Guthaben

GrammatikSubstantiv
WorttrennungGut-ha-ben
WortzerlegunggutHaben
Wortbildung mit ›Guthaben‹ als Erstglied: ↗Guthabenkarte  ·  mit ›Guthaben‹ als Letztglied: ↗Altgeldguthaben · ↗Auslandsguthaben · ↗Bankguthaben · ↗Sichtguthaben · ↗Sparguthaben · ↗Sparkassenguthaben · ↗Sperrguthaben · ↗Steuerguthaben · ↗Zinsguthaben
eWDG, 1969

Bedeutung

etw., worauf man Anspruch hat, Forderung an jmdn., meist in der Form einer Geldsumme
Beispiele:
ein Guthaben bei der Bank, Sparkasse, im Ausland haben
du hast noch ein kleines Guthaben bei mir
alle Guthaben wurden beschlagnahmt, eingezogen, blockiert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gut · Gut · Güte · vergüten · Vergütung · begütert · gütig · begütigen · gütlich · Gutachten · Gutdünken · Guthaben · gutheißen · gutmütig · Gutschein · gutwillig
gut Adj. ahd. (8. Jh.), mhd. guot, asächs. aengl. gōd, mnd. gōt, engl. good, mnl. goet, nl. goed, afries. god, anord. gōðr, schwed. dän. god, got. gōþs (germ. *gōda-) gehört ablautend zu der unter ↗Gatte (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *ghadh- ‘vereinigen, eng verbunden sein, zusammenpassen’ (vgl. auch aind. gádhyaḥ ‘was man gerne festhält, was einem paßt’, aslaw. godьnъ ‘gefällig, geeignet’ sowie ahd. gigat ‘passend’). Als Ausgangsbedeutung von germ. *gōda- wird danach etwa ‘passend, geeignet’ anzusetzen sein. Das Wort zeigt, teils schon in sehr früher Zeit, eine reiche Bedeutungsentwicklung, die, von ‘passend’ ausgehend, zunächst zu ‘für einen Zweck geeignet, tauglich, brauchbar’, in spezifischer Anwendung auf Personen ‘tüchtig, geschickt’ führt. Aus dem Begriff des Geeignetseins für einen bestimmten Zweck entwickelt sich gut zum Wertbegriff im Sinne von ‘wertvoll, kostbar, hochwertig, qualitativ einwandfrei’ (bei Sachen), ‘vornehm, edel, angesehen, ehrlich’ (auf Personen oder deren Verhältnisse bezogen), ferner zum Ausdruck des Wohlgefallens, der Freude, die jemand an einer Sache oder einem Zustand hat, wird also zu ‘angenehm, bequem, vorteilhaft, erfreulich, fein, schön’. Aus ‘passend, geeignet’ entwickelt sich auch, gleichfalls schon in ältester Zeit, die Bedeutung ‘geneigt, wohlmeinend, freundlich, gefällig, gütig’; in allgemeiner ethischer Verwendung steht gut im Sinne von ‘rechtschaffen, tugendhaft, anständig’. gut wird auch zur Bezeichnung von Mengen- oder Maßangaben im Sinne von ‘richtig, ordentlich’ verwendet, woraus sich ‘reichlich, beträchtlich’ (eine gute Stunde, gute acht Tage) ergibt; schließlich kann gut als Mittel der Steigerung etwa im Sinne von ‘tüchtig, gehörig, völlig’ (ich habe gute Lust, in gutem Einvernehmen) gebraucht werden. Gut n. ‘Besitz, Vermögen, versandfertige Ware, Ladung, Material, Stoff für einen bestimmten Arbeitsprozeß (Saat-, Steingut), größerer landwirtschaftlicher Betrieb’, ahd. guot ‘Gutes, Vermögen, Besitz’ (8. Jh.), mhd. guot, auch ‘Landgut’, asächs. aengl. gōd, anord. gott, Substantivierungen des Adjektivs. Güte f. ‘hilfreiche, großherzige Gesinnung, Nachsicht, Freundlichkeit, gute Beschaffenheit, Qualität (einer Ware)’, ahd. guotī (9. Jh.), mhd. güete, asächs. gōdi. vergüten Vb. ‘entschädigen, zurückerstatten, die Güte, Beschaffenheit verbessern’, spätmhd. vergüeten ‘entschädigen, auf Zinsen anlegen’; dazu Vergütung f. (18. Jh.). begütert Adj. ‘mit Gütern, Reichtum ausgestattet, reich, wohlhabend’ (16. Jh.). gütig Adj. ‘voller Güte, hilfreich und verzeihend’, mhd. güetec. begütigen Vb. ‘gut zureden, besänftigen, beschwichtigen’ (15. Jh.). gütlich Adj. ‘in gutem Einvernehmen, ohne Streit, friedlich’, ahd. guotlīh ‘gut, heilbringend, segensreich’ (8. Jh.), mhd. guotlich, güetlich ‘gut, gütig, freundlich’. Gutachten n. ‘ausführlich begründete Stellungnahme eines Sachverständigen’ (Anfang 16. Jh.), substantivierte Zusammenrückung aus etw. für gut achten. Gutdünken n. ‘eigenes, persönliches Ermessen’, spätmhd. guotdunken, Substantivbildung aus Verbindungen wie eʒ dunket mich guot. Guthaben n. ‘worauf man Anspruch hat, zur Verfügung stehendes (gespartes) Geld, geldliche Forderung an jmdn.’ (um 1800), Substantivierung aus etw. gut haben (heute guthaben) ‘etw. zu fordern haben’. gutheißen Vb. ‘für gut befinden, billigen’ (16. Jh.), Zusammenrückung aus etw. gut heißen. gutmütig Adj. ‘von guter Gemütsart, nicht streitsüchtig, leicht zu beeindrucken, mitleidig’ (15. Jh.). Gutschein m. ‘Schein über ein Guthaben in Waren oder Geld’ (19. Jh.), Verdeutschung für ↗Bon (s. d.). gutwillig Adj. ‘guten Willen zeigend, gefügig’, ahd. guotwillīg (um 1000), mhd. guotwillic.

Thesaurus

Synonymgruppe
Erspartes · Guthaben · ↗Reichtum · ↗Vermögen · ↗Wohlstand
Assoziationen
Synonymgruppe
Guthaben · ↗Gutschrift · ↗Haben
Assoziationen
Synonymgruppe
(im) Haben · ↗(im) Plus · ↗Aktivposten · Guthaben · auf der Habenseite · positiver Saldo

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitszeitkonten Auszahlung Beschlagnahme Einfrieren Einfrierung Freigabe Girokonten Kleinsparer Konten Sparbuch Sparer Sparkonten Tagesgeldkonten Verzinsung abtelefoniert angesammelt angesammelten angespart angesparten aufgebraucht blockierten eingefroren eingefrorenen gesperrten iranischen konvertiblen unterhaltenen verzinst vorausbezahltem

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Guthaben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer oft zum Arzt geht, muss entsprechend viel von dem Guthaben zurückzahlen.
Der Tagesspiegel, 05.12.2002
Das sind die Guthaben, die in Ihrer Zeit entstanden sind.
Süddeutsche Zeitung, 13.08.2002
Über die bestehenden Guthaben können jedoch die Inhaber weiterhin verfügen.
Zimmermann, Hartmut (Hg.): DDR-Handbuch - I. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1985], S. 23092
Sie strotzte, da er sein Guthaben bei der Bank behoben hatte, von angesehenen Noten.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 175
Sie machten in Summen etwas mehr aus als das Guthaben.
Salomon, Ernst von: Der Fragebogen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1951], S. 384
Zitationshilfe
„Guthaben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Guthaben>, abgerufen am 23.05.2018.

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