Groll, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Groll(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
eWDG, 1969

Bedeutung

verhaltener Zorn, stiller Hass
Beispiele:
ein bitterer, böser, dumpfer, heimlicher, versteckter Groll
Groll gegen jmdn. sammelt sich an
jmdn. erfasst, packt der Groll
Groll empfinden, schüren
den Groll begraben
einen alten Groll aufwärmen
gehoben einen alten Groll gegen jmdn. hegen
einen Groll auf jmdn. haben
salopp einen Groll in sich hineinfressen
salopp seinen Groll auf einen andern abladen
seinen Groll an jmdm. auslassen
seinen Groll verbergen, sich [Dativ] nicht (an)merken lassen
jmds. Groll hervorrufen
mit Groll an jmdn. denken
ohne Groll von jmdm. scheiden
jmdm. etw. ohne Groll sagen
sie ist voller Groll, von Groll erfüllt
Sie aber verbeißen sich, scheint mir, in Ihren Groll [A. ZweigJunge Frau215]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Groll · grollen
Groll m. ‘im Innern schwelender Haß, anhaltender Unwille, Verärgerung’, spätmhd. grolle (14. Jh.), frühnhd. Groll(e), die schwache Flexion ist noch im 17. Jh. neben der starken lebendig. Das im Ablautverhältnis zu mhd. grellen ‘laut vor Zorn schreien’, grel ‘rauh, zornig’ (s. ↗grell) stehende Substantiv bezeichnet in älterer Zeit häufig auch den aufwallenden, plötzlich ausbrechenden Zorn. grollen Vb. ‘Haß empfinden, verärgert sein’, anfangs meist (die entsprechende Lautäußerung mit einschließend) ‘zornig murren, brummen’ (15. Jh.), daher bis heute auch ‘dumpf dröhnen, donnern’. Voraus gehen mit abweichendem Vokal mhd. grüllen ‘höhnen, spotten’, spätmhd. widergrullen n. ‘das Gegengrollen, Gegenwehr’; vgl. weiterhin mnd. grullen, grüllen ‘grollen, murren’. Nhd. grollen ist also wohl lautlich von Groll beeinflußt; möglicherweise vereinigt es aber auch in sich zwei ursprünglich getrennte Verben, von denen das eine als ablautendes Deverbativum unmittelbar zu mhd. grellen (s. oben) gehört und das andere ein Denominativum von frühnhd. Groll darstellt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Groll · ↗Leidwesen · ↗Missfallen · ↗Missmut · ↗Missvergnügen · ↗Unmut · ↗Verdruss · ↗Verstimmung · ↗Verärgerung · ↗Ärger  ●  ↗Grant  ugs., österr., bair.
Assoziationen
  • gereizte Atmosphäre · schlechte Stimmung  ●  (die) Stimmung ist am Boden  ugs., fig. · (die) Stimmung ist im Keller  ugs., fig. · der Haussegen hängt schief  ugs., Redensart · dicke Luft  ugs., fig.
  • Beschwernisse · Unannehmlichkeiten · ↗Unbilden · Unerfreulichkeiten · Ungelegenheiten · Widrigkeiten · unangenehme Begleiterscheinungen · unangenehme Folgen · Ärgerlichkeiten · Ärgernisse  ●  ↗Unbill  geh. · Unerquicklichkeiten  geh. · ↗Ungemach  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bitterkeit Eifersucht Hader Haß Kummer Neid Verbitterung Zorn ansammeln anstauen aufgespeichert aufgestaut besänftigen dumpf entladen hegen herunterschlucken hinunterschlucken ohnmächtig scheiden schwelen sitzend tiefsitzend unterdrücken unterdrückt verfliegen verflüchtigen verhalten verrauchen zuziehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Groll‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Groll auf die westlichen Länder hat damit wenig zu tun.
Der Tagesspiegel, 04.09.2003
Der (die) hat aber Gift: jemand hat einen bösartigen Groll.
Röhrich, Lutz: Gift. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 24502
Aber angeheizt sind sie jetzt, und irgendwo müssen sie ihren Groll loswerden.
Die Zeit, 12.02.1973, Nr. 07
Der Vater war schon vor einigen Jahren gestorben - mit seinem Groll gegen ihn.
Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 62
Aus Groll befreite er, bevor er ging, den Former Fries aus seiner Haft.
Reger, Erik [d.i. Dannenberger, Hermann]: Union der festen Hand, Kronberg/Ts.: Scriptor 1976 [1931], S. 151
Zitationshilfe
„Groll“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Groll>, abgerufen am 15.09.2019.

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