Grund, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Grund(e)s · Nominativ Plural: Gründe
Aussprache
Wortbildung mit ›Grund‹ als Erstglied: ↗Grundanschauung · ↗Grundanstrich · ↗Grundausbildung · ↗Grundausstattung · ↗Grundbedingung · ↗Grundbegriff · ↗Grundbesitz · ↗Grundbesitzer · ↗Grundbestandteil · ↗Grundbrief · ↗Grundbuch · ↗Grundcharakter · ↗Grundeigentum · ↗Grundeigentümer · ↗Grundeinheit · ↗Grundeinstellung · ↗Grundeis · ↗Grundelement · ↗Grunderfahrung · ↗Grunderwerb · ↗Grundfarbe · ↗Grundfehler · ↗Grundfeste · ↗Grundfisch · ↗Grundfläche · ↗Grundform · ↗Grundfunktion · ↗Grundgebühr · ↗Grundgedanke · ↗Grundgeschirr · ↗Grundhaltung · ↗Grundherr · ↗Grundherrschaft · ↗Grundidee · ↗Grundindustrie · ↗Grundkapital · ↗Grundkategorie · ↗Grundkonzeption · ↗Grundkost · ↗Grundlage · ↗Grundlegung · ↗Grundlinie · ↗Grundlohn · ↗Grundmauer · ↗Grundmittel · ↗Grundmoräne · ↗Grundnahrungsmittel · ↗Grundorganisation · ↗Grundpfeiler · ↗Grundregel · ↗Grundrente · ↗Grundriss · ↗Grundsatz · ↗Grundschleppnetz · ↗Grundschuld · ↗Grundsee · ↗Grundstein · ↗Grundsteinlegung · ↗Grundstellung · ↗Grundsteuer · ↗Grundstimme · ↗Grundstimmung · ↗Grundstipendium · ↗Grundstock · ↗Grundstoff · ↗Grundstudium · ↗Grundstufe · ↗Grundstück · ↗Grundtatsache · ↗Grundtendenz · ↗Grundtext · ↗Grundton · ↗Grundtorheit · ↗Grundumsatz · ↗Grundversorgung · ↗Grundvoraussetzung · ↗Grundwahrheit · ↗Grundwasser · ↗Grundwert · ↗Grundwiderspruch · ↗Grundwissen · ↗Grundwort · ↗Grundwortschatz · ↗Grundzahl · ↗Grundzug · ↗Grundübel · ↗grundlegen · ↗grundlos · ↗grundständig
 ·  mit ›Grund‹ als Letztglied: ↗Abgrund · ↗Ackergrund · ↗Altersgründe · ↗Anfangsgrund · ↗Ankergrund · ↗Asylgrund · ↗Ausschlussgrund · ↗Baugrund · ↗Berufsgrund · ↗Bestimmungsgrund · ↗Beweggrund · ↗Bewegungsgrund · ↗Beweisgrund · ↗Billigkeitsgrund · ↗Blattgrund · ↗Datenschutzgrund · ↗Ehescheidungsgrund · ↗Einteilungsgrund · ↗Entlassungsgrund · ↗Entscheidungsgrund · ↗Entschuldigungsgrund · ↗Entstehungsgrund · ↗Erklärungsgrund · ↗Ersparnisgrund · ↗Erwerbsgrund · ↗Erwägungsgrund · ↗Fanggrund · ↗Felsengrund · ↗Felsgrund · ↗Fischgrund · ↗Flussgrund · ↗Gegengrund · ↗Geltungsgrund · ↗Gesundheitsgrund · ↗Gewissensgrund · ↗Goldgrund · ↗Haftgrund · ↗Handlungsgrund · ↗Hauptgrund · ↗Herzensgrund · ↗Hinderungsgrund · ↗Hintergrund · ↗Jagdgrund · ↗Kaffeegrund · ↗Kiesgrund · ↗Kostengrund · ↗Krankheitsgrund · ↗Kriegsgrund · ↗Kündigungsgrund · ↗Meeresgrund · ↗Milderungsgrund · ↗Mittelgrund · ↗Moorgrund · ↗Platzgrund · ↗Prestigegrund · ↗Raumgrund · ↗Realgrund · ↗Rechtfertigungsgrund · ↗Rechtsgrund · ↗Sachgrund · ↗Scheidungsgrund · ↗Scheingrund · ↗Seinsgrund · ↗Sicherheitsgrund · ↗Sparsamkeitsgrund · ↗Trennungsgrund · ↗Untergrund · ↗Urteilsgrund · ↗Verdachtsgrund · ↗Vereinfachungsgrund · ↗Verhaftungsgrund · ↗Verhinderungsgrund · ↗Vernunftgrund · ↗Vernunftsgrund · ↗Vordergrund · ↗Waldesgrund · ↗Weidegrund · ↗Wettbewerbsgrund · ↗Wiesengrund · ↗Zahlungsgrund · ↗Zeitgrund
 ·  mit ›Grund‹ als Grundform: ↗grund-2 · ↗grund-1 · ↗gründeln
 ·  formal verwandt mit: ↗tiefgründig · ↗zugrunde
eWDG, 1969

Bedeutungen

I.
