Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Grips, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Gripses · Nominativ Plural: Gripse · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
eWDG

Bedeutung

salopp Verstand
Beispiele:
er hat viel, wenig, genügend, ein bisschen, keinen Grips (im Kopf)
dazu braucht man nicht viel Grips
seinen Grips (nach Kräften) anstrengen, zusammennehmen
Menschen mit etwas Grips
von seinem Grips Gebrauch machen
Und wenn ich nur für zehn Pennies Grips hier habe [ BrechtDreigroschenoperI 1]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Grips m. ‘Verstand, Auffassungsgabe’. Das in diesem Sinne seit dem 19. Jh. besonders in der nordd. und md. Umgangssprache verbreitete Substantiv (daneben mundartlich auch ‘Zugriff, Griff’) gehört zu einem landschaftlich vom 18. Jh. an und vereinzelt schon im 15. Jh. nachzuweisenden Verb grippen ‘an sich raffen, stehlen’; es ist entweder mit s-Formans (wie Klaps, Knicks, Schnaps u. a.) unmittelbar zu diesem gebildet oder von der ebenfalls landschaftlich gebräuchlichen Iterativform gripsen, gripschen abgeleitet. Trotz semantischer Ähnlichkeit ist grippen wohl von greifen (s. d.) etymologisch zu trennen (vgl. ¹DWB 4, 1, 6, 383); vielmehr kann es als Variante mit affektischem Vokalwechsel zu spätmhd. (um 1400), nhd. grappen, mhd. grāpen ‘tasten, greifen’ (vgl. die Intensiva nhd. grappeln, grapsen, grapschen), mnd. grabben (Iterativum grabbelen) ‘greifen, raffen’ (s. grabbeln) gestellt werden.

Thesaurus

Synonymgruppe
Denkfähigkeit · Denkvermögen · Geist · Geisteskraft · Intelligenz · Klugheit · Scharfsinn · Scharfsinnigkeit · Vernunft · Verstand  ●  Gehirnschmalz  ugs. · Grips  ugs. · Grütze  ugs. · Köpfchen  ugs.
Oberbegriffe
  • psychologische Eigenschaft
Unterbegriffe
  • Herzgehirn · Herzintelligenz
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Grips‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Grips‹.

Verwendungsbeispiele für ›Grips‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man muss sich auf etwas einlassen dabei, und braucht, während man das tut, auch noch ganz schön viel Mut und Kraft und Grips. [Süddeutsche Zeitung, 21.01.2002]
Sie hat mit ihren 11 Jahren mehr Grips im Kopf als all diese »Herren« zusammen! [Bild, 30.09.2005]
Offensichtlich reichte ihr Grips nicht zu einem zweiten, ähnlich dämlichen Titel. [Arjouni, Jakob: Happy birthday, Türke!, Zürich: Diogenes 1987 [1985], S. 42]
Jack lag einige Monate in Grips und hatte Zeit nachzudenken. [Der Tagesspiegel, 24.04.2005]
Mit Sport und Grips konnte man ans Ziel kommen, und so war es gedacht. [Süddeutsche Zeitung, 15.01.2003]
Zitationshilfe
„Grips“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Grips>.

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