende des 17. Jhs. üblich. Es erscheint bis über die Mitte des 18. Jhs. hinaus nur in der Pluralform und häufig noch mit frz. Schreibung (Grimacen), anfangs auch in allgemeinerem Sinne für ‘groteske Körperbewegungen, auffällige Gesten’. Mfrz. grimace (nachweisbar seit Ende 14. Jh.) geht durch Suffixtausch aus afrz. grimuc(h)e ‘Fratze, groteske Figur’ hervor. Dieses ist wohl nicht mit nhd.Grimm (s. d.) zu verbinden, sondern (wegen des vorauszusetzenden langen Stammvokals) an ein germ. Substantiv mit der Bedeutung ‘Maske’ (ursprünglich ‘tarnende Gesichtsbemalung’, zu ie. *ghrēi- ‘darüberstreifen, bestreichen’, Erweiterung der Wurzel ie. *gher- ‘hart worüber streichen, zerreiben’) anzuschließen, vgl. ahd. grīmo m. ‘Maske’ (10. Jh.), aengl. grīma m. ‘Maske, Helm, Gespenst’ (engl. grime ‘Ruß, Schmutz’ aber wohl deverbativ zu engl. to grime ‘beschmutzen’), mnl. grīme f. ‘Maske’ (südnl. grijm n. ‘Ruß’), anord. grīma f. ‘Maske, Nacht, Drachenkopf am Schiffssteven’. Span. grimazo ‘perspektivisch verkürzte Darstellung einer Figur’ (nur vereinzelt im 17. Jh.) ist entgegen früherer Annahme nicht Vorstufe von frz. grimace, sondern ebenso wie engl. grimace, nl. grimas aus dem Frz. entlehnt; vgl. Corominas 2, 788. Auf der im Dt. seit Ende des 18. Jhs. gebräuchlichen Fügung Grimassen schneiden (älter Grimassen machen, auch grimassieren) beruht Grimassenschneider m. ‘wer das Gesicht unnatürlich verzerrt’ (um 1800).

Thesaurus

Synonymgruppe
Faxen · ↗Fratze · Grimasse
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Faxe Fratz Fratze Gesicht Geste Grimasse Grinsen Lachen Lächeln Maske Pose Verrenkung albern bizarr erstarren fies gefrieren grimmig grinsend grotesk gräßlich häßlich höhnisch schmerzverzerrt schneiden schrecklich verzerren verzerrt verziehen wüst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Grimasse‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das breite kalifornische Lächeln geht allzu leicht in eine Grimasse über.
Die Welt, 05.04.2004
Seine Geschichten sind brillant, die Sketche schräg, seine Grimassen zum Schieflachen.
Bild, 22.02.2001
Ihre starre Grimasse bekam mit der Zeit einen dämlichen Zug.
Arjouni, Jakob: Happy birthday, Türke!, Zürich: Diogenes 1987 [1985], S. 91
Und der Vater schneidet hinter dem Rücken des Gastes eine Grimasse.
Ichenhäuser, Ernst Z.: Erziehung zum guten Benehmen, Berlin: Volk u. Wissen 1983, S. 0
Nie wieder, das ist alles nur eine eitle, unwahre Grimasse!
Hofmannsthal, Hugo von: Der Unbestechliche. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1923], S. 591
Zitationshilfe
„Grimasse“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Grimasse>, abgerufen am 17.08.2019.

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