Grube, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Grube · Nominativ Plural: Gruben
Aussprache
WorttrennungGru-be
Wortbildung mit ›Grube‹ als Erstglied: ↗Grubenarbeit · ↗Grubenarbeiter · ↗Grubenausbau · ↗Grubenbahn · ↗Grubenbau · ↗Grubenbeleuchtung · ↗Grubenbesitzer · ↗Grubenbrand · ↗Grubenexplosion · ↗Grubenfeld · ↗Grubenförderung · ↗Grubengas · ↗Grubengebäude · ↗Grubenholz · ↗Grubenhund · ↗Grubenlampe · ↗Grubenotter · ↗Grubenrettungsdienst · ↗Grubenrettungswesen · ↗Grubenrevier · ↗Grubenunglück · ↗Grubenwasser · ↗Grubenwehr
 ·  mit ›Grube‹ als Letztglied: ↗Abfallgrube · ↗Abflussgrube · ↗Abortgrube · ↗Abschmiergrube · ↗Abtrittsgrube · ↗Achselgrube · ↗Aschegrube · ↗Aschengrube · ↗Aschgrube · ↗Baugrube · ↗Brandgrube · ↗Braunkohlegrube · ↗Braunkohlengrube · ↗Dunggrube · ↗Düngergrube · ↗Erzgrube · ↗Fallgrube · ↗Fanggrube · ↗Fundamentgrube · ↗Fundgrube · ↗Gießgrube · ↗Goldgrube · ↗Herzgrube · ↗Jauchegrube · ↗Jauchengrube · ↗Kiesgrube · ↗Kohlegrube · ↗Kohlengrube · ↗Kupfergrube · ↗Lehmgrube · ↗Löwengrube · ↗Magengrube · ↗Mergelgrube · ↗Mördergrube · ↗Müllgrube · ↗Salpetergrube · ↗Sandgrube · ↗Schlammgrube · ↗Sickergrube · ↗Silbergrube · ↗Sprunggrube · ↗Steinkohlegrube · ↗Steinkohlengrube · ↗Tongrube · ↗Zinngrube
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
natürliche oder künstlich angelegte Vertiefung im Erdboden
Beispiele:
eine tiefe, finstere, rechteckige, große, kleine Grube
eine Grube ausheben, ausschachten, abdecken
in eine Grube fallen, geraten, stürzen
Häschen in der Grube saß und schlief [Kinderlied]
bildlich jmdm. eine Grube grabenjmdm. hinterhältig zu schaden suchen
Beispiele:
sprichwörtlich wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein
Dort kommen Verräter, sie haben / Dem Nachbarn die Grube gegraben [BrechtFurcht u. Elend2]
2.
Bergwerk
Beispiele:
eine ergiebige, erschöpfte, verfallene Grube
Bergmannssprache eine ersoffene Grube
eine Grube anlegen, stilllegen, schließen
auf, in der Grube arbeiten
auf, in die Grube gehen (= im Bergwerk arbeiten)
in die Grube einfahren
vielleicht geh ich in die Grube (= werde ich Bergarbeiter) [MarchwitzaJugend83]
3.
