Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Habe, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Habe · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Ha-be
Wortbildung  mit ›Habe‹ als Erstglied: habelos  ·  mit ›Habe‹ als Letztglied: Fahrhabe
Mehrwortausdrücke  Hab und Gut
eWDG

Bedeutung

gehoben Besitz
Beispiele:
seine (gesamte, ganze) Habe verlieren
die letzte Habe retten
Jura, veraltendfahrende, liegende Habe
Ein Mann verteilt seine Habe [ A. ZweigGrischa433]
Er besaß keine Habe [ PenzoldtErdenwurm146]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

haben · Habe · habhaft · Habseligkeit · Habsucht
haben Vb. ‘besitzen, sein eigen nennen’, ahd. habēn (8. Jh.), mhd. haben, hān ‘besitzen, (fest)halten’, anord. hafa ‘haben, anwenden, ergreifen, treffen’, schwed. ha(va), got. haban und (mit anderer Bildungsweise) asächs. hebbian, mnd. mnl. nl. hebben, aengl. habban, engl. to have stehen mit der resultativ-zuständlichen Bedeutung ‘halten, besitzen’ zu der unter heben (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *kap- ‘fassen’ (s. auch -haft, Haft1, Heft1). Dem oft behaupteten Zusammenhang mit semantisch übereinstimmendem lat. habēre ‘haben, halten’ unter einem Ansatz ie. *khab(h)- steht der Vergleich des Lat. mit anderen ie. Sprachen (einschließlich des Osk.-Umbr.) entgegen; Literaturangaben dazu bei Feist ³229 und Walde/Hofmann ³1, 630 f. Doch ist Einfluß von ie. *kap- auf die unter geben (s. d.) genannte Wurzel ie. *ghabh-, *ghab- und besonders *ghap- ‘fassen, nehmen’, zu der lat. habēre gehört, anzunehmen. Habe f. ‘Besitz, Gesamtheit dessen, was einem gehört’, ahd. haba ‘Griff, Henkel, Besitz, Eigenschaft’ (um 1000), mhd. habe. habhaft Adj. heute nur noch in der Wendung jmds., einer Sache habhaft werden ‘etw. erlangen, sich aneignen, jmdn. ergreifen’, frühnhd. habhaft ‘mit Besitz versehen, habend’ (15. Jh.). Habseligkeit f. meist Plur. ‘dürftiger Besitz’ (17. Jh.), im zweiten Wortbestandteil eine Weiterbildung (s. -selig) des unter -sal, -sel (s. d.) behandelten Suffixes. Habsucht f. ‘krankhafter Drang, Besitz und Vermögen zu erweitern’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Besitz · Besitzstand · Eigentum · Geld und Gut · Hab und Gut · Habe · Habseligkeiten · Vermögen  ●  Besitzung(en)  geh. · Siebensachen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Habe‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Habe‹.

Verwendungsbeispiele für ›Habe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das braucht man nicht in jener Welt, ist alles fahrend Habe. [Thoma, Hans: Im Winter des Lebens. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 24483]
Siehe, es ist niemandem beschieden, seine Habe mit sich zu nehmen. [Wilson, John A.: Ägypten. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 6101]
Er trug alle seine Habe in einem Sack auf dem Rücken. [Die Zeit, 25.11.1948, Nr. 48]
Mit Hilfe eines Schaffners trug der Herr den Rest der Habe zusammen. [Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 168]
Ich band meine Habe samt den Kindern auf einen Karren und zog dahin. [Christ, Lena: Erinnerungen einer Überflüssigen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 17079]
Zitationshilfe
„Habe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Habe>.

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