Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Gulden, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Guldens · Nominativ Plural: Gulden
Aussprache  [ˈgʊldən]
Worttrennung Gul-den
Wortbildung  mit ›Gulden‹ als Letztglied: Reichsgulden · Silbergulden
eWDG

Bedeutung

historisch
Beispiel:
historischder holländische Gulden (= Währungseinheit)
Goldmünze, die vom 14.–19. Jahrhundert in Europa verbreitet war
Beispiel:
der Kaufmann besah mich und die schönen Gulden mit wunderlichen Blicken [ G. KellerGr. Heinrich4,106]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gulden m. seit dem 14. Jh. in Deutschland und benachbarten Gebieten verbreitete ‘Gold-’, später auch ‘Silbermünze’ (bis ins 19. Jh.), dann auch Währungseinheit der Niederlande. Mhd. guldīn, gulden ist die substantivierte Verselbständigung des Attributs in Fügungen wie guldīn pfenninc, guldīn flōrīn ‘goldener Pfennig, Goldmünze’ (vgl. lat. dēnārius aureus), eigentlich ‘der Goldene’ (s. Gold). Seine Verbreitung gewinnt der Ausdruck dadurch, daß er auf den aus Florenz stammenden, seit dem 14. Jh. auch in Deutschland (besonders von rheinischen Kurfürsten) geprägten Goldfloren bezogen wird (vgl. die Abkürzung f. oder fl. für ‘Gulden’). Zur Geschichte des Wortes und der Sache vgl. ¹DWB 4, 1, 6, 1054 ff.

Typische Verbindungen zu ›Gulden‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gulden‹.

Verwendungsbeispiele für ›Gulden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die güldene Sonne spielte auf den hellgelben Flächen – es war strahlendes Wetter, viel zu schön für Berlin. [Tucholsky, Kurt: Morgens um acht. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1923]]
Hoffnungslos verliebte ich mich vom ersten Augenblick an in die sanfte Schönheit mit dem gülden schimmernden Haar. [Der Tagesspiegel, 10.01.2002]
Noch erinnern Marmortafeln an vergangene Kadettenjahrgänge und güldene Reliefbuchstaben an längst vergessene Generale. [Der Spiegel, 15.04.1985]
Aber diesmal war der Gulden unnötig, der Zug halb leer. [Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 54]
Ferner kaufte er 1800 in Wien für 3150 Gulden den hs. [Wirth, Helmut: André (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1951], S. 28800]
Zitationshilfe
„Gulden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gulden>.

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