Grobschmied, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungGrob-schmied (computergeneriert)
WortzerlegunggrobSchmied
eWDG, 1969

Bedeutung

veraltet Eisenschmied, Hufschmied
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

grob · gröblich · Grobheit · Grobian · vergröbern · grobschlächtig · Grobschmied
grob Adj. ‘rauh, nicht fein, derb, unhöflich, barsch’, ahd. g(e)rob ‘grob, dick, tief tönend’ (um 1000), mhd. grop, grob (vereinzelt gerop), mnd. grof ‘massig, stark, reichlich, ungebildet, unangemessen’ (mnd. auch ‘tief tönend, einfach, verständlich’), mnl. grof, groef, grouf ‘dick, schwer, schwanger, groß, reichlich, nicht fein’, nl. grof ‘grob, roh, plump’. Die Herleitung des nur dem dt.-nl. Bereich angehörenden Adjektivs (anord. grōfr ‘groß, grob’ entstammt dem Nd., engl. gruff ‘mürrisch, grob’ dem Nl.) ist nicht gesichert. In der Regel wird ahd. g(e)rob als Präfixbildung mit germ. *ga- (s. ↗ge-) aufgefaßt, deren Stamm sich zu ahd. (h)riob ‘aussätzig’ (9. Jh.), (h)ruf (8. Jh.), frühnhd. ruf(e) ‘Schorf, Aussatz’ (15. Jh.), aengl. hrēof ‘rauh, schorfig, aussätzig’, anord. hrjūfr ‘uneben, rauh, schorfig’ stellen und mit lit. kraupùs ‘rauh, uneben, struppig’, aslaw. krupica ‘Brosame, Krümchen’, russ. krupá (крупа) ‘Grütze, Graupen’, krúpnyj (крупный) ‘grobkörnig, groß’ auf ie. *kreup- ‘Schorf, sich verkrusten’ zurückführen ließe. Andere Erklärungsversuche betrachten gr- als Stammanlaut (mit jungem Sproßvokal) und verweisen auf ie. *ghrēu-, *ghrəu- ‘scharf darüber reiben, zerreiben’, Erweiterung der Wurzel ie. *gher- ‘hart worüber streichen, zerreiben’; nächste Verwandte wären dann ↗Griebe, ↗Griebs und ↗groß (s. d.). In beiden Fällen ergibt sich für grob eine Ausgangsbedeutung ‘körnig, rauh’, aus der der in den älteren Sprachstufen vorherrschende Sinn ‘massig, dick’ hervorgeht. Die heute mit dem Adjektiv verbundene negative Wertung tritt erst im Nhd. stärker zutage. gröblich Adj. ‘beträchtlich, stark, schlimm’, adverbiell ‘heftig, sehr’, mhd. grobelich Adj., grobelīche(n) Adv., mnd. gröflīk, groflīk Adj., gröflīk(en), groflīk(en) Adv. ‘groß, stark, heftig, in hohem Maße, sehr, viel’; zunächst Adverbialbildung zum Adjektiv mhd. grop, mnd. grof (s. oben), der adjektivische Gebrauch ist bis in die Gegenwart nur schwach bezeugt (vgl. gröblicher Irrtum). Grobheit f. ‘Derbheit, Unfreundlichkeit’, auch ‘barsche, unhöfliche Äußerung’, mhd. (besonders spätmhd.) gropheit, grobheit ‘Dicke, Unebenheit, Rauheit, Körperlichkeit’, mnd. grofhēt ‘Rauheit, Unebenheit, Roheit, Unhöfischkeit’. Grobian m. ‘derber, ungesitteter Mensch’ (15. Jh.), bis ins 18. Jh. auch Grobianus, latinisierende humanistische Scherzbildung in Anlehnung an Heiligennamen auf lat. -ānus, vgl. Cyprian(us), Damian(us). vergröbern Vb. ‘gröber machen’ (Anfang 18. Jh., zuvor vergröben, 17. Jh.), Präfixbildung zu einem nur vereinzelt belegten Faktitiv frühnhd. gröbe(r)n. grobschlächtig Adj. ‘von grobem Schlage, derb, plump’ (19. Jh.). Die Zusammensetzung lehnt sich wohl an andere, besonders im Obd. verbreitete Adjektive mit -schlächtig an. Zum zweiten Kompositionsglied, das auf mhd. -slaht ‘geartet’ beruht, s. ↗ungeschlacht und ↗Geschlecht. Grobschmied m. vom 17. bis ins 19. Jh. gebräuchliches Synonym für ↗Schmied (s. d.), das den Unterschied zum (Schlosserarbeiten ausführenden) Kleinschmied hervorhebt (vgl. frühnhd. grop werk ‘grobe Schmiedearbeit’, 15. Jh.).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zwei Jahre später stirbt ihr Vater, der versoffene Grobschmied Henry Lyon.
Bild, 16.08.2000
Oder der Großvater erzählt von seinem harten Leben als Grobschmied.
Die Zeit, 13.02.1978, Nr. 07
Leider war aber Grobschmied schon dazugekommen, sah sich die ganze Unternehmung wortlos an.
Dwinger, Edwin Erich: Die letzten Reiter, Jena: Eugen Diederichs 1935, S. 41
Hans ärgerte sich, dass er trotz seiner hochspezialisierten Dreherausbildung nur als Grobschmied arbeiten durfte.
Der Tagesspiegel, 07.02.2002
Grobschmied war er, Nachtlokalkellner, Masseur, Feuerwerker, Schnellzeichner, Tennislehrer, Dekorateur, Schiffskoch und Straßenbahnschaffner.
Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 240
Zitationshilfe
„Grobschmied“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Grobschmied>, abgerufen am 12.11.2019.

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