Habseligkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · wird meist im Plural verwendet
WorttrennungHab-se-lig-keit
eWDG, 1969

Bedeutung

Besitz von geringem Wert
Beispiele:
die letzten Habseligkeiten der Flüchtlinge
seine paar Habseligkeiten zusammennehmen
der Rucksack enthielt seine kümmerlichen Habseligkeiten
Er stand ohne alle und jede Habseligkeit mitten auf einem schönen Teppich [G. KellerKleider machen Leute6,308]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

haben · Habe · habhaft · Habseligkeit · Habsucht
haben Vb. ‘besitzen, sein eigen nennen’, ahd. habēn (8. Jh.), mhd. haben, hān ‘besitzen, (fest)halten’, anord. hafa ‘haben, anwenden, ergreifen, treffen’, schwed. ha(va), got. haban und (mit anderer Bildungsweise) asächs. hebbian, mnd. mnl. nl. hebben, aengl. habban, engl. to have stehen mit der resultativ-zuständlichen Bedeutung ‘halten, besitzen’ zu der unter ↗heben (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *kap- ‘fassen’ (s. auch ↗-haft, ↗Haft, ↗Heft). Dem oft behaupteten Zusammenhang mit semantisch übereinstimmendem lat. habēre ‘haben, halten’ unter einem Ansatz ie. *khab(h)- steht der Vergleich des Lat. mit anderen ie. Sprachen (einschließlich des Osk.-Umbr.) entgegen; Literaturangaben dazu bei Feist ³229 und Walde/Hofmann ³1, 630 f. Doch ist Einfluß von ie. *kap- auf die unter ↗geben (s. d.) genannte Wurzel ie. *ghabh-, *ghab- und besonders *ghap- ‘fassen, nehmen’, zu der lat. habēre gehört, anzunehmen. Habe f. ‘Besitz, Gesamtheit dessen, was einem gehört’, ahd. haba ‘Griff, Henkel, Besitz, Eigenschaft’ (um 1000), mhd. habe. habhaft Adj. heute nur noch in der Wendung jmds., einer Sache habhaft werden ‘etw. erlangen, sich aneignen, jmdn. ergreifen’, frühnhd. habhaft ‘mit Besitz versehen, habend’ (15. Jh.). Habseligkeit f. meist Plur. ‘dürftiger Besitz’ (17. Jh.), im zweiten Wortbestandteil eine Weiterbildung (s. ↗-selig) des unter ↗-sal, ↗-sel (s. d.) behandelten Suffixes. Habsucht f. ‘krankhafter Drang, Besitz und Vermögen zu erweitern’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bündel Einkaufswagen Koffer Plastiktüte Rucksack Trumm Tüte Zelt abtransportieren aufbewahren auspacken berauben brauchbar einsammeln gerettet herausholen packen persönlich schleppen sonstig stapeln stopfen verblieben verstauen versteigern verstreut verwahren zurücklassen zusammenpacken zusammenraffen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Habseligkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Niemals würden diese solche Habseligkeiten des Gedenkens fremden Händen anvertrauen.
Die Zeit, 03.02.2003, Nr. 05
Einen Haken hat jeder Spieler für seine Habseligkeiten, mehr Platz ist hier nicht.
Süddeutsche Zeitung, 05.07.2002
Vorn am Eingang wurden uns die wenigen Habseligkeiten zurückgegeben, welche sie uns den letzten Abend abgenommen hatten.
Corinth, Lovis: Selbstbiographie. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1926], S. 25865
Er war mit dem Preis einverstanden und kramte schon seine Habseligkeiten hervor.
Quenel, Maximilian: Wiedergeburt. In: Kesten, Hermann (Hg.) 24 neue deutsche Erzähler, Leipzig u. a.: Kiepenheuer 1983 [1929], S. 24
Das Kind bekommt eine eigene Hütte zugewiesen, die es mit seinen Habseligkeiten bezieht, und sorgt künftig für sich selbst.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 347
Zitationshilfe
„Habseligkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Habseligkeit>, abgerufen am 26.08.2019.

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