Hacke, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Hacke · Nominativ Plural: Hacken
Aussprache
WorttrennungHa-cke · Ha-cken
Wortbildung mit ›Hacke‹ als Letztglied: ↗Breithacke · ↗Eishacke · ↗Gartenhacke · ↗Guthacke · ↗Jätehacke · ↗Kartoffelhacke · ↗Kreuzhacke · ↗Platthacke · ↗Radehacke · ↗Rodehacke · ↗Schlaghacke · ↗Spitzhacke · ↗Stopfhacke · ↗Ziehhacke
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Gerät zur Erdbearbeitung und Bodenbearbeitung mit spitz oder flach zulaufendem Blatt aus Stahl und mit einem langen, hölzernen Stiel
Beispiel:
den Boden mit der Hacke auflockern, mit Hacke und Spaten bearbeiten
2.
Landwirtschaft Bearbeitung des Bodens mit 1, das Hacken
Beispiele:
die Hacke dient neben der Lockerung des Bodens auch der Unkrautbekämpfung
Wurzel- und Knollenfrüchte erfordern mehrere Hacken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hacke1 · Hacken
Hacke1 f. Hacken m. ‘Ferse’ (an Fuß und Strumpf), ‘Absatz’ (am Schuh), ahd. hacka ‘Ferse’ von Tieren (Hs. 12. Jh.), frühnhd. Hacken m., (westmd.) Hacke f. (15. Jh.), nd. Hacke, mnl. hac, hacke, nl. hak ‘Ferse’. Da das Wort nur in einem begrenzten kontinentalwestgerm. Gebiet bezeugt ist (nordd., omd., ostnl.; fehlend im heutigen Obd. wie auch im Mhd.), stellt man es am ehesten als Intensivform mit kk (wie ↗hacken, s. d.) zu dem unter ↗Haken (s. d.) dargestellten Substantiv und sieht darin, ausgehend von der Grundbedeutung ‘Krümmung’, den ‘gekrümmten, umgebogenen Teil des Fußes’ (vgl. de Vries Nl. 231).

hacken · Hacke2 · Hackbrett
hacken Vb. ‘mit der Hacke arbeiten, mit der Axt, dem Beil zerkleinern’, auch ‘mit der Ferse, der Hacke zerstoßen’. Das auf westgerm. Gebiet beschränkte Verb ahd. hackōn (11. Jh.), mnd. hakken, mhd. mnl. hacken, nl. hakken, aengl. -haccian, engl. to hack ist mit intensivierender Verdoppelung zu dem unter ↗Haken (s. d.) behandelten Substantiv gebildet (s. auch ↗Hacke), bedeutet also ‘mit einem hakenförmigen Werkzeug bearbeiten’. Aus dem Verb rückgebildet die Werkzeugbezeichnung Hacke2 f. mhd. hacke. Hackbrett n. ‘Brett zum Schneiden und Hacken von Speisen’ (15. Jh.), auch (scherzhaft vergleichend) ‘Saiteninstrument, das mit Hämmerchen geschlagen wird’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gartenhacke · Hacke
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Ferse · Hacke
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Axt · ↗Beil · ↗Hackbeil · ↗Hackebeil  ●  Hacke  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Absatz · ↗Schuhabsatz  ●  Hacke(n)  ugs. · Stöckel  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Außenrist Axt Ball Bayern-Tor Beil Blase Harke Machete Meißel Pflug Pickel Rechen Schaufel Schippe Schubkarre Sense Sohle Spaten Säge Zuspiel abrennen bugsieren freispielen kicken verdammt zusammengeschlagen zusammenklappen zusammenknallen zusammennehmen zusammenschlagen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hacke‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit dem Rücken zum Tor stehend schlenzte er den Ball mit der Hacke in das Tor.
Der Tagesspiegel, 19.06.2004
Die Frauen beackern die Felder weiter mit der Hacke, das moderne Gerät verrottet ungenutzt.
Die Zeit, 08.11.1996, Nr. 46
Beide begaben sich in der Nacht vor der zu dem Handel bestimmten, mit Hacke und Spaten versehen, auf den Berg.
Bismarck, Hedwig von: Erinnerungen aus dem Leben einer 95jährigen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 7207
Sie kam in die Stadt und kaufte eine kleine Hacke.
Müller, Herta: Herztier, Reinbek: Rowohlt 1994, S. 144
Er bückte sich, und manchmal bückte sich auf dem Feld nebenan eine Frau, die Hacke in der Hand, und schlug Steine aus der Erde.
Kuckart, Judith: Lenas Liebe, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 3
Zitationshilfe
„Hacke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hacke#1>, abgerufen am 19.11.2019.

