Hüne, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hünen · Nominativ Plural: Hünen
Aussprache  [ˈhyːnə]
Worttrennung Hü-ne
Wortbildung  mit ›Hüne‹ als Erstglied: Hünenbett · Hünengestalt · Hünengrab · Hünenkraft · Hünenweib · hünenhaft
eWDG

Bedeutung

sehr großer und starker Mann, Riese
Beispiele:
er war ein Hüne an Gestalt
dieser Hüne von Mann, Mensch
ihr Mann ist ein (wahrer) Hüne
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hüne · Hünengrab · hünenhaft
Hüne m. ‘Riese, großer, starker, breitschultriger Mann’. Nd. Hüne gelangt von der 1. Hälfte des 17. Jhs. an durch nordd. Schriftsteller (Micraelius, Bürger, Voß) in die Literatursprache und gewinnt danach an Verbreitung (Wieland). Mnd. hǖne ‘Riese’, Plur. ‘östliches, nichtchristliches Volk, Hunnen, Ungarn’, beruht wie ahd. hūn, mhd. hiune, (md.) hūne ‘Angehöriger eines östlichen Volkes, Hunne, Ungar’, auch (13. Jh.) ‘Riese’, frühnhd. heune (15. Jh.), asächs. hūn, spätlat. (Plur.) Hūn(n)ī, griech. (Plur.) Ū́nnoi, Chū́noi (Οὔννοι, Χοῦνοι) auf dem einheimischen Namen des innerasiatischen nomadisierenden Turkvolkes, das nach der Zerschlagung des ostgotischen Reiches (375) in der Theißebene ein Großreich bildet. Hünengrab n. volkstümliche Bezeichnung für ‘Großsteingrab’ (16. Jh.), zuvor in obd. Orts- bzw. Flurnamen wie ze Hiunengrebern, an Hiunengreber weg (14./15. Jh.). hünenhaft Adj. ‘groß und von breiter, kräftiger Statur’ (19. Jh.).

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
(ein) Trumm von einem Mann · Goliath · Hüne · Hünengestalt · Koloss · Riesenkerl · Zweimetermann  ●  Riese  Hauptform · (eine) XXL-Ausgabe  ugs., scherzhaft · (so eine) Kante (mit Geste)  ugs. · Bulle  ugs. · Kerl wie ein Baum  ugs. · Kleiderschrank  ugs., fig. · Schrank  ugs., fig. · wenn (d)er im Türrahmen steht, wird es dunkel  ugs., Spruch
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Hüne‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hüne‹.

Verwendungsbeispiele für ›Hüne‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber der Hüne verstand sich an den Wänden festzuhalten, er blieb oben. [Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 334]
Der rotblonde Hüne, der mich eben begrüßt hatte, nickte erfreut. [Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1326]
Dabei war dieser Hüne vor 30 Jahren noch ein Teenager wie jeder andere. [Die Zeit, 18.03.2013, Nr. 11]
Entwürdigen wollte er sich nicht lassen von diesem Hünen neben ihm, das machte jeder Satz deutlich. [Die Zeit, 19.02.1990, Nr. 08]
Dann zerschlug der schweigsame Hüne in hilfloser Wut das Geschirr. [Süddeutsche Zeitung, 22.03.2000]
Zitationshilfe
„Hüne“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/H%C3%BCne>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Hündlein
Hündin
Hündchen
Hümpel
Hülsenfrüchtler
Hünenbett
Hünengestalt
Hünengrab
Hünenhaftigkeit
Hünenkraft