Hümpel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hümpels · Nominativ Plural: Hümpel
Aussprache 
Worttrennung Hüm-pel (computergeneriert)
eWDG, 1969

Bedeutung

landschaftlich, besonders norddeutsch, umgangssprachlich Haufen, Anhäufung, Menge
Beispiele:
ein Hümpel Erde, Steine, Dreck
ein Hümpel Pilze
ein Hümpel (= viele) Leute, Kinder
in Hümpeln (= Gruppen) stehen
auf einem Hümpel (= beisammen) sitzen
Und gerade gegenüber ... ist ein Hümpel Bäume, fünf oder sechs [FalladaKleiner Mann44]
dann müssen sie doch alle auf einen Hümpel (= alle auf einmal) kommen [KlugeKortüm280]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Humpen · Humpe · Hümpel · Bierhumpen
Humpen m. bis ins 18. Jh. vorwiegend Humpe f. ‘großes Trinkgefäß’ (meist mit Griff und Deckel), zuerst omd. (2. Hälfte 16. Jh.), wohl durch die Studentensprache verbreitet. Mit mnd. hümpel ‘Häuflein’, nd. Hump, Humpe ‘Teil, Stück, Ecke’, nl. homp ‘Klumpen’, engl. hump ‘Buckel, Höcker’, norw. hump ‘Hügel’ und vielleicht aind. kumbháḥ ‘Topf, Krug’, griech. kýmbē (κύμβη) ‘Trinkgefäß, Schale, Becken’ (wenn nicht Wanderwort), mir. comm ‘Gefäß’ auf eine nasalierte Erweiterung ie. *kumb(h)- der Wurzel ie. *keu-, *keu̯ə- ‘biegen, Wölbung, Höhlung’ (s. ↗Haufen) zurückgehend? Das Deminutivum mnd. hümpel ‘Häufchen’ (s. oben) wird ins Hd. (18. Jh.) aufgenommen Hümpel m. nordd. ‘Haufen, aufgeschüttete Menge’ (Adelung), dann auch ‘Trinkgefäß’. Bierhumpen m. (2. Hälfte 17. Jh.), Bierhumpe f. (Mitte 17. Jh.).

Verwendungsbeispiel für ›Hümpel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es war nicht mehr weißer Winterschnee, es waren nur kleine weißgraue Hümpel im vorjährigen Gras.
Die Zeit, 11.02.1946, Nr. 06
Zitationshilfe
„Hümpel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/H%C3%BCmpel>, abgerufen am 01.06.2020.

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