1.
meist im Singular
Boden
a)
Erdboden
Beispiele:
fetter, magerer, lehmiger, trockener, sandiger, steiniger, unebener Grund
auf festem, schlüpfrigem Grund stehen
etw. bis auf den Grund (= völlig) zerstören
umgangssprachlich, übertragen
Beispiele:
etw. in Grund und Boden wirtschaften (= völlig herunterwirtschaften)
jmdn. in Grund und Boden (= völlig) verdammen
sich in Grund und Boden (= sehr) schämen
b)
Besitz an Boden, Landbesitz, Grundbesitz
Beispiele:
eigener, fremder, nutzbarer Grund
liegende Gründe (= Grundstücke)
Besitz an Grund und Boden
2.
Bodenvertiefung, Talgrund
Beispiele:
ein felsiger, feuchter, lieblicher, waldiger, wilder Grund
der Ort, das Haus, der Lagerplatz, die Mühle liegt im Grund
Gründe und Schluchten
Gründe und Höhen
Jenseits waldiger Gründe und Hänge dehnte sich gegen Norden und Osten flacheres Land [G. Keller7,26]
3.
meist im Singular
das Unterste von etw.
Beispiele:
der Grund des Flusses, Meeres, Sees
mit dem Schiff auf Grund geraten, laufen
das Schiff auf Grund setzen
der Schwimmer hatte, fand keinen Grund
der Grund des Fasses, Koffers, der Kanne
den Becher, einen Pokal bis auf den Grund leeren
der Grund des Kaffees (= Kaffeesatz)
4.
meist im Singular
derjenige Teil einer Fläche, von dem sich etw. abhebt, Hintergrund, Untergrund
Beispiele:
der Stoff, diese Tapete zeigt ein dunkles Muster auf hellem Grund
auf samtenem Grund liegen kostbare Schmuckstücke
das Verkehrsschild zeigt einen weißen Pfeil auf blauem Grund
5.
nur im Singular
Fundament, Grundlage
Beispiele:
den Grund zu einem Gebäude, Haus, Stadion legen
ein Stadtviertel, Werk von Grund auf neu aufbauen
die Mauern bis auf den Grund niederreißen
übertragen
Beispiele:
den Grund für den Beruf, die moderne Physik, Philosophie, das Studium, Vermögen legen
etw. auf einen soliden, sicheren Grund stellen
den Plan auf sicherem Grund bauen
etw. aus dem Grund kennen, verstehen
etw. von Grund auf, von Grund aus (= völlig, ganz und gar) ändern, umgestalten
auf Grund von Messungen konnten wichtige Erkenntnisse gewonnen werden
einer Sache auf den Grund gehen, kommen (= in das Wesen einer Sache eindringen)
von Grund auf, aus betrügerisch, faul, gut, hilfsbereit, korrekt, pflichtbewusst sein
im Grunde seines Herzens, Wesens bedauerte er die Entscheidung, war er Demokrat, Patriot (= im Innersten seines Herzens, Wesens bedauerte er die Entscheidung, war er Demokrat, Patriot)
dabei waren die Burschen im Grunde (= eigentlich) gutwillig [GaiserSchlußball48]
II.
Ursache, Veranlassung
Beispiele:
ein beruflicher, einleuchtender, militärischer, nichtiger, politischer, stichhaltiger, wahrer, zwingender Grund
Gründe für eine Tat, ein Verbrechen, Verhalten
Gründe zur Besorgnis, Beunruhigung, zum Feiern
Gründe haben, klären
etw. als Grund angeben
Gründe (= Argumente) einsehen, geltend machen, suchen, verwerfen, vorbringen
aus dem einfachen Grunde (= einfach deshalb) habe ich so gehandelt, mich so entschieden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Grund · gründen · Gründer · Gründerjahre · Gründerzeit · begründen · Begründer · ergründen · gründeln1 · grundieren · gründlich · Gründlichkeit · Grundbesitz · Grundbesitzer · Grundlage · grundlos · Grundriß · Grundsatz · grundsätzlich · Grundstück · Grundel · Gründel · Gründling · Grundfisch · gründeln2
Grund m. ‘unterste Fläche, Erdboden, Bodenvertiefung, Tiefe und Boden eines Gewässers, eines Gefäßes, Fundament, Grundlage, das innerste, tiefste Wesen, Ursache, Veranlassung’, ahd. grunt (8. Jh.), mhd. mnd. grunt, asächs. grund, nl. grond, aengl. grund, engl. ground, anord. grunnr m. ‘Grund, Boden’, grund f. ‘Feld, Erde’, schwed. dän. grund, got. *grundus (in grunduwaddjus ‘Grundmauer’). Unter Annahme einer (nicht belegbaren) ursprünglichen Bedeutung ‘körniger Boden, Sandboden’ kann für germ. *grundu- über ‘Zerriebenes’ ein Anschluß an ie. *ghren-, Erweiterung der Wurzel ie. *gher- ‘hart worüber streichen, zerreiben’, hergestellt werden. Dabei ergibt sich über die dentale Erweiterung ie. *ghrendh- Verwandtschaft mit ↗Grind (s. d.). gründen Vb. ‘die Grundlage schaffen, den Grundstein legen, ins Leben rufen, auf etw. basieren, aufbauen’, ahd. grunten ‘ergründen, erforschen’ (um 1000), mhd. gründen; Gründer m. ‘Erbauer, Urheber, Begründer’ (17. Jh.); Gründerjahre Plur. und Gründerzeit f. ‘Zeit wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland nach 1871’ (19. Jh.). begründen Vb. ‘Gründe angeben, den Grund legen, neu schaffen’, mhd. begründen; Begründer m. (Anfang 19. Jh.). ergründen Vb. ‘einer Sache auf den Grund gehen, sie erforschen’, ahd. irgrunten (um 1000), mhd. ergründen. Nur vereinzelt gründeln1 Vb. ‘nach dem Grund, nach der Ursache suchen’ (16. Jh.). grundieren Vb. ‘nach dem Grund, nach der Ursache suchen’ (16. Jh.). ‘die Grundfarbe, den ersten Anstrich auftragen’ (2. Hälfte 18. Jh.), in formaler Anlehnung an ältere maltechnische Begriffe wie ↗schattieren, ↗lackieren, ↗schraffieren (s. d.). gründlich Adj. ‘allem auf den Grund gehend, sorgfältig, gewissenhaft, genau’, ahd. gruntlīhho Adv. (9. Jh.), mhd. grüntlich, gruntlich; Gründlichkeit f. ‘Genauigkeit, Gewissenhaftigkeit’, allgemein seit Anfang des 18. Jhs., vereinzelt bereits im Sinne von ‘Seelen-, Herzenstiefe’ in der deutschen Mystik (14. Jh.). Grundbesitz m. Grundbesitzer m. (beide 18. Jh.). Grundlage f. ‘Unterlage, Basis, Fundament’ (Ende 16. Jh.). grundlos Adj. ‘ohne Grund und Boden, sehr tief, ohne Ursache, unbegründet’, mhd. gruntlōs, grundelōs; vgl. ahd. gruntlōsī ‘bodenlose Tiefe, Abgrund’ (8. Jh.). Grundriß m. ‘senkrechte Projektion eines Körpers auf eine waagerechte Ebene, maßstabgerechter Übersichtsplan’ (1. Hälfte 17. Jh.), älter (vereinzelt) ‘Grundlage’ (16. Jh.). Grundsatz m. ‘feste Regel, Richtlinie des Denkens und Handelns’ (17. Jh.); grundsätzlich Adj. (16. Jh.; allgemein verbreitet erst um 1800). Grundstück n. ‘abgegrenztes, als jmds. Besitz ausgewiesenes Stück Land’ (16. Jh.). Grundel, Gründel m. f. Name einiger auf dem Grund eines Gewässers lebender Fische, ahd. gruntila, grundila (Hs. 12. Jh.), mhd. grundel, mnd. grundel(e), mnl. grondel(e), nl. grondel, aengl. gryndle. Auch Gründling m. mnd. grundelingk, frühnhd. grundeling (15. Jh.) und Grundfisch m. spätmhd. gruntvisch. gründeln2 Vb. (von Wasservögeln) mit Kopf und Hals zur Nahrungssuche unter Wasser (gleichsam auf den Grund) tauchen (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Boden · Grund · Grund und Boden · ↗Land
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Anlass · ↗Anregung · ↗Anreiz · ↗Anstoß · ↗Auslöser · ↗Beweggrund · Grund · ↗Hintergrund · ↗Impuls · ↗Initialzündung · ↗Motiv · ↗Quelle · Stein des Anstoßes · ↗Stimulans · ↗Ursache · ↗Veranlassung · ↗Wirkursache · der tiefere Sinn · im Hintergrund stehen
Assoziationen
  • Fehler im System · ↗Störquelle · systematischer Fehler  ●  ↗Konstruktionsfehler  fig. · ↗Webfehler  fig. · ↗Erbsünde  geh., fig. · ↗Geburtsfehler  geh., fig. · Quelle allen Übels  geh. · da liegt der Hase im Pfeffer  ugs., fig. · da liegt der Hund begraben  ugs., fig.
  • (Krankheit) ohne bekannte Ursache  ●  ↗idiopathisch  fachspr.
  • Entlastung · ↗Rechtfertigung · Schuldbefreiung  ●  ↗Exkulpation  fachspr., lat.
  • (auf etwas) zurückgehen · (auf etwas) zurückzuführen sein · (die) Gründe (dafür) sind in (...) zu suchen · (durch etwas / jemanden) verursacht sein · (einer Sache) geschuldet sein · (einer Sache) zuzuschreiben sein · (in etwas / jemandem) begründet sein · (seine) Ursache haben in · (seinen) Ursprung haben in · ↗(sich einer Sache) verdanken · (sich) erklären (aus / durch) · (sich) herleiten von · Grund dafür ist · Ursache dafür ist · ausgehen von · basieren auf · beruhen auf · die Ursachen (dafür) sind in (...) zu sehen · ↗entstammen · herrühren von · kommen von · liegen an · resultieren aus
Psychologie
Synonymgruppe
Argument · ↗Begründung · ↗Beleg · ↗Beweis · ↗Beweisgrund · Grund · ↗Prämisse
Unterbegriffe
  • Widerspruchsbeweis · indirekter Beweis
Assoziationen
Synonymgruppe
Ansporn · ↗Antrieb · ↗Beweggrund · Grund · ↗Leitgedanke · ↗Motiv
Synonymgruppe
Basis · ↗Fundament · Grund
Assoziationen
Synonymgruppe
Begründung · ↗Bewandtnis · Grund · ↗Rechtfertigung  ●  ↗Rationalisierung  fachspr., medizinisch
Assoziationen
  • (eine) Begründung abgeben · Argumente aufzählen · Argumente darlegen · Argumente finden (für) · Argumente liefern · Argumente vorbringen · Gründe anführen · Gründe beibringen · Gründe finden · Gründe liefern · Gründe nennen · Gründe vorbringen · Gründe vortragen · argumentativ untermauern · ↗argumentieren · ↗begründen · ↗erklären · ↗legitimieren · ↗rechtfertigen · verargumentieren
  • guter Grund · handfester Grund · triftiger Grund
Synonymgruppe
Antezedenz · Grund · ↗Ursache · ↗Voraussetzung  ●  ↗Antezedens  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
Anlass · Grund · ↗Schuld · ↗Ursache
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Boden Freude ander anführen angeben beruflich bestehen einzig finanziell geben gesundheitlich gleich gut humanitär liegen nennen persönlich politisch rechtlich religiös sachlich sehen taktisch technisch verschieden wahr weit wesentlich wichtig wirtschaftlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Grund‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ist der Grund, weshalb wir es jetzt in einer ruhigen Zeit vorziehen, sie rechtzeitig auszuweisen.
Schlögel, Karl: Petersburg, München Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 1005
Grund für den engen Terminplan sind vor allem die Kosten.
Die Zeit, 25.03.1999, Nr. 13
Es zeigt sich wieder einmal, wie wenig nur auf Grund obrigkeitlicher Erlasse die Geschichte einer Bewegung erfaßt werden kann.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1940, S. 372
Hier könnte manches auf Grund von dessen Untersuchungen etwas anders gefaßt werden.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1934, S. 191
An frühere Zeit glaube ich natürlich im Grunde auch nicht.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1930, S. 128
Zitationshilfe
„Grund“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Grund>, abgerufen am 26.04.2019.

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