Habe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Habe · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungHa-be (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Habe‹ als Erstglied: ↗habelos
eWDG, 1969

Bedeutung

gehoben Besitz
Beispiele:
seine (gesamte, ganze) Habe verlieren
die letzte Habe retten
Jura, veraltend fahrende, liegende Habe
Ein Mann verteilt seine Habe [A. ZweigGrischa433]
Er besaß keine Habe [PenzoldtErdenwurm146]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

haben · Habe · habhaft · Habseligkeit · Habsucht
haben Vb. ‘besitzen, sein eigen nennen’, ahd. habēn (8. Jh.), mhd. haben, hān ‘besitzen, (fest)halten’, anord. hafa ‘haben, anwenden, ergreifen, treffen’, schwed. ha(va), got. haban und (mit anderer Bildungsweise) asächs. hebbian, mnd. mnl. nl. hebben, aengl. habban, engl. to have stehen mit der resultativ-zuständlichen Bedeutung ‘halten, besitzen’ zu der unter ↗heben (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *kap- ‘fassen’ (s. auch ↗-haft, ↗Haft, ↗Heft). Dem oft behaupteten Zusammenhang mit semantisch übereinstimmendem lat. habēre ‘haben, halten’ unter einem Ansatz ie. *khab(h)- steht der Vergleich des Lat. mit anderen ie. Sprachen (einschließlich des Osk.-Umbr.) entgegen; Literaturangaben dazu bei Feist ³229 und Walde/Hofmann ³1, 630 f. Doch ist Einfluß von ie. *kap- auf die unter ↗geben (s. d.) genannte Wurzel ie. *ghabh-, *ghab- und besonders *ghap- ‘fassen, nehmen’, zu der lat. habēre gehört, anzunehmen. Habe f. ‘Besitz, Gesamtheit dessen, was einem gehört’, ahd. haba ‘Griff, Henkel, Besitz, Eigenschaft’ (um 1000), mhd. habe. habhaft Adj. heute nur noch in der Wendung jmds., einer Sache habhaft werden ‘etw. erlangen, sich aneignen, jmdn. ergreifen’, frühnhd. habhaft ‘mit Besitz versehen, habend’ (15. Jh.). Habseligkeit f. meist Plur. ‘dürftiger Besitz’ (17. Jh.), im zweiten Wortbestandteil eine Weiterbildung (s. ↗-selig) des unter ↗-sal, ↗-sel (s. d.) behandelten Suffixes. Habsucht f. ‘krankhafter Drang, Besitz und Vermögen zu erweitern’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Besitz · ↗Besitzstand · ↗Eigentum · Geld und Gut · Hab und Gut · Habe · Habseligkeiten · ↗Vermögen  ●  ↗Besitzung(en)  geh. · ↗Siebensachen  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ermordete Koffer Mitnahme Plastiktüte Tüte Vieh Zurücklassung armselig bemächtigen berauben beweglich fahrend gerettet gesamt irdisch kärglich kümmerlich persönlich plündern rauben spärlich unbeweglich verblieben vermachen verpacken verstauen versteigern zurückgelassen zurücklassen zusammenpacken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Habe‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Habe ich denn so falsch gelegen in meiner instinktiven Abwehr gegen die DDR?
Die Welt, 26.07.2003
Hat sie das so ausgedrückt? Habe ich da etwas nicht mitbekommen?
Braun, Marcus: Hochzeitsvorbereitungen, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 89
Habe ich jetzt irgendwas über den Film verraten, über seine Handlung im eigentlichen Sinn?
Der Tagesspiegel, 23.11.1999
Habe Dein Päckchen mit viel Freude erhalten, es war gerade 8 Tage unterwegs.
Brief von Alois Scheuer an Friedchen Scheuer vom 11.06.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0079
Ich muß doch wissen, was Du für Schuhe brauchst. Habe schon ein Paar gekauft.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 13.04.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„Habe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Habe>, abgerufen am 20.03.2019.

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