Höhle, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Höhle · Nominativ Plural: Höhlen
Aussprache
WorttrennungHöh-le
Wortbildung mit ›Höhle‹ als Erstglied: ↗Höhlenbewohner · ↗Höhlenbrüter · ↗Höhlenbär · ↗Höhleneingang · ↗Höhlengewässer · ↗Höhlengleichnis · ↗Höhlenkloster · ↗Höhlenkunde · ↗Höhlenlöwe · ↗Höhlenmalerei · ↗Höhlenmensch · ↗Höhlenzeichnung · ↗höhlenartig
 ·  mit ›Höhle‹ als Letztglied: ↗Bauchhöhle · ↗Beckenhöhle · ↗Berghöhle · ↗Bärenhöhle · ↗Dachshöhle · ↗Diebeshöhle · ↗Drachenhöhle · ↗Eishöhle · ↗Erdhöhle · ↗Felsenhöhle · ↗Felshöhle · ↗Fensterhöhle · ↗Fuchshöhle · ↗Karsthöhle · ↗Kieferhöhle · ↗Lasterhöhle · ↗Mundhöhle · ↗Nasenhöhle · ↗Nebenhöhle · ↗Nisthöhle · ↗Opiumhöhle · ↗Räuberhöhle · ↗Schneehöhle · ↗Stirnhöhle · ↗Tropfsteinhöhle · ↗Verbrecherhöhle · ↗Wohnhöhle · ↗Wolfshöhle
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
großer, hohler, unausgefüllter Raum in der Erde oder zwischen Felsen
a)
Beispiele:
eine große, enge, dunkle, feuchte, tiefe, unterirdische Höhle
in eine Höhle kriechen
den Eingang einer Höhle (im Felsen) entdecken
die Kinder bauten sich [Dativ] eine Höhle
die Wand des Steilufers hat viele Höhlen
die Steinzeitmenschen lebten in Höhlen, legten ihre Höhlen in Felsgebieten an
die Wände der Höhlen waren oft mit Zeichnungen bedeckt
b)
Behausung von Säugetieren, Bau
Beispiele:
das Raubtier saß in seiner Höhle, verließ seine Höhle, kroch, schlüpfte aus seiner Höhle
der Bär tappte aus seiner Höhle hervor, hielt in seiner Höhle Winterschlaf
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlichsich in die Höhle das Löwen begeben, wagen (= beherzt, unerschrocken eine gefürchtete Person aufsuchen)
2.
abwertend, übertragen schlechter, armseliger Wohnraum
Beispiele:
in den Großstädten wohnten die armen Leute einst in elenden Höhlen
an geöffneten Ziegenställen und allen Arten schmutziger, fensterloser, kellerartiger Höhlen vorüber [G. Hauptm.Ketzer4,91]
3.
Vertiefung, in der das Auge liegt, Augenhöhle
Grammatik: meist im Plural
Beispiele:
seine Augen lagen tief in ihren Höhlen, leuchteten aus tiefen Höhlen
er lauschte, starrte so angestrengt, dass die Augen fast aus den Höhlen traten, sprangen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hohl · Höhle · Höhlung · hohläugig · Hohlspiegel · Hohlweg
hohl Adj. ‘innen nicht ausgefüllt, leer, nach innen gekrümmt, konkav, dumpf klingend, ohne inneren Gehalt’. Die Herkunft des germ. Adjektivs ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. mnl. nl. aengl. hol (vgl. sustantiviertes engl. hole ‘Loch, Grube, Höhle’), anord. holr (germ. *hula-) ist nicht geklärt. Falls sich aind. kulyam ‘Aufbewahrungsort für die Knochen eines verbrannten Leichnams’, kulyā́ ‘Bach, Graben, Kanal’, kúlam ‘Geschlecht, Sippe, Menge, Herde’, mahā-kulá- ‘eine große Höhlung habend’ und griech. kaulós (καυλός) ‘Stengel, Federkiel, Schaft’, lat. caulis (vlat. cōlis) ‘Stengel, Stiel, Strunk, Kohl’ (s. ↗Kohl), mir. cuaille ‘Pfahl’, lit. káulas ‘Knochen, Bein, Kern im Steinobst’, lett. kauls ‘Knochen, Stengel, Kern, Schale’, apreuß. kaulan ‘Knochen, Bein’ vergleichen lassen, kann von ie. *kaul-, *kul- ‘hohl, Hohlstengel, Röhrenknochen’ ausgegangen werden. Höhle f. ‘Hohlraum in der Erde, im Felsen, Tierbehausung’, ahd. holī (8. Jh.), hulī (9. Jh.), mhd. höl(e), hüle; Abstraktbildung zum Adj. Höhlung f. ‘ausgehöhlte Stelle, Vertiefung, Einbuchtung’, frühnhd. holung (15. Jh.), Abstraktum zu seltenem höhlen ‘hohl machen’, mhd. höln, vgl. ahd. holōn (10. Jh.), mhd. holn, got. ushulōn ‘aushöhlen’; heute meist aushöhlen (15. Jh.). hohläugig Adj. ‘mit tiefliegenden Augen’ (16. Jh.). Hohlspiegel m. ‘Spiegel mit nach innen gewölbter Oberfläche’ (18. Jh.). Hohlweg m. ‘Weg durch einen Geländeeinschnitt’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Aushöhlung · ↗Bau · ↗Hohlraum · Höhle · ↗Höhlung
Unterbegriffe
Assoziationen
Geologie
Synonymgruppe
Gewölbe · ↗Grotte · ↗Gruft · Höhle
Unterbegriffe
  • Lourdesgrotte · Mariengrotte

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bunker Drache Eingang Fels Felswand Grotte Höhle Lade Löwe Nische Schlucht Stolle Tunnel Wasserfall dunkel entdeckt finster geheimnisvoll geräumig graben hausen hinabsteigen kriechen platonisch prähistorisch quellen schützend unterirdisch verkriechen verstecken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Höhle‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er hatte sich aus Decken eine Art Höhle gemacht, er lag allein, gegen die Nachbarn abgedeckt, auf seinem Bett.
Salomon, Ernst von: Der Fragebogen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1951], S. 1027
Ihre Augen lagen groß in den Höhlen, ihr Kinn war hart geworden.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 156
Etwa sieben Meter über ihm war die Decke der Höhle.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 167
Kurz danach muß der junge Mann in der Höhle elend gestorben sein.
Süddeutsche Zeitung, 17.11.1998
Andererseits waren Höhlen besiedelt, in denen auch die Toten bestattet wurden.
o. A.: Lexikon der Kunst - C. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 9025
Zitationshilfe
„Höhle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Höhle>, abgerufen am 14.11.2019.

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