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Hagebutte, die

Grammatik Substantiv (Femininum)
Aussprache 
Worttrennung Ha-ge-but-te
Wortbildung  mit ›Hagebutte‹ als Erstglied: Hagebuttentee · Hagebuttenwein
eWDG

Bedeutung

kleine, rote Frucht der Heckenrose, die wegen ihres Vitaminreichtums und Wohlgeschmacks gern zu Tee, Marmelade oder Hauswein verwendet wird
Beispiel:
Hagebutten sammeln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hag · Hagebutte · Butte · Hagedorn · Hagestolz
Hag m. ‘Dorngebüsch, Buschwerk, kleiner Wald’. Neben ahd. hag m. ‘Einhegung, Schanze, Stadt’ (8. Jh.), mhd. hac m. n., mnd. hach, hāch m. ‘Hecke, Einfriedung, umfriedeter Ort, umgrenztes Waldstück’, aengl. hæg n. ‘Gehege, Einzäunung’ steht mit germ. -ana- erweitertes ahd. (8. Jh.), asächs. hagan, mhd. hagen, mnd. hāgen, nhd. Hagen m. (s. Hain) und die ebenfalls im Stamm abweichenden germ. Bildungen mnd. hāge f. m. ‘Hecke, Dornzaun, Gehölz’, mnl. hāghe f. m., nl. haag f. ‘Gehege, Hecke, Gehölz’, aengl. haga m., engl. haw ‘Hecke, Einzäunung, eingefriedetes Landstück, Frucht des Hagedorns’, anord. hagi m. ‘Weideplatz’, schwed. hage ‘Gehege, Waldweide’. Diese germ. Substantive, weiterhin die bei Gehege und hegen (s. d.) behandelten zugehörigen Ableitungen sowie das verwandte, eine westgerm. Bildung auf -jō fortsetzende Hecke1 (s. d.) verbinden sich mit kelt. Formen wie gall. caio ‘Gehege’, kymr. cae ‘Zaun, Gehege’, air. caí ‘Haus’ (s. auch Kai), ferner wohl mit lat. caulae ‘Schranken, Schafhürden, Gehege’ und lassen eine Wurzel ie. *kagh- ‘fassen, einfassen; geflochtene Hürde, Flechtwerk’ erschließen. Das im jüngeren Nhd. nur noch in poetischer Sprache gebräuchliche Hag begegnet wie Hagen auch in zusammengesetzten Ortsnamen auf -hag, -hagen (vgl. außerdem die Städtenamen dt. Hagen, nl. Den Haag). Hagebutte f. Frucht der Heckenrose. Die verdeutlichende Zusammensetzung wird im 15. Jh. üblich (daneben frühnhd. hagenbutz m.; vgl. aber schon ahd. haganbutta ‘Weiß- oder Kreuzdorn’, Hs. 12. Jh.). Voraus geht mhd. butte, nhd. (mundartlich) Butte f. (wohl verwandt mit obd. Butze, Butzen m. ‘Klumpen, Schlacke, Kerngehäuse’, s. Butzenscheibe) in gleichem Sinne, vereinzelt auch mhd. hage f. Hagedorn m. ‘Weißdorn’, in älterer Zeit auch ‘Heckenrose, Liguster’, ahd. haganthorn (9. Jh.), mhd. hage(n)dorn; im Germ. allgemein Bezeichnung für als Hecke angepflanzte Dornsträucher, vgl. asächs. haguthorn, mnd. hāgedōrn, hāgedorne, mnl. hāghedoorn, nl. hagedoorn, aengl. haga-, haguþorn, engl. hawthorn, anord. hagþorn, schwed. hagtorn. Hagestolz m. ‘älterer Junggeselle’, ahd. hagustalt ‘gegen Entlohnung Arbeitender’ (9. Jh., auch hagustalt Adj. ‘ehelos, in Lohn stehend’, um 800), mhd. hagestalt, hagestolz ‘Unverheirateter’, asächs. hagustald ‘junger Mann, Diener, Knecht’, mnd. hāge(n)stolt(e) ‘Lehnsmann, unverheirateter älterer Mann’, aengl. hagosteald ‘Jüngling, unverheirateter junger Krieger’ (adjektivisch ‘jung, unverheiratet’), anord. haukstaldr ‘Häuptling, Krieger’ (vgl. den Beinamen runisch Hagustaldaʀ). Das zweite Kompositionsglied gehört zu got. gastaldan ‘erwerben’, aengl. stealdan ‘besitzen’ und somit zu der unter Stall1 (s. d.) dargestellten Wurzelform ie. *stel- ‘stellen, aufstellen; stehend, unbeweglich, steif; Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel’. Ausgangsbedeutung ist ‘Hagbesitzer’. Nach germanischem Erbrecht erhält der älteste Sohn den Hof, der jüngere aber nur ein kleines eingefriedetes Anwesen, weshalb er keinen eigenen Hausstand gründen kann und in sozialer Abhängigkeit bleibt. Eine andere Erklärung gibt de Vries Anord. 214. Die seit dem 13. Jh. geltende Form Hagestolz ist volksetymologisch angelehnt an das Adjektiv stolz (s. d.).

Thesaurus

Botanik
Synonymgruppe
Hagebutte  ●  Hetscherl  ugs., österr.

Typische Verbindungen zu ›Hagebutte‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hagebutte‹.

Verwendungsbeispiele für ›Hagebutte‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hagebutte, Frucht verschiedener Rosen, deren Zucht im Garten einfach ist. [o. A.: Das Lexikon der Hausfrau, Berlin: Ullstein 1937 [1932], S. 126]
Sowie die Blütenblätter abgefallen sind, schneiden sie die heranwachsenden Hagebutten weg. [Süddeutsche Zeitung, 30.08.2001]
Und er ist auch kein edler Rosenstock – offen gestanden ist er nur eine Hagebutte. [Die Welt, 28.05.2003]
Die Hagebutten mit kaltem Wasser ansetzen und 5 bis 10 Minuten leise sieden lassen. [o. A.: Wir kochen gut, Leipzig: Verl. für d. Frau 1968 [1963], S. 204]
Der Bär riß im Vorübergehen eine Handvoll trockener Hagebutten vom Strauch und fraß sie. [Hacks, Peter: Der Bär auf dem Försterball, Köln: Middelhauve 1972 [1966], S. 1]
Zitationshilfe
„Hagebutte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hagebutte>.

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