Haarspalterei, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Haarspalterei · Nominativ Plural: Haarspaltereien
Aussprache 
Worttrennung Haar-spal-te-rei
Grundform Haarspalter
eWDG und ZDL

Bedeutung

abwertend Spitzfindigkeit, WortspaltereiWDG
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: semantische, juristische, theoretische, ideologische HaarspaltereiZDL
Beispiele:
Während hier komplizierte Täter‑Opfer‑Argumentationen in Sackgassen führen und öde Haarspaltereien zum Feminismus‑Begriff betrieben werden, haben sich amerikanische Frauen auf eine politische Bewegung und einen greifbaren Aktivismus geeinigt. [Die Welt, 12.12.2017]ZDL
Die Nazis waren außerdem voller Bewunderung dafür, dass die pragmatischen Amerikaner sich nicht lange mit juristischen Haarspaltereien aufhielten. [Die Welt, 11.03.2017]ZDL
Vielleicht fragen Sie sich, ob es nicht Haarspalterei ist, auf ein einzelnes Wort zu schauen. [TelefonArt, 03.10.2016, aufgerufen am 16.09.2018]ZDL
Vor Haarspaltereien war das Hauptthema, nämlich die Abrüstung selbst, bald nicht mehr zu sehen [ PutlitzUnterwegs147]

letzte Änderung:

Zum Originalartikel des WDG gelangen Sie hier.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Haar · haaren · haarig · haarscharf · Haarspalterei
Haar n. beim Menschen und bei den meisten Säugetieren auf der Haut wachsendes fadenförmiges, biegsames Horngebilde, Gesamtheit der Haare auf dem Kopf des Menschen, ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. hār, mnl. haer, nl. haar, aengl. hǣr, hēr, engl. hair, anord. hār, schwed. hår (germ. *hēra-), Herkunft ungewiß. Man versucht, die germ. Formen als dehnstufige Bildungen mit lit. šerỹs ‘Borste, (Tier)haar’, aruss. sьrstь, serestь ‘Wollstoff’, russ. šerst’ (шерсть) ‘Wolle’ zu verbinden und an die Wurzel ie. *k̑er(s)- ‘Borste, steifes Haar; starren, rauh und kratzig sein’ anzuschließen. haaren Vb. ‘Haare verlieren’, frühnhd. haren ‘die Haare ausraufen’ (Anfang 16. Jh.). haarig Adj. ‘behaart’, älter auch (da starker Haarwuchs als Zeichen der Kraft und Stärke gilt) ‘stark, kräftig, ungeheuerlich, Kraft erfordernd’ (15. Jh.). haarscharf Adj. ‘sehr scharf, genau’ (18. Jh.). Haarspalterei f. ‘Spitzfindigkeit’ (19. Jh.); vgl. in vier teil ein härlin spalten (16. Jh.).

Thesaurus

Linguistik/Sprache, Psychologie
Synonymgruppe
Silbenstecherei · ↗Spitzfindigkeit · ↗Wortklauberei  ●  Haarspalterei  fig. · ↗Erbsenzählerei  ugs., fig. · ↗Finesse  geh., franz. · ↗Fliegenbeinzählerei  ugs., fig. · ↗Kasuistik  geh. · ↗Korinthenkackerei  derb · ↗Paralogistik  geh., griechisch · ↗Rabulistik  geh., lat. · ↗Sophisterei  geh., griechisch · ↗Sophistik  geh., abwertend, bildungssprachlich · Wortverdreherei  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Haarspalterei‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Haarspalterei‹.

Zitationshilfe
„Haarspalterei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Haarspalterei>, abgerufen am 07.03.2021.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Haarspalter
Haarsieb
Haarseite
Haarschwund
Haarschuppe
haarspalterisch
Haarspange
Haarspitze
Haarspitzenkatarrh
Haarspray