Hader, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Haders · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [ˈhaːdɐ]
Worttrennung Ha-der
Wortbildung  mit ›Hader‹ als Erstglied: Haderkatze · haderig · hadrig · häderig · hädrig
 ·  mit ›Hader‹ als Letztglied: Fürstenhader
eWDG

Bedeutung

gehoben Streit, Zank, starke und heftig ausgetragene Meinungsverschiedenheit
Beispiele:
der alte Hader der Religionen, Parteien, unter den Geschwistern war verstummt, von neuem ausgebrochen, losgegangen
es gab viel Hader zwischen den Brüdern, Eheleuten
Hader säen, mit jmdm. Hader suchen, in Hader liegen
in dauerndem, ewigem Hader mit jmdm. leben
allem Hader ein Ende machen
allen Hader schwinden lassen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hader1 · hadern
Hader1 m. ‘(schwelender) Streit, Unfrieden’. Nur in Personennamen bezeugtes ahd. (u-Stamm) hadu ‘Kampf’ (vgl. ahd. Hadubrant, -wīg) sowie als erstes Kompositionsglied belegtes aengl. heaþu- (vgl. heaþugeong ‘jung im Kampf’, heaþuwǣd ‘Kampfrüstung’) und seltenes (in poetischer Sprache) anord. hǫð ‘Kampf’ stellen sich mit air. cath ‘Kampf’ (vgl. gall. catu- in Caturīges, Völkername), vielleicht auch griech. kótos (κότος) ‘Zorn, Groll’ zu einer Wurzel ie. *k̑at- ‘kämpfen’. Dazu gehören als r-Ableitungen aind. śátruḥ ‘Feind, Gegner, Nebenbuhler’ und (bei Annahme eines Übergangs von k̑ zu k) aslaw. kotora, russ. (älter) kotorá (котора) ‘Streit, Zwietracht’. Erst spät tritt mhd. (omd.) hader ‘Streit, Zank’ auf, das von Luther aufgegriffen wird und sich im Nhd. verbreitet. hadern Vb. ‘unzufrieden sein, streiten’, spätmhd. hadern ‘streiten, necken’; heute besonders in der Wendung mit seinem (dem) Schicksal hadern.

Typische Verbindungen zu ›Hader‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hader‹.

Verwendungsbeispiele für ›Hader‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Niemand aber hörte je ein Wort des Grolles oder des Haders aus seinem Munde.
Bücherl, Wolfgang: Das Haus der Gifte, Stuttgart: Franckh'sche Verlagshandlung 1963, S. 22
Aber überall wurde die gedeihliche Entwicklung durchkreuzt durch innere Kämpfe und durch den ewigen Hader zwischen den Nachbarn.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 23979
Der Hader in der Partei nahm immer bösartigere Dimensionen an.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1897
Ich will nicht ewig nur Vorwürfe hören und meine besten Jugendjahre in Zank und Hader verbringen.
Ebner-Eschenbach, Marie von: Agave. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 5693
Der Hader ist aufgebraucht, es war nicht die schlechteste Zeit.
Süddeutsche Zeitung, 11.01.1994
Zitationshilfe
„Hader“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hader#1>, abgerufen am 19.01.2022.

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Hader, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Haders · Nominativ Plural: Hadern/Hader
Aussprache  [ˈhaːdɐ]
Worttrennung Ha-der
Wortbildung  mit ›Hader‹ als Erstglied: Haderlump · Hadernpapier · hadernhaltig
 ·  mit ›Hader‹ als Letztglied: Scheuerhader

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [süddeutsch, österreichisch] Lumpen
  2. 2. [ostmitteldeutsch, umgangssprachlich] Scheuertuch, Scheuerlappen
eWDG

Bedeutungen

1.
süddeutsch, österreichisch Lumpen
Grammatik: Plural ‘Hadern’
Beispiele:
ein wollener Hader
Hadern sammeln, sortieren, zum Altwarenhändler bringen
feinstes Papier wird aus Hadern (von Leinen, Baumwolle) hergestellt
2.
ostmitteldeutsch, umgangssprachlich Scheuertuch, Scheuerlappen
Grammatik: Plural ‘Hader’
Beispiel:
das Zimmer, die Stube mit dem Hader (aus)wischen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hader2 · Haderlump(en)
Hader2 m. ‘Stoffabfall, Lumpen, Scheuertuch’, ahd. hadara ‘Lumpen, Lappen’ (10. Jh.), mhd. hader ‘zerrissenes Stück Zeug, Lumpen, Lappen’, mit l-Suffix mhd. hadel ‘zerrissenes Stück Zeug’ sowie asächs. haðilīn ‘Lappen, Lumpen’; s. dazu wohl ablautendes (doch mit mhd. affektisch gekürztem Vokal?) hudeln. Weitere vergleichbare germ. Zeugnisse fehlen. Zieht man außergerm. Formen mit Nasal wie aind. kanthā ‘Lumpen, geflicktes Kleid’, lat. cento ‘aus Lappen zusammengenähtes Kleid oder Decke, Flickwerk, Lumpen’ und (daraus entlehntes) griech. kéntrōn (κέντρων) ‘Lumpenrock’ heran, dann ist ein Ansatz ie. *ke(n)t(h)- ‘Lumpen, Lappen’ möglich. In verstärkender tautologischer Zusammensetzung (vor allem südd.) mit gleichbed. Lump, Lumpen (s. d.) Haderlump(en) m. ‘Stofffetzen’ (15. Jh.), auch ‘Lumpensammler’ und ‘zerschlissen gekleideter Mensch’, vornehmlich aber Schimpfwort ‘Landstreicher, Gauner’.
Zitationshilfe
„Hader“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hader#2>, abgerufen am 19.01.2022.

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