Guss, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Gusses · Nominativ Plural: Güsse
Aussprache
Ungültige SchreibungGuß
Rechtschreibregeln§ 2, § 25 (E1)
Wortbildung mit ›Guss‹ als Erstglied: ↗Guss-Stahl · ↗Guss-Stück · ↗Gussasphalt · ↗Gussbeton · ↗Gussblock · ↗Gussbronze · ↗Gusseisen · ↗Gusserzeugnis · ↗Gussfehler · ↗Gussform · ↗Gussmetall · ↗Gussmodell · ↗Gussputzer · ↗Gussrohling · ↗Gussstahl · ↗Gussstück · ↗Gussteil · ↗Gussware
 ·  mit ›Guss‹ als Letztglied: ↗Bleiguss · ↗Bronzeguss · ↗Druckguss · ↗Eierguss · ↗Eisenguss · ↗Formguss · ↗Gewitterguss · ↗Gipsguss · ↗Glockenguss · ↗Grauguss · ↗Großguss · ↗Handguss · ↗Hartguss · ↗Kokillenguss · ↗Kunstguss · ↗Letternguss · ↗Maschinenguss · ↗Messingguss · ↗Metallguss · ↗Regenguss · ↗Rohguss · ↗Schokoladenguss · ↗Stahlguss · ↗Tiegelguss · ↗Wasserguss · ↗Wechselguss · ↗Zeilenguss · ↗Zinnguss · ↗Zuckerguss
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Flüssigkeitsmenge, die gegossen wird, Wasserschwall
Beispiele:
ein kräftiger, starker, kalter, warmer Guss
jmdm. kalte Güsse verordnen
der Patient wurde mit kalten Güssen behandelt
das Wasser, das in breiten, klatschenden Güssen vom schrägen Dach schüttete [G. HermannGebert233]
Immer neue Güsse / Bringt er [der Besen] schnell herein [GoetheZauberlehrl.]
umgangssprachlich (kurzer) heftiger Regen
Beispiele:
das Gewitter war von einem starken, tüchtigen Guss begleitet
wolkenbruchartige Güsse prasselten herunter
es sieht nach einem Guss aus
übertragen
Beispiel:
Die Alternative zwischen Ordnung und Übergabe wirkte wie ein kalter Guß auf die entfesselten Gefühle [WerfelMusa Dagh619]
2.
das Gießen in eine Form
Beispiele:
der Guss einer Glocke, eines Standbildes, Maschinenteils
nach dem Guss erkaltet, erstarrt das Material
Wohl! nun kann der Guß beginnen [SchillerGlocke]
3.
das in Formen gegossene, erstarrte Material
Beispiele:
ein gelungener, sauberer, fehlerhafter, rauer, legierter Guss
ein Guss aus Bronze, Eisen
der Guss reißt, springt
4.
übertragen (wie) aus einem Gusseinheitlich, in sich geschlossen, vollendet
Beispiele:
ein Werk, Gemälde, Mann, eine Ballade, Gestalt (wie) aus einem Guss
eine wie aus einem Guss wirkende Gestaltung, Inszenierung, Aufführung
5.
Überzug auf Backwaren
Beispiele:
Backwerk, eine Torte mit einem wohlschmeckenden, süßen, zuckrigen Guss überziehen
einen Guss zubereiten, auftragen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Guß · Gußeisen
Guß m. ‘das Gießen einer Flüssigkeitsmenge, Schwall, heftiger Regen, das Gießen flüssigen Metalls in eine Form sowie das danach erstarrte Material’, ahd. (9./10. Jh.), mhd. guʒ, mnd. gȫte, aengl. gyte (germ. *guti-) sind Abstrakta zu dem unter ↗gießen (s. d.) angeführten Verb. Gußeisen n. ‘gegossenes (nicht oder kaum schmiedbares) Eisen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Abbildung · ↗Abdruck · ↗Abguss · ↗Gepräge · Guss
Synonymgruppe
Platzregen · ↗Regenguss · ↗Regenschauer · ↗Schauer · ↗Sturzregen · ↗Wolkenbruch · wolkenbruchartiger Regenfall  ●  ↗Dusche  ugs. · Guss  ugs. · ↗Husche  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (heftig) regnen (es) · in Strömen regnen (es)  ●  Bindfäden regnen (es)  ugs. · ↗gießen (es)  ugs. · ordentlich was runterkommen (es)  ugs. · ↗pladdern (es)  ugs., norddeutsch · plästern (es)  ugs., ruhrdt. · ↗schiffen (es)  ugs. · ↗schütten (es)  ugs. · wie aus Eimern gießen (es)  ugs. · wie aus Eimern schütten (es)  ugs. · wie aus Kübeln gießen (es)  ugs. · wie aus Kübeln schütten (es)  ugs.
  • Strichregen · strichweiser Regen
  • Starkregen · heftige Regenfälle · heftiger Regen · sintflutartiger Regen(fall)
Synonymgruppe
Glasur · Guss · ↗Überzug

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anlagenbau Bad Bronze Edelstahl Energiepolitik Entwicklungspolitik Finanzpolitik Forschungspolitik Glocke Massage Packung Plastik Reformkonzept Regierungspolitik Skulptur Sozialpolitik Statue Steuerpolitik Steuerreform Waschung Wickel Wirtschaftsförderung Wirtschaftspolitik anfertigen gefertigt kalt kneippsch mißlingen niedergehen postum

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Guss‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Lange Abende aus einem Guß wollen kaum noch gelingen, man stückelt sich etwas zusammen.
Süddeutsche Zeitung, 02.07.1997
Die Architektur findet deshalb zu Gebäuden aus einem Guß zurück.
Der Tagesspiegel, 18.11.1996
So war die Oper zwar noch kein großer Wurf, aber doch ein Stück aus einem Guß, und darauf gründete sich ihr Erfolg.
Abert, Anna Amalie u. Kühn, Hellmut: Verdi. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1966], S. 16409
Mit Hilfe zweier Güsse konnte ich meine Pflicht fast immer erfüllen.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 30
Seit langem hatte er nicht mehr so flüssig, so aus einem Guß geschrieben.
Düffel, John von: Houwelandt, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2004, S. 97
Zitationshilfe
„Guss“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Guss>, abgerufen am 21.05.2019.

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