Grundlage, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungGrund-la-ge
WortzerlegungGrundLage
Wortbildung mit ›Grundlage‹ als Erstglied: ↗Grundlagenfach · ↗Grundlagenforschung · ↗Grundlagenstudium
 ·  mit ›Grundlage‹ als Letztglied: ↗Anspruchsgrundlage · ↗Arbeitsgrundlage · ↗Berechnungsgrundlage · ↗Bewertungsgrundlage · ↗Datengrundlage · ↗Diskussionsgrundlage · ↗Entscheidungsgrundlage · ↗Ermächtigungsgrundlage · ↗Existenzgrundlage · ↗Futtergrundlage · ↗Geschäftsgrundlage · ↗Informationsgrundlage · ↗Lebensgrundlage · ↗Legitimationsgrundlage · ↗Machtgrundlage · ↗Planungsgrundlage · ↗Quellengrundlage · ↗Rechtsgrundlage · ↗Textgrundlage · ↗Verhandlungsgrundlage
eWDG, 1969

Bedeutung

unterste Lage, auf der sich etw. anderes aufbaut, Unterlage, Basis, Fundament
Beispiele:
die Grundlagen der Ernährung, der Wissenschaft
eine breite, demokratische, experimentelle, geistige, gesellschaftliche, gesetzliche, gesunde, methodische, ökonomische, systematische, sittliche, theoretische Grundlage
die Grundlagen für etw. schaffen
etw. auf eine neue Grundlage stellen
auf breitester Grundlage arbeiten
das Urteil entbehrt jeder Grundlage
die Grundlagen (= Voraussetzungen) für ein Studium erwerben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Grund · gründen · Gründer · Gründerjahre · Gründerzeit · begründen · Begründer · ergründen · gründeln1 · grundieren · gründlich · Gründlichkeit · Grundbesitz · Grundbesitzer · Grundlage · grundlos · Grundriß · Grundsatz · grundsätzlich · Grundstück · Grundel · Gründel · Gründling · Grundfisch · gründeln2
Grund m. ‘unterste Fläche, Erdboden, Bodenvertiefung, Tiefe und Boden eines Gewässers, eines Gefäßes, Fundament, Grundlage, das innerste, tiefste Wesen, Ursache, Veranlassung’, ahd. grunt (8. Jh.), mhd. mnd. grunt, asächs. grund, nl. grond, aengl. grund, engl. ground, anord. grunnr m. ‘Grund, Boden’, grund f. ‘Feld, Erde’, schwed. dän. grund, got. *grundus (in grunduwaddjus ‘Grundmauer’). Unter Annahme einer (nicht belegbaren) ursprünglichen Bedeutung ‘körniger Boden, Sandboden’ kann für germ. *grundu- über ‘Zerriebenes’ ein Anschluß an ie. *ghren-, Erweiterung der Wurzel ie. *gher- ‘hart worüber streichen, zerreiben’, hergestellt werden. Dabei ergibt sich über die dentale Erweiterung ie. *ghrendh- Verwandtschaft mit ↗Grind (s. d.). gründen Vb. ‘die Grundlage schaffen, den Grundstein legen, ins Leben rufen, auf etw. basieren, aufbauen’, ahd. grunten ‘ergründen, erforschen’ (um 1000), mhd. gründen; Gründer m. ‘Erbauer, Urheber, Begründer’ (17. Jh.); Gründerjahre Plur. und Gründerzeit f. ‘Zeit wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland nach 1871’ (19. Jh.). begründen Vb. ‘Gründe angeben, den Grund legen, neu schaffen’, mhd. begründen; Begründer m. (Anfang 19. Jh.). ergründen Vb. ‘einer Sache auf den Grund gehen, sie erforschen’, ahd. irgrunten (um 1000), mhd. ergründen. Nur vereinzelt gründeln1 Vb. ‘nach dem Grund, nach der Ursache suchen’ (16. Jh.). grundieren Vb. ‘nach dem Grund, nach der Ursache suchen’ (16. Jh.). ‘die Grundfarbe, den ersten Anstrich auftragen’ (2. Hälfte 18. Jh.), in formaler Anlehnung an ältere maltechnische Begriffe wie ↗schattieren, ↗lackieren, ↗schraffieren (s. d.). gründlich Adj. ‘allem auf den Grund gehend, sorgfältig, gewissenhaft, genau’, ahd. gruntlīhho Adv. (9. Jh.), mhd. grüntlich, gruntlich; Gründlichkeit f. ‘Genauigkeit, Gewissenhaftigkeit’, allgemein seit Anfang des 18. Jhs., vereinzelt bereits im Sinne von ‘Seelen-, Herzenstiefe’ in der deutschen Mystik (14. Jh.). Grundbesitz m. Grundbesitzer m. (beide 18. Jh.). Grundlage f. ‘Unterlage, Basis, Fundament’ (Ende 16. Jh.). grundlos Adj. ‘ohne Grund und Boden, sehr tief, ohne Ursache, unbegründet’, mhd. gruntlōs, grundelōs; vgl. ahd. gruntlōsī ‘bodenlose Tiefe, Abgrund’ (8. Jh.). Grundriß m. ‘senkrechte Projektion eines Körpers auf eine waagerechte Ebene, maßstabgerechter Übersichtsplan’ (1. Hälfte 17. Jh.), älter (vereinzelt) ‘Grundlage’ (16. Jh.). Grundsatz m. ‘feste Regel, Richtlinie des Denkens und Handelns’ (17. Jh.); grundsätzlich Adj. (16. Jh.; allgemein verbreitet erst um 1800). Grundstück n. ‘abgegrenztes, als jmds. Besitz ausgewiesenes Stück Land’ (16. Jh.). Grundel, Gründel m. f. Name einiger auf dem Grund eines Gewässers lebender Fische, ahd. gruntila, grundila (Hs. 12. Jh.), mhd. grundel, mnd. grundel(e), mnl. grondel(e), nl. grondel, aengl. gryndle. Auch Gründling m. mnd. grundelingk, frühnhd. grundeling (15. Jh.) und Grundfisch m. spätmhd. gruntvisch. gründeln2 Vb. (von Wasservögeln) mit Kopf und Hals zur Nahrungssuche unter Wasser (gleichsam auf den Grund) tauchen (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Fundament · Grundlage · ↗Grundstein · ↗Unterbau
Assoziationen
Synonymgruppe
Ausgangsebene · ↗Ausgangspunkt · ↗Basis · Grundlage  ●  ↗Grundstein  fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
Annahme · ↗Bedingung · ↗Grundannahme · Grundlage · ↗Grundsatz · ↗Grundvoraussetzung · ↗Grundwahrheit · ↗Kondition · ↗Kriterium · ↗Notwendigkeit · ↗Prämisse · ↗These · ↗Vorannahme · ↗Voraussetzung · ↗Vorbedingung  ●  ↗Axiom  fachspr.
Unterbegriffe
  • Prämisse · ↗Vordersatz
  • Rationalprinzip · Wirtschaftlichkeitsprinzip · Ökonomisches Prinzip
  • kosmologisches Postulat · kosmologisches Prinzip
  • Dedekind-Peano-Axiom · Peano-Axiom · Peano-Postulat
  • Zahlungsbedingung · Zahlungskondition
Assoziationen
Synonymgruppe
Basis · ↗Fundament · Grundlage · ↗Grundwortschatz · ↗Kanon  ●  ↗Abc  fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abkommen Berechnung Beziehung Gleichberechtigung Prinzip Verhandlung Zusammenarbeit bilden breit demokratisch dienen entbehren entziehen erarbeiten fest finanziell geistig gesetzlich legen materiell rechtlich schaffen solid solide theoretisch tragfähig vertraglich wesentlich wirtschaftlich wissenschaftlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Grundlage‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Job dieser Art kann eine prima Chance sein, sich eine finanzielle Grundlage zu schaffen.
Kellner, Hedwig: Das geheime Wissen der Personalchefs, Frankfurt a. M.: Eichborn 1998, S. 197
Auf der Grundlage geht es bei der "Beratung" um mehr.
o. A.: DER STAAT FORDERT MENSCHENLEBEN. In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1989]
Die europäischen Gemeinschaften bleiben die Grundlage für die europäische Einheit.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1969]
Im Rahmen seiner Kollegs vermittelte er seinen Hörern auch die Grundlagen der Musik.
Härtwig, Dieter: Willichius. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1968], S. 19554
Er ist Grundlage, aber nur des Erscheinens, nicht des reinen Seins.
Natorp, Paul: Platons Ideenlehre. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1903], S. 6067
Zitationshilfe
„Grundlage“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Grundlage>, abgerufen am 21.05.2019.

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