Hüne, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hünen · Nominativ Plural: Hünen
Aussprache
WorttrennungHü-ne (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Hüne‹ als Erstglied: ↗Hünenbett · ↗Hünengestalt · ↗Hünengrab · ↗Hünenkraft · ↗hünenhaft
eWDG, 1969

Bedeutung

sehr großer und starker Mann, Riese
Beispiele:
er war ein Hüne an Gestalt
dieser Hüne von Mann, Mensch
ihr Mann ist ein (wahrer) Hüne
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hüne · Hünengrab · hünenhaft
Hüne m. ‘Riese, großer, starker, breitschultriger Mann’. Nd. Hüne gelangt von der 1. Hälfte des 17. Jhs. an durch nordd. Schriftsteller (Micraelius, Bürger, Voß) in die Literatursprache und gewinnt danach an Verbreitung (Wieland). Mnd. hǖne ‘Riese’, Plur. ‘östliches, nichtchristliches Volk, Hunnen, Ungarn’, beruht wie ahd. hūn, mhd. hiune, (md.) hūne ‘Angehöriger eines östlichen Volkes, Hunne, Ungar’, auch (13. Jh.) ‘Riese’, frühnhd. heune (15. Jh.), asächs. hūn, spätlat. (Plur.) Hūn(n)ī, griech. (Plur.) Ū́nnoi, Chū́noi (Οὔννοι, Χοῦνοι) auf dem einheimischen Namen des innerasiatischen nomadisierenden Turkvolkes, das nach der Zerschlagung des ostgotischen Reiches (375) in der Theißebene ein Großreich bildet. Hünengrab n. volkstümliche Bezeichnung für ‘Großsteingrab’ (16. Jh.), zuvor in obd. Orts- bzw. Flurnamen wie ze Hiunengrebern, an Hiunengreber weg (14./15. Jh.). hünenhaft Adj. ‘groß und von breiter, kräftiger Statur’ (19. Jh.).

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
(ein) Trumm von einem Mann · ↗Goliath · ↗Hünengestalt · ↗Koloss · ↗Riesenkerl · Zweimetermann  ●  ↗Riese  Hauptform · (eine) XXL-Ausgabe  ugs., scherzhaft · ↗(so eine) Kante (mit Geste)  ugs. · ↗Bulle  ugs. · Kerl wie ein Baum  ugs. · ↗Kleiderschrank  ugs., fig. · ↗Schrank  ugs., fig. · wenn (d)er im Türrahmen steht, wird es dunkel  ugs., Spruch
Oberbegriffe
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abwehr Anzug Bart Gestalt Haar Kilogramm Metern Nase Schultern Schädel blauäugige blonde braungebrannte breitschultrige bärtige dunkelhäutige freundliche glatzköpfiger hagerer muskelbepackte rotblonde schnauzbärtige schwarze schwedischen schüchterne sensible ukrainischen vollbärtige wahrer wirkenden

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DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Zusammenarbeit funktioniert nicht, die beiden Hünen sind spielerisch zu ähnlich.
Die Welt, 30.10.1999
Aber der Hüne verstand sich an den Wänden festzuhalten, er blieb oben.
Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 334
Der rotblonde Hüne, der mich eben begrüßt hatte, nickte erfreut.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1326
Der Hüne hielt sich bisher immer für durchsetzungsfähig und verbissen im positiven Sinn.
Der Tagesspiegel, 20.08.2003
Bedächtig hockte der Hüne auf der Bank und wärmte die Knochen in der Sonne.
Winckler, Josef: Der tolle Bomberg, Rudolstadt: Greifenverl. [1956] [1922], S. 208
Zitationshilfe
„Hüne“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hüne>, abgerufen am 17.10.2017.

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