Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Hütte, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Hütte · Nominativ Plural: Hütten
Aussprache 
Worttrennung Hüt-te
eWDG

Bedeutungen

1.
kleines, mit einfachen Mitteln gebautes, meist ärmliches Haus, das oft nur vorübergehend als Unterkunft dient
Beispiele:
eine niedrige, enge, kleine, schlechte, ärmliche, windschiefe, gemauerte, strohgedeckte Hütte
ein zerfallendes, wackliges Hüttchen
eine Hütte aus Holz, Stein, Lehm
die Hütte des Fischers, Fährmanns, Senners
die Wintersportler übernachteten in einer Hütte in den Bergen
eine Hütte bauen, aufrichten
in einer Hütte Unterschlupf suchen
während die Armen einst in Hütten lebten, bauten sich [Dativ] die Reichen Paläste
die weißen Hütten mit Wellblech [ FrischHomo faber191]
Raum ist in der kleinsten Hütte / Für ein glücklich liebend Paar [ Schiller1,42]
umgangssprachlich, bildlich
Beispiele:
hier lasst uns Hütten bauen! (= lasst uns bleiben!)
weil es ihm bedünken mochte, hier sei's gut Hütten bauen (= es sei angenehm, sich hier aufzuhalten) [ H. KurzSonnenwirt114]
2.
Seemannssprache hinterer Decksaufbau
Beispiel:
der größte Teil der Schiffsbesatzung war in der Hütte untergebracht
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hütte · Glashütte · Hüttenwerk · verhütten · Verhüttung
Hütte f. ‘einfaches kleines Haus, Anlage zur Metallgewinnung’. Das ursprünglich nur hd. Substantiv ahd. hutta ‘Schuppen, Laube, kleines Haus’ (9. Jh.), mhd. hütte ‘kleines Haus, Zelt, Verkaufsbude’, bergmannssprachlich auch ‘Gebäude zum Schmelzen von Erz’ stellt sich mit den unter Haut und Hode (s. d.) aufgeführten Formen und vielleicht auch (bei Nasalierung des Wurzelvokals) mit apreuß. pokūnst ‘behüten’, pakūnst ‘bewahren’, aslaw. sъkǫtati ‘niederhalten, beruhigen, stillen’, russ. kútat’ (кутать) ‘einhüllen, verhüllen’ zu ie. *(s)keut-, einer Dentalerweiterung der Wurzel ie. *(s)keu-, *(s)keu̯ə-, *(s)kū- ‘bedecken, umhüllen’ (s. Scheune und mit s-Erweiterung Haus). Auszugehen ist wohl von einer Grundbedeutung ‘bedeckter Schutzort’. Aus dem Hd. stammen mnd. hütte, mnl. hutte, huette, nl. hut (woraus schwed. hytta) sowie afrz. hute, frz. hutte (woraus engl. hut). Glashütte f. mhd. glas(e)hütte; danach Sennhütte (16. Jh.), Hundehütte (17. Jh.), Eisenhütte (18. Jh.), Bauhütte (1. Hälfte 19. Jh.). Hüttenwerk n. (19. Jh.). verhütten Vb. und Verhüttung f. (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Hütte‹ (berechnet)

Alpenclub Alpenverein Eingeborene Indio Kleingartenanlage abgelegen armselig bauen baufällig bewirtschaftet brennen dillinger elend errichtet gebaut ilsedeer niederrheinisch primitiv ravensteiner rocken schäbig selbstgebaut strohgedeckt tölzer urig verfallen verlassen völklingener windschief ärmlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hütte‹.

Verwendungsbeispiele für ›Hütte‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Raum ist in der kleinsten Hütte für einer netten Gäste Schar! [Meißner, Hans-Otto: Man benimmt sich wieder, Giessen: Brühl 1950, S. 89]
Man mußte sie aus den Wagen hervorziehen wie kranke Hunde aus den Hütten. [Bodenreuth, Friedrich [d.i. Jaksch, Friedrich]: Alle Wasser Böhmens fließen nach Deutschland, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1938 [1937], S. 160]
Die Hütten der älteren Phase scheinen um einen freien Platz locker angelegt zu sein. [o. A.: Lexikon der Kunst - B. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 7932]
Es ist zwar neu, doch die winzige Hütte wirkt noch viel älter als die beiden anderen. [Die Zeit, 13.01.2000, Nr. 3]
Eine Hütte auf dem Land wollen sie sich eigentlich gar nicht erst ansehen, aber dann gefällt sie ihnen doch. [Die Zeit, 22.07.1999, Nr. 30]
Zitationshilfe
„Hütte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/H%C3%BCtte#1>.