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Hacke, die oder der

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Hacke · Nominativ Plural: Hacken
Nebenform Hacken · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hackens · Nominativ Plural: Hacken
WorttrennungHa-cke ● Ha-cken (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Hacke‹ als Erstglied: ↗Hacken-Ballen-Drehung · ↗Hackendorn · ↗Hackenschuh · ↗Hackentrick
 ·  mit ›Hacke‹ als Letztglied: ↗Hasenhacke
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
landschaftlich Ferse
Beispiele:
er hat sich [Dativ] an der rechten, linken Hacke, dem rechten, linken Hacken eine Blase gelaufen
mit diesen Schuhen laufe ich mir die Hacken wund, blutig
jmdm. aus Versehen auf die Hacken treten
übertragen
Grammatik: nur im Plural
umgangssprachlich (sich) an jmds. Hacken hängennicht von jmdm. weichen, jmdn. hartnäckig (unauffällig) verfolgen
Grammatik: in Verbindung mit »an«
Beispiel:
falls wirklich noch ein Verfolger an seinen Hacken hängt [FalladaJeder stirbt111]
jmdm. (dicht) auf den Hacken sein, sitzendicht hinter jmdm. sein, sitzen
Grammatik: in Verbindung mit »auf«
Beispiel:
Wie ein Spürhund ist die Regierung einem auf den Hacken [ViebigSchlafendes Heer78]
Grammatik: in Verbindung mit »von«
Beispiel:
er ist mir nicht von den Hacken gegangen, gewichen (= er hat mich fortwährend verfolgt, bedrängt, belästigt)
2.
norddeutsch Fersenteil des Strumpfes
Beispiele:
Strümpfe mit verstärkter Hacke/verstärktem Hacken und Spitze
der Strumpf hat ein Loch in der Hacke/dem Hacken
3.
Absatz des Schuhs
Beispiele:
norddeutschschief gelaufene Hacken
norddeutschSchuhe mit hohen Hacken
norddeutschdie Wendung auf der linken, rechten Hacke/dem linken, rechten Hacken ausführen
die Hacken zusammenschlagen, zusammenklappen (= strammstehen)
saloppdie Hacken zusammenknallen (= strammstehen)
bildlich
Beispiel:
sich [Dativ] die Hacken nach etw. ablaufen, abrennen (= lange nach etw. suchend herumlaufen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hacke1 · Hacken
Hacke1 f. Hacken m. ‘Ferse’ (an Fuß und Strumpf), ‘Absatz’ (am Schuh), ahd. hacka ‘Ferse’ von Tieren (Hs. 12. Jh.), frühnhd. Hacken m., (westmd.) Hacke f. (15. Jh.), nd. Hacke, mnl. hac, hacke, nl. hak ‘Ferse’. Da das Wort nur in einem begrenzten kontinentalwestgerm. Gebiet bezeugt ist (nordd., omd., ostnl.; fehlend im heutigen Obd. wie auch im Mhd.), stellt man es am ehesten als Intensivform mit kk (wie ↗hacken, s. d.) zu dem unter ↗Haken (s. d.) dargestellten Substantiv und sieht darin, ausgehend von der Grundbedeutung ‘Krümmung’, den ‘gekrümmten, umgebogenen Teil des Fußes’ (vgl. de Vries Nl. 231).

hacken · Hacke2 · Hackbrett
hacken Vb. ‘mit der Hacke arbeiten, mit der Axt, dem Beil zerkleinern’, auch ‘mit der Ferse, der Hacke zerstoßen’. Das auf westgerm. Gebiet beschränkte Verb ahd. hackōn (11. Jh.), mnd. hakken, mhd. mnl. hacken, nl. hakken, aengl. -haccian, engl. to hack ist mit intensivierender Verdoppelung zu dem unter ↗Haken (s. d.) behandelten Substantiv gebildet (s. auch ↗Hacke), bedeutet also ‘mit einem hakenförmigen Werkzeug bearbeiten’. Aus dem Verb rückgebildet die Werkzeugbezeichnung Hacke2 f. mhd. hacke. Hackbrett n. ‘Brett zum Schneiden und Hacken von Speisen’ (15. Jh.), auch (scherzhaft vergleichend) ‘Saiteninstrument, das mit Hämmerchen geschlagen wird’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gartenhacke · Hacke
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Ferse · Hacke
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Axt · ↗Beil · ↗Hackbeil · ↗Hackebeil  ●  Hacke  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Absatz · ↗Schuhabsatz  ●  Hacke(n)  ugs. · Stöckel  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Außenrist Axt Ball Bayern-Tor Beil Blase Harke Machete Meißel Pflug Pickel Rechen Schaufel Schippe Schubkarre Sense Sohle Spaten Säge Zuspiel abrennen bugsieren freispielen kicken verdammt zusammengeschlagen zusammenklappen zusammenknallen zusammennehmen zusammenschlagen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hacke‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Beim Laufen tritt er sich mit der linken Hacke gegen die rechte und plumpst hin.
Bild, 07.04.2003
Die Frauen beackern die Felder weiter mit der Hacke, das moderne Gerät verrottet ungenutzt.
Die Zeit, 08.11.1996, Nr. 46
Beide begaben sich in der Nacht vor der zu dem Handel bestimmten, mit Hacke und Spaten versehen, auf den Berg.
Bismarck, Hedwig von: Erinnerungen aus dem Leben einer 95jährigen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 7207
Sie kam in die Stadt und kaufte eine kleine Hacke.
Müller, Herta: Herztier, Reinbek: Rowohlt 1994, S. 144
Dann nimmt einer die Hacke hoch und schlägt sie, damit es noch weiter trage, mit der Rückseite an den Fels, einmal, zweimal, dreimal.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 72
Zitationshilfe
„Hacke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hacke#2>, abgerufen am 19.11.2019.

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