Groschen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Groschens · Nominativ Plural: Groschen
Aussprache
WorttrennungGro-schen
Wortbildung mit ›Groschen‹ als Erstglied: ↗Groschenblatt · ↗Groschenheft · ↗Groschenroman · ↗Groschenschmöker · ↗Groschenstück · ↗groschenweise
 ·  mit ›Groschen‹ als Letztglied: ↗Zehrgroschen · ↗Zinsgroschen  ·  mit ›Groschen‹ als Binnenglied: ↗Achtgroschenjunge · ↗Achtgroschenstück · ↗Dreigroschenheft · ↗Dreigroschenjunge · ↗Fünfziggroschenstück
eWDG, 1969

Bedeutung

Geldstück
a)
umgangssprachlich, historisch Münze im Wert von zehn Pfennigen, Zehnpfennigstück
Beispiele:
einen Groschen in die Sammelbüchse stecken, in den Automaten werfen
nur einen Groschen bezahlen
für einen Groschen Eis holen
er kaufte zehn Zigaretten, das Stück für einen, zu einem Groschen
kannst du mir zwei Groschen zum Telefonieren geben?
ihm ist jeder Groschen wichtig
er geizt mit jedem Groschen
sauer ersparte Groschen
b)
historisch der österreichische GroschenWährungseinheit
Beispiel:
1 Schilling hat 100 Groschen
c)
umgangssprachlich, bildlich
Beispiele:
sich [Dativ] die Groschen aus der Tasche ziehen lassen (= sich finanziell ausnutzen lassen)
jeden Groschen einzeln, den Groschen umdrehen (= sparsam, geizig sein)
salopp jmdm. den letzten Groschen abknöpfen
salopp, scherzhaft
Beispiele:
endlich ist bei ihm der Groschen gefallen (= hat er es verstanden)
bei ihm fällt der Groschen pfennigweise (= er begreift sehr langsam)
ihm fehlt ein Groschen an der Mark (= er ist nicht ganz bei Verstand)
d)
umgangssprachlich, übertragen ein paar Groschenein bisschen Geld
Beispiele:
sich [Dativ] nebenbei noch ein paar Groschen verdienen
er hat sich [Dativ] für das Alter ein paar Groschen zurückgelegt
seine paar Groschen zusammenhalten
behalte doch deine paar Groschen!
mancher Groschen, ein hübscher Groschen
viel Geld
Beispiele:
sie hat schon manchen Groschen für Süßigkeiten ausgegeben
er verdient einen hübschen, schönen Groschen
keinen Groschennichts
Beispiele:
das war keinen Groschen wert
dafür zahle, gebe ich keinen Groschen
das kostet mich keinen Groschen
salopp nicht für 'n Groschen (= gar keine) Phantasie haben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Groschen m. ehemals (teilweise bis ins 19. Jh.) in Deutschland geprägte Silbermünze, heute noch umgangssprachlich für ‘Zehnpfennigstück’, in Österreich Bezeichnung der kleinsten Währungseinheit. Lat. grossus ‘dick’ wird über die Benennung des in Tours 1266 aufkommenden dicken Zehnerstücks (mlat. denarius grossus bzw. grossus Turonensis) zur Münzbezeichnung, vgl. afrz. gros (tournois), woraus ital. grosso und spätmhd. gros(se) sowie (lautlich angepaßt) mnd. grōte, mnl. grōte, groot, nl. groot (aus dem Mnd. oder Mnl. entlehnt engl. groat). Für eine in Prag (um 1300) nachgeprägte Münze gilt (mit Lautwandel von s zu š) atschech. groš; durch die böhmische Kanzlei findet seit dem 14. Jh. darauf beruhendes Grosch(en) allgemeine Verbreitung.

Thesaurus

Synonymgruppe
10-Pfennig-Münze · ↗10-Pfennig-Stück · Groschen · ↗Zehnpfennigstück  ●  Tacken  ugs., ruhrdt.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Automate Einwurf Fünfer Fünfziger Groschen Gulden Kreuzer Markstück Markstücke Parkuhr Pfennig Schilling Schlitz Taler Tasche Thaler Wut Zloty achtzehn bar einsammeln einwerfen erspart fallen fällen sechzehn umdrehen verdient verloren zusammenkratzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Groschen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Irgendwann rechnete es sich nicht mehr, die Groschen aus den einzelnen Uhren zu sammeln.
Süddeutsche Zeitung, 03.01.2004
Den Groschen, den man auf der Straße sieht, muss man aufheben.
Der Tagesspiegel, 21.01.2000
Wer mit seinem Groschen am nächsten an die Wand trifft, kassiert die Groschen der anderen.
Wallraff, Günter: Ganz unten, Berlin: Aufbau-Verl.1986 [1985], S. 39
Für seine wissenschaftlichen Arbeiten habe er noch nie einen Groschen angenommen.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 280
Bist du nicht noch ein paar Groschen billiger als der andere?
Weidenmüller, Hans: Erfolgreiche Kundenwerbung, Werdau: Meister 1912, S. 139
Zitationshilfe
„Groschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Groschen>, abgerufen am 16.12.2018.

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