Grind, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Grind(e)s · Nominativ Plural: Grinde
Aussprache
Wortbildung mit ›Grind‹ als Erstglied: ↗Grindbildung  ·  mit ›Grind‹ als Letztglied: ↗Kammgrind
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Kruste auf der Haut aus geronnenem Blut
Beispiele:
an den Rändern der Wunde bildete sich der Grind
mit Grinden bedeckte Knie
2.
Jägersprache Kopf
Beispiel:
der Grind des Hirsches, Rehbocks
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Grind · Grand2 · grindig
Grind m. ‘Kruste auf einer heilenden Wunde, Schorf’, bis ins 18. Jh. daneben Bezeichnung verschiedener mit Schorfbildung verbundener Hautkrankheiten bei Mensch und Tier, ahd. (9. Jh.), mhd. grint ‘Ausschlag, Räude (mit Haarausfall)’, mhd. besonders ‘Kopfgrind’ und deshalb auch (meist verächtlich) ‘Kopf’, mnd. grint ‘Sand, Ausschlag, Kopfgrind, Schorf, Kopf’, mnl. grinde, grint ‘Sand, Ausschlag, Räude’, nl. grint, grind ‘Kies, Grieß’ gehören zu einem nur in aengl. grindan, engl. to grind ‘zermalmen, mahlen, schleifen, knirschen’ erhaltenen germ. Verb (vgl. noch got. grindafraþjis ‘kleinmütig’, das auf ein got. *grinds ‘zerrieben’ schließen läßt). Allein durch Ablaut unterscheidet sich von diesen Formen das im 18. Jh. aus dem Nd. übernommene, vereinzelt aber schon seit dem 16. Jh. im Hd. bezeugte Substantiv Grand2 m. ‘Kies, grober Sand’ (nd. auch ‘Weizenkleie’), das heute vor allem terminologisch verwendet wird; vgl. dazu mnd. grant ‘Kies’, anord. grand ‘Körnchen, Kies, Sand’, schwed. grand ‘Körnchen, Stäubchen’. Die Wortgruppe geht zusammen mit außergerm. Entsprechungen wie lat. frendere ‘zermalmen, knirschen’, lit. grę́sti ‘schaben, scheuern, kratzen’, alban. krunde ‘Kleie’ und gleichfalls wohl griech. chóndros (χόνδρος) ‘Graupe, Korn, Knorpel’ auf ie. *ghrend(h)-, Erweiterung der Wurzel ie. *gher- ‘hart worüber streichen, zerreiben’, zurück (s. auch ↗Grund). Als Benennungsmotiv für Grind ‘Wundschorf’ erweist sich dessen körnige, grießige Beschaffenheit. Aus der im Mhd. (wegen der Häufigkeit solcher Kopfhauterkrankungen zur damaligen Zeit) aufkommenden und besonders im Alem. verbreiteten Übertragung ‘Kopf’ entwickelt sich auch der jägersprachliche Gebrauch von Grind für ‘Kopf der Hirsche und Gemsen’ (18. Jh.). grindig Adj. ‘mit Grind bedeckt, räudig’, spätmhd. grintig (14. Jh.), frühnhd. auch grundig, grinnig; älter ist gleichbed. ahd. grintoht(i) (10./11. Jh.), spätmhd. grinteht, grindeht, nhd. grindicht (bis ins 18. Jh.); vgl. mnd. grindich, grindet ‘grindig, räudig’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Krätze

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Grind‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn nur endlich im Grind das furchtbare Lachen aufhören möchte.
Schneider, Robert: Schlafes Bruder, Leipzig: Reclam 1992, S. 121
Da sprang er auf, käsweiß im Gesicht, riss beide Arme hoch über den Grind.
Süddeutsche Zeitung, 17.06.2000
Der heimtückisch schwingende, mit grünbraunem Grind bedeckte Boden war schon sehr feindselige, gar nicht mehr christliche Erde.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 205
Beim Grind handelt es sich um einen schorfartigen Ausschlag, eine Art von Krätze.
Röhrich, Lutz: Grind. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 27971
Ayla meinte sogar, sie sei „aus sozialen Grinden“ gut, in der Uniform seien alle gleich, aber Jungen wie Mädchen fänden sie eigentlich alle gleich schrecklich.
Die Zeit, 22.06.1984, Nr. 26
Zitationshilfe
„Grind“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Grind>, abgerufen am 19.10.2019.

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