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Hütte, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Hütte · Nominativ Plural: Hütten
Aussprache 
Worttrennung Hüt-te (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Hütte‹ als Erstglied: Hüttenarbeiter · Hüttenbims · Hüttenindustrie · Hütteningenieur · Hüttenkoks · Hüttenkombinat · Hüttenkunde · Hüttenmann · Hüttenrauch · Hüttenwerk · Hüttenwerker · Hüttenwesen · hüttenfähig
 ·  mit ›Hütte‹ als Letztglied: Bleihütte · Eisenhütte · Glashütte · Kupferhütte · Messinghütte · Schmelzhütte · Silberhütte · Zinnhütte
eWDG

Bedeutung

Betrieb zur Gewinnung von Metallen aus Erzen, zur Herstellung von Glas
Beispiele:
die Hütte liefert Roheisen zur Weiterverarbeitung
das Erz wird in den Hütten aufbereitet
die Schornsteine vieler Hütten
rauchende Hütten
die Arbeit des Glasbläsers, der […] aus den Stücken, die ihm der Glasmacher aus der Hütte angeliefert hat, kleine und große Geräte herstellt [ Wissenschaft und Fortschritt1957]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hütte · Glashütte · Hüttenwerk · verhütten · Verhüttung
Hütte f. ‘einfaches kleines Haus, Anlage zur Metallgewinnung’. Das ursprünglich nur hd. Substantiv ahd. hutta ‘Schuppen, Laube, kleines Haus’ (9. Jh.), mhd. hütte ‘kleines Haus, Zelt, Verkaufsbude’, bergmannssprachlich auch ‘Gebäude zum Schmelzen von Erz’ stellt sich mit den unter Haut und Hode (s. d.) aufgeführten Formen und vielleicht auch (bei Nasalierung des Wurzelvokals) mit apreuß. pokūnst ‘behüten’, pakūnst ‘bewahren’, aslaw. sъkǫtati ‘niederhalten, beruhigen, stillen’, russ. kútat’ (кутать) ‘einhüllen, verhüllen’ zu ie. *(s)keut-, einer Dentalerweiterung der Wurzel ie. *(s)keu-, *(s)keu̯ə-, *(s)kū- ‘bedecken, umhüllen’ (s. Scheune und mit s-Erweiterung Haus). Auszugehen ist wohl von einer Grundbedeutung ‘bedeckter Schutzort’. Aus dem Hd. stammen mnd. hütte, mnl. hutte, huette, nl. hut (woraus schwed. hytta) sowie afrz. hute, frz. hutte (woraus engl. hut). Glashütte f. mhd. glas(e)hütte; danach Sennhütte (16. Jh.), Hundehütte (17. Jh.), Eisenhütte (18. Jh.), Bauhütte (1. Hälfte 19. Jh.). Hüttenwerk n. (19. Jh.). verhütten Vb. und Verhüttung f. (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Hütte‹ (berechnet)

Alpenclub Alpenverein Eingeborene Indio Kleingartenanlage abgelegen armselig bauen baufällig bewirtschaftet brennen dillinger elend errichtet gebaut ilsedeer niederrheinisch primitiv ravensteiner rocken schäbig selbstgebaut strohgedeckt tölzer urig verfallen verlassen völklingener windschief ärmlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hütte‹.

Verwendungsbeispiele für ›Hütte‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Raum ist in der kleinsten Hütte für einer netten Gäste Schar! [Meißner, Hans-Otto: Man benimmt sich wieder, Giessen: Brühl 1950, S. 89]
Man mußte sie aus den Wagen hervorziehen wie kranke Hunde aus den Hütten. [Bodenreuth, Friedrich [d.i. Jaksch, Friedrich]: Alle Wasser Böhmens fließen nach Deutschland, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1938 [1937], S. 160]
Die Hütten der älteren Phase scheinen um einen freien Platz locker angelegt zu sein. [o. A.: Lexikon der Kunst - B. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 7932]
Es ist zwar neu, doch die winzige Hütte wirkt noch viel älter als die beiden anderen. [Die Zeit, 13.01.2000, Nr. 3]
Eine Hütte auf dem Land wollen sie sich eigentlich gar nicht erst ansehen, aber dann gefällt sie ihnen doch. [Die Zeit, 22.07.1999, Nr. 30]
Zitationshilfe
„Hütte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/H%C3%BCtte#2>.

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