Grundstück, das
GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungGrund-stück
WortzerlegungGrundStück
Wortbildung mit ›Grundstück‹ als Erstglied: ↗Grundstücksbesitzer · ↗Grundstückseigentümer · ↗Grundstücksmakler · ↗Grundstücksnachbar · ↗Grundstücksspekulant · ↗Grundstücksverkauf · ↗Grundstücksverwaltung · ↗grundstücksgleich
 ·  mit ›Grundstück‹ als Letztglied: ↗Baugrundstück · ↗Eckgrundstück · ↗Fabrikgrundstück · ↗Gartengrundstück · ↗Nachbargrundstück · ↗Privatgrundstück · ↗Ruinengrundstück · ↗Trümmergrundstück · ↗Wassergrundstück · ↗Wochenendgrundstück
eWDG, 1969

Bedeutung

abgegrenztes Stück Land, das im Grundbuch als jmds. Eigentum verzeichnet ist
Beispiele:
ein Grundstück bebauen, brachliegen lassen, erben, verkaufen, verpachten
mit Grundstücken handeln, spekulieren
das Grundstück liegt in den Bergen, an einem See, einer Straße, am Wald
Vater hatte ... zuletzt mit Grundstücken spekuliert [RinserMitte75]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Grund · gründen · Gründer · Gründerjahre · Gründerzeit · begründen · Begründer · ergründen · gründeln1 · grundieren · gründlich · Gründlichkeit · Grundbesitz · Grundbesitzer · Grundlage · grundlos · Grundriß · Grundsatz · grundsätzlich · Grundstück · Grundel · Gründel · Gründling · Grundfisch · gründeln2
Grund m. ‘unterste Fläche, Erdboden, Bodenvertiefung, Tiefe und Boden eines Gewässers, eines Gefäßes, Fundament, Grundlage, das innerste, tiefste Wesen, Ursache, Veranlassung’, ahd. grunt (8. Jh.), mhd. mnd. grunt, asächs. grund, nl. grond, aengl. grund, engl. ground, anord. grunnr m. ‘Grund, Boden’, grund f. ‘Feld, Erde’, schwed. dän. grund, got. *grundus (in grunduwaddjus ‘Grundmauer’). Unter Annahme einer (nicht belegbaren) ursprünglichen Bedeutung ‘körniger Boden, Sandboden’ kann für germ. *grundu- über ‘Zerriebenes’ ein Anschluß an ie. *ghren-, Erweiterung der Wurzel ie. *gher- ‘hart worüber streichen, zerreiben’, hergestellt werden. Dabei ergibt sich über die dentale Erweiterung ie. *ghrendh- Verwandtschaft mit ↗Grind (s. d.). gründen Vb. ‘die Grundlage schaffen, den Grundstein legen, ins Leben rufen, auf etw. basieren, aufbauen’, ahd. grunten ‘ergründen, erforschen’ (um 1000), mhd. gründen; Gründer m. ‘Erbauer, Urheber, Begründer’ (17. Jh.); Gründerjahre Plur. und Gründerzeit f. ‘Zeit wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland nach 1871’ (19. Jh.). begründen Vb. ‘Gründe angeben, den Grund legen, neu schaffen’, mhd. begründen; Begründer m. (Anfang 19. Jh.). ergründen Vb. ‘einer Sache auf den Grund gehen, sie erforschen’, ahd. irgrunten (um 1000), mhd. ergründen. Nur vereinzelt gründeln1 Vb. ‘nach dem Grund, nach der Ursache suchen’ (16. Jh.). grundieren Vb. ‘nach dem Grund, nach der Ursache suchen’ (16. Jh.). ‘die Grundfarbe, den ersten Anstrich auftragen’ (2. Hälfte 18. Jh.), in formaler Anlehnung an ältere maltechnische Begriffe wie ↗schattieren, ↗lackieren, ↗schraffieren (s. d.). gründlich Adj. ‘allem auf den Grund gehend, sorgfältig, gewissenhaft, genau’, ahd. gruntlīhho Adv. (9. Jh.), mhd. grüntlich, gruntlich; Gründlichkeit f. ‘Genauigkeit, Gewissenhaftigkeit’, allgemein seit Anfang des 18. Jhs., vereinzelt bereits im Sinne von ‘Seelen-, Herzenstiefe’ in der deutschen Mystik (14. Jh.). Grundbesitz m. Grundbesitzer m. (beide 18. Jh.). Grundlage f. ‘Unterlage, Basis, Fundament’ (Ende 16. Jh.). grundlos Adj. ‘ohne Grund und Boden, sehr tief, ohne Ursache, unbegründet’, mhd. gruntlōs, grundelōs; vgl. ahd. gruntlōsī ‘bodenlose Tiefe, Abgrund’ (8. Jh.). Grundriß m. ‘senkrechte Projektion eines Körpers auf eine waagerechte Ebene, maßstabgerechter Übersichtsplan’ (1. Hälfte 17. Jh.), älter (vereinzelt) ‘Grundlage’ (16. Jh.). Grundsatz m. ‘feste Regel, Richtlinie des Denkens und Handelns’ (17. Jh.); grundsätzlich Adj. (16. Jh.; allgemein verbreitet erst um 1800). Grundstück n. ‘abgegrenztes, als jmds. Besitz ausgewiesenes Stück Land’ (16. Jh.). Grundel, Gründel m. f. Name einiger auf dem Grund eines Gewässers lebender Fische, ahd. gruntila, grundila (Hs. 12. Jh.), mhd. grundel, mnd. grundel(e), mnl. grondel(e), nl. grondel, aengl. gryndle. Auch Gründling m. mnd. grundelingk, frühnhd. grundeling (15. Jh.) und Grundfisch m. spätmhd. gruntvisch. gründeln2 Vb. (von Wasservögeln) mit Kopf und Hals zur Nahrungssuche unter Wasser (gleichsam auf den Grund) tauchen (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Flurstück · ↗Parzelle  ●  Grundstück  österr.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
(die) Flur · ↗Fläche · ↗Gelände · Grundstück · Stück Land
Unterbegriffe
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bebauung Eigentum Eigentümer Erwerb Gebäude Immobilien Kauf Nutzung Quadratmeter Rückgabe Verkauf Verkehrswert Verwertung Veräußerung angrenzenden bebaut bebauten benachbarten enteigneten errichtet erworben geeigneten gelegenen genutzten kaufen landeseigenen städtischen unbebauten verkauft veräußern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Grundstück‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Hund kam aus einem Grundstück gesprungen, biss das Mädchen in den Oberarm.
Bild, 01.07.2004
Die hätten schließlich wegen des Baus ihre Grundstücke billiger erwerben können.
Der Tagesspiegel, 02.06.2004
Als ich sie sah, kaufte ich das Grundstück am gleichen Tage.
Katz, Richard: Übern Gartenhag, München u. Zürich: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. 1965, S. 376
Das Stück Rasen ist ein Zeichen, gesetzt für das ganze Grundstück.
Jung, Carl Gustav: Psychologische Typen. In: ders., Gesammelte Werke, Bd. VI, Zürich u. a.: Rascher 1967 [1921], S. 888
Wie hoch der Tempel nach dem Ausbau versichert war, weiß ich nicht, ebensowenig wie hoch das Heidemannsche Grundstück versichert war.
Friedländer, Hugo: Der Brand der Neustettiner Synagoge vor den Schwurgerichten zu Köslin und Konitz. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 28292
Zitationshilfe
„Grundstück“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Grundstück>, abgerufen am 23.02.2018.

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