Haarspalterei, die
GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Haarspalterei · Nominativ Plural: Haarspaltereien
Aussprache
WorttrennungHaar-spal-te-rei
Ableitung vonHaarspalter
eWDG, 1969

Bedeutung

abwertend Spitzfindigkeit, Wortspalterei
Beispiele:
was er in die Debatte warf, war juristische Haarspalterei
Vor Haarspaltereien war das Hauptthema, nämlich die Abrüstung selbst, bald nicht mehr zu sehen [PutlitzUnterwegs147]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Haar · haaren · haarig · haarscharf · Haarspalterei
Haar n. beim Menschen und bei den meisten Säugetieren auf der Haut wachsendes fadenförmiges, biegsames Horngebilde, Gesamtheit der Haare auf dem Kopf des Menschen, ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. hār, mnl. haer, nl. haar, aengl. hǣr, hēr, engl. hair, anord. hār, schwed. hår (germ. *hēra-), Herkunft ungewiß. Man versucht, die germ. Formen als dehnstufige Bildungen mit lit. šerỹs ‘Borste, (Tier)haar’, aruss. sьrstь, serestь ‘Wollstoff’, russ. šerst’ (шерсть) ‘Wolle’ zu verbinden und an die Wurzel ie. *k̑er(s)- ‘Borste, steifes Haar; starren, rauh und kratzig sein’ anzuschließen. haaren Vb. ‘Haare verlieren’, frühnhd. haren ‘die Haare ausraufen’ (Anfang 16. Jh.). haarig Adj. ‘behaart’, älter auch (da starker Haarwuchs als Zeichen der Kraft und Stärke gilt) ‘stark, kräftig, ungeheuerlich, Kraft erfordernd’ (15. Jh.). haarscharf Adj. ‘sehr scharf, genau’ (18. Jh.). Haarspalterei f. ‘Spitzfindigkeit’ (19. Jh.); vgl. in vier teil ein härlin spalten (16. Jh.).

Thesaurus

Linguistik/Sprache, Psychologie
Synonymgruppe
Spitzfindigkeit · ↗Wortklauberei  ●  ↗Erbsenzählerei  ugs., fig. · ↗Finesse  geh., franz. · ↗Fliegenbeinzählerei  ugs., fig. · ↗Kasuistik  geh. · ↗Korinthenkackerei  derb · ↗Paralogistik  geh., griechisch · ↗Rabulistik  geh., lat. · ↗Sophisterei  geh., griechisch · ↗Sophistik  geh., abwertend, bildungssprachlich · Wortverdreherei  ugs.
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

betreiben einlassen ideologischen juristische philosophische semantische theoretische

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Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das mag Haarspalterei sein, aber für mich ist es wichtig.
Die Zeit, 10.11.2013 (online)
Haarspalterei, die wahrscheinlich so lange weiter gehen wird, bis das Haar verschwunden ist.
Die Welt, 26.08.2002
Wer das für Haarspalterei hält, dem habe ich wirklich nichts zu sagen.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 32862
Diese Unterscheidung scheint für den ersten Anblick vielleicht eine Haarspalterei zu sein.
Lukács, Georg: Geschichte und Klassenbewußtsein, Neuwied u. a.: Leuchterhand 1970 [1923], S. 410
Sie muß sich freilich auf eine konkrete Lebenssituation beziehen und nicht zum Zwecke abstrakttheoretischer Haarspalterei gestellt sein.
o. A. [-ll-]: Fetwa. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1979]
Zitationshilfe
„Haarspalterei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Haarspalterei>, abgerufen am 21.11.2017.

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