Grab
Beispiele:
die Trauernden warfen einen letzten Blick in die Grube
der schlechte Brettersarg, der in die Grube hinabpolterte [HermlinGemeinsamkeit26]
und werden flüchtig sein bis zur grube (= bis zum Tode) [Enzensbergerlandessprache11]
er wankt ja merklich der Grube zu (= ist dem Tode nahe) [H. MannSchlaraffenland1,383]
salopp, derb in die Grube fahren (= sterben)
Beispiel:
wir müssen allein in die Grube fahren [CramerKonzessionen131]
salopp jmdn. in die Grube bringen (= jmds. Tod verschulden)
Beispiel:
Seinen traditionsfrommen Vater bringt er [der Taugenichts] vor lauter Kummer über seine Exzentrizität in die Grube [Th. Mann11,324]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Grube · Grübchen
Grube f. ‘Vertiefung’, auch in mannigfacher spezieller Verwendung, besonders ‘Bergwerk’ und (durch Luthers Bibelübersetzung verbreitet) ‘Grab’, ahd. gruoba ‘Vertiefung, Abgrund’ (8. Jh.), mhd. gruobe ‘Grube, Grab, Loch, Höhlung’ (spätmhd. ‘Bergwerk’), asächs. grōƀa ‘Grube’, mnd. grōve ‘Grube, Höhle, Schacht, Talsenke, Graben’, anfrk. gruova ‘Fallgrube’, mnl. nl. groeve ‘Grube, Gruft, Furche, Graben’ (davon engl. groove ‘Rinne, Furche, Kehle, Nut’), nl. groef ‘Höhlung, Rinne, Furche, Nut’, anord. grōf ‘Furche, Grube, Bach’, got. grōba ‘Grube, Höhle’. Germ. *grōbō ist ein dehnstufig gebildetes Abstraktum zu dem unter ↗graben (s. d.) dargestellten Verb. Es bezeichnet also ursprünglich eine künstlich angelegte Vertiefung im Erdboden, etwa zum Tierfang oder zur Verteidigung; daher auch das schon im Mittelalter bekannte, an mehrere Bibelstellen anknüpfende Sprichwort wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. Seit dem Mhd. finden sich Übertragungen auf nach innen gewölbte Stellen am menschlichen und tierischen Körper, z. B. ‘Augen-, Achselhöhle’, vgl. ferner die Komposita Herzgrube (18. Jh., vorher Herzgrüblein, 16. Jh.), Magengrube (18. Jh.). Vor allem entwickelt sich prägnanter Gebrauch des Deminutivums Grübchen n. ‘kleine Vertiefung in der Außenfläche des menschlichen Körpers, namentlich in Wange und Kinn’ (17. Jh.), älter Grüblein, mhd. grüebelīn; zur Form vgl. schon ahd. gruobilī(n) ‘kleine Höhlung’ (Hs. 12. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bergwerk · Grube · ↗Mine · ↗Stollen · ↗Zeche  ●  ↗Pütt  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Grube · ↗Schacht
Unterbegriffe
  • Aufgrabung  ●  ↗Künette  österr.
  • Einstiegschacht · Eisteg · Kontrollschacht · Revisionsschacht
Synonymgruppe
Grube · ↗Loch · ↗Mulde · ↗Vertiefung  ●  ↗Kuhle  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Grab · ↗Grabstätte · Grube · letzte Ruhestätte  ●  letzte Ruhe  fig.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Grube · ↗Loch · ↗Mulde · ↗Nische · ↗Senke · ↗Senkung · ↗Vertiefung  ●  ↗Kuhle  fachspr., Jägersprache
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausheben Aushub Bergarbeiter Bergleute Eiche Einsturz Fossil Grube Grundwasser Hase Ortsbürgermeister Pendel Ramsauer Schacht ausgehoben ausheben ausschachten fluten gegraben graben lothringisch saarländisch schaufeln stillgelegt stilllegen tief unrentabel verfüllen verscharren zuschütten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Grube‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seine Frau kaufte deshalb dort einst das Land für 900000 Mark, ließ bereits eine riesige Grube ausheben.
Bild, 31.03.2003
Und dann werfen alle eine Hand voll Erde in die Grube.
Dölling, Beate: Hör auf zu trommeln, Herz, Weinheim: Beltz & Gelberg 2003, S. 244
In der einen Grube wurden viele Knochen gefunden, die ziemlich durcheinander lagen und die wir nur schwer datieren können.
Die Welt, 12.09.2002
Dieses komplizierte Verfahren ist an dieser Stelle billiger als das Bauen in einer offenen Grube.
Der Tagesspiegel, 10.07.1997
Ohne diesen glücklichen Fall würde er mit den Toten in die Grube gekommen sein.
Lehmann, Lilli: Mein Weg. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 23054
Zitationshilfe
„Grube“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Grube>, abgerufen am 15.12.2018.

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