Hagel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hagels · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungHa-gel
Wortbildung mit ›Hagel‹ als Erstglied: ↗Hagelbö · ↗Hagelböe · ↗Hagelkorn · ↗Hagelschaden · ↗Hagelschauer · ↗Hagelschießen · ↗Hagelschlag · ↗Hagelversicherung · ↗Hagelwetter · ↗hageldicht
 ·  mit ›Hagel‹ als Letztglied: ↗Bombenhagel · ↗Geschosshagel · ↗Granathagel · ↗Kugelhagel · ↗Pfeilhagel · ↗Steinhagel
 ·  mit ›Hagel‹ als Binnenglied: ↗sternhageldumm · ↗sternhagelvoll
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Niederschlag, der aus Eisstückchen von verschiedener Form und Größe besteht
Beispiele:
der Hagel hat die Apfelblüte zerstört, die Blätter des Tabaks zerschlagen, die Scheiben des Gewächshauses durchschlagen
bei dem Unwetter fiel, gab es auch Hagel
der Hagel prasselte nieder, trommelte gegen die Scheiben
2.
übertragen ein Hagel von etw.eine dicht niederfallende, niederprasselnde große Menge von etw.
Beispiele:
ein Hagel von Steinen, Kugeln, Geschossen
sie überfiel uns mit einem Hagel von Schimpfworten, Drohungen
in einem Hagel von Flüchen machte er seinem Zorn Luft
salopp potz (Blitz und) Hagel!, Hagel und Wetter! (= verflucht noch einmal!)
3.
Jägersprache grobes Schrot
Beispiel:
einer [der Reiher] fällt dem Hagel des Jägers zum Opfer [Löns6,349]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hagel · hageln · verhageln
Hagel m. ‘Niederschlag in Form von Eisstückchen’, ahd. hagal (9. Jh.), mhd. hagel, asächs. hagal, mnd. hāgel, mnl. hāghel, nl. hagel, aengl. hægl, hagol, engl. hail und (mit neutralem Genus) anord. hagl, schwed. hagel; für das Got. ist nur der hierher gehörende Name der h-Rune haal (aus *hagl) in einer Hs. des 10. Jhs. belegt; vgl. aengl. hægl, anord. hagall in gleicher Verwendung. Das germ. Substantiv läßt sich mit griech. káchlēx (κάχληξ) ‘Steinchen, Kiesel, Kiessand’ verbinden, zumal wenn man dieses als Ableitung von einem griech. *káchlos (*κάχλος) auffaßt, das dem germ. *hag(a)la- genau entspräche. Als gemeinsame Ausgangsform ergibt sich dann ie. *kaghlo- ‘kleiner runder Stein’. Im Frühnhd. hat Hagel (wie mnd. hāgel) daneben die in der Jägersprache noch länger bewahrte Bedeutung ‘als Munition dienende Metallstückchen, Schrot’. Metaphorischer Gebrauch kommt bereits mhd. vor, wird aber besonders vom 17. Jh. an im Sinne von ‘herniederprasselnde Menge, dichte Folge’ (ein Hagel von Geschossen, Steinen, Beschimpfungen, Vorwürfen u. ä.) üblich. hageln Vb. in unpersönlicher Konstruktion es hagelt ‘Hagel fällt’, schon seit dem Mhd. auch übertragen von dicht Herabfallendem, Aufeinanderfolgendem, wobei dieses als Akkusativ-Ergänzung (es hagelt Schläge, Fragen) oder als Subjekt (Schläge, Fragen hageln auf jmdn.) steht; mhd. hagelen, vgl. mnd. hāgelen, aengl. hagolian, engl. to hail, anord. hegla, schwed. hagla; dazu die Präfixbildung verhageln Vb. ursprünglich transitiv ‘durch Hagel zerstören’ (18. Jh.), wegen der Häufigkeit passivischer Sätze (die Ernte ist verhagelt) heute oft als intransitives Verb ‘durch Hagel Schaden nehmen, vernichtet werden’ angesehen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Eisklumpen · Eiskörner  ●  Hagel  Hauptform
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blitz Blitzschlag Böe Donner Frost Geschoß Gewitter Gewitterfront Gewitterregen Gewittersturm Granate Graupