Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Habit, das oder der

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Habits · Nominativ Plural: Habite
Nebenform süddeutsch, österreichisch Habit · Substantiv (Maskulinum)
Aussprache  [haˈbiːt] · [haˈbɪt] · [ˈhaːbɪt]
Worttrennung Ha-bit (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Habit‹ als Letztglied: Jagdhabit · Matrosenhabit · Morgenhabit · Mönchshabit · Ordenshabit
Herkunft aus habituskirchenlat ‘Ordenstracht’ < habituslat ‘äußere Erscheinung, Aussehen, Gestalt, Kleidung’ (Habitus)
eWDG

Bedeutung

Kleidung
a)
Ordenskleid, Amtstracht
Beispiele:
das Habit des Mönchs, Priesters
die Nonnen trugen ein braunes Habit
Der […] Betrachter trug befremdlicherweise Habit und Mantel eines Benediktiners [ TralowKepler352]
b)
veraltet vornehmer, feierlicher Anzug, festliche Kleidung
Beispiele:
scherzhafter war in seinem besten Habit gekommen
Es leuchtete ihr um so mehr ein, als die armen […] Tagelöhnersöhne auch keinen schwarzen Habit zu tragen pflegten [ G. KellerGr. Heinrich4,305]
Ich mußte […] an das schwarze Habit der venetianischen Handelsherren [denken] [ Th. Mann11,351]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Habitus · Habit
Habitus m. ‘Erscheinungsbild nach Aussehen und Verhalten’, seit dem 18. Jh. in der Medizin und bald darauf allgemein üblich, entsprechend lat. habitus ‘äußere Erscheinung, Aussehen, Gestalt, Kleidung, Zustand, Lage, Eigentümlichkeit’, das von lat. habēre (habitum) ‘haben, halten’, auch ‘an sich tragen’, abgeleitet ist. Vorher (16. Jh. bis 19. Jh.), dem Sprachgebrauch der scholastischen Philosophie folgend, im mlat. Sinne ‘Gewohnheit’, anfangs meist in lat. Flexion. Aus kirchenlat. habitus ‘Ordenstracht’ entlehnt spätmhd. abīt, habīt, das in nhd. Habit n. ‘Kleidung, Tracht’ erhalten ist.

Thesaurus

Psychologie
Synonymgruppe
Angewohnheit · Habit · Neigung  ●  Marotte  ugs. · Schrulle  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Habit · Ordensgewand · Ordenstracht
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Habit‹ (berechnet)

schwarz tragen weissen weiß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Habit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Habit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sein dunkler Habit sticht zwischen den Jeans und bunten Shirts der anderen Gäste heraus. [Die Zeit, 25.09.2006, Nr. 39]
Wenn er passiert ist, gehen die Smokings nicht mehr mit ihren Besitzern einher, sondern diese in ihrem Habit, von den Damen gar nicht zu reden. [Die Zeit, 14.07.1989, Nr. 29]
Die meisten fühlen sich schön, körperlich wohl und sogar ausgesprochen weiblich in dem Habit. [Süddeutsche Zeitung, 16.10.2004]
Das Kloster ist ja gerade dabei, sein Image schwer zu beschädigen, also sind wir ohne Habit vielleicht besser dran. [Der Tagesspiegel, 29.08.2004]
Diese vereinigten sich 1233 zu gemeinsamem Leben und nahmen 1240 die Augustinerregel und einen schwarzen Habit an. [Hofmeister, Ph.: Serviten. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 40729]
Zitationshilfe
„Habit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Habit>.

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