Haarspalterei, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Haarspalterei · Nominativ Plural: Haarspaltereien
Aussprache
WorttrennungHaar-spal-te-rei
GrundformHaarspalter
eWDG, 1969 und ZDL, 2019

Bedeutung

abwertend Spitzfindigkeit, WortspaltereiQuelle: WDG, 1969
Beispiele:
Während hier komplizierte Täter-Opfer-Argumentationen in Sackgassen führen und öde Haarspaltereien zum Feminismus-Begriff betrieben werden, haben sich amerikanische Frauen auf eine politische Bewegung und einen greifbaren Aktivismus geeinigt. [Die Welt, 12.12.2017]Quelle: ZDL, 2019
Die Nazis waren außerdem voller Bewunderung dafür, dass die pragmatischen Amerikaner sich nicht lange mit juristischen Haarspaltereien aufhielten. [Die Welt, 11.03.2017]Quelle: ZDL, 2019
Vielleicht fragen Sie sich, ob es nicht Haarspalterei ist, auf ein einzelnes Wort zu schauen. [TelefonArt, 03.10.2016, aufgerufen am 16.09.2018]Quelle: ZDL, 2019
Vor Haarspaltereien war das Hauptthema, nämlich die Abrüstung selbst, bald nicht mehr zu sehen [PutlitzUnterwegs147]
Kollokation:
mit Adjektivattribut: semantische, juristische, theoretische, ideologische HaarspaltereiQuelle: ZDL, 2019

Den originalen WDG-Artikel können Sie hier anschauen.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Haar · haaren · haarig · haarscharf · Haarspalterei
Haar n. beim Menschen und bei den meisten Säugetieren auf der Haut wachsendes fadenförmiges, biegsames Horngebilde, Gesamtheit der Haare auf dem Kopf des Menschen, ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. hār, mnl. haer, nl. haar, aengl. hǣr, hēr, engl. hair, anord. hār, schwed. hår (germ. *hēra-), Herkunft ungewiß. Man versucht, die germ. Formen als dehnstufige Bildungen mit lit. šerỹs ‘Borste, (Tier)haar’, aruss. sьrstь, serestь ‘Wollstoff’, russ. šerst’ (шерсть) ‘Wolle’ zu verbinden und an die Wurzel ie. *k̑er(s)- ‘Borste, steifes Haar; starren, rauh und kratzig sein’ anzuschließen. haaren Vb. ‘Haare verlieren’, frühnhd. haren ‘die Haare ausraufen’ (Anfang 16. Jh.). haarig Adj. ‘behaart’, älter auch (da starker Haarwuchs als Zeichen der Kraft und Stärke gilt) ‘stark, kräftig, ungeheuerlich, Kraft erfordernd’ (15. Jh.). haarscharf Adj. ‘sehr scharf, genau’ (18. Jh.). Haarspalterei f. ‘Spitzfindigkeit’ (19. Jh.); vgl. in vier teil ein härlin spalten (16. Jh.).

Thesaurus

Linguistik/Sprache, Psychologie
Synonymgruppe
Silbenstecherei · ↗Spitzfindigkeit · ↗Wortklauberei  ●  Haarspalterei  fig. · ↗Erbsenzählerei  ugs., fig. · ↗Finesse  geh., franz. · ↗Fliegenbeinzählerei  ugs., fig. · ↗Kasuistik  geh. · ↗Korinthenkackerei  derb · ↗Paralogistik  geh., griechisch · ↗Rabulistik  geh., lat. · ↗Sophisterei  geh., griechisch · ↗Sophistik  geh., abwertend, bildungssprachlich · Wortverdreherei  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

betreiben einlassen ideologisch juristisch philosophisch semantisch theoretisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Haarspalterei‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das mag Haarspalterei sein, aber für mich ist es wichtig.
Die Zeit, 10.11.2013 (online)
Haarspalterei, die wahrscheinlich so lange weiter gehen wird, bis das Haar verschwunden ist.
Die Welt, 26.08.2002
Wer das für Haarspalterei hält, dem habe ich wirklich nichts zu sagen.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 32862
Diese Unterscheidung scheint für den ersten Anblick vielleicht eine Haarspalterei zu sein.
Lukács, Georg: Geschichte und Klassenbewußtsein, Neuwied u. a.: Leuchterhand 1970 [1923], S. 410
Sie muß sich freilich auf eine konkrete Lebenssituation beziehen und nicht zum Zwecke abstrakttheoretischer Haarspalterei gestellt sein.
o. A. [-ll-]: Fetwa. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1979]
Zitationshilfe
„Haarspalterei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Haarspalterei>, abgerufen am 14.12.2019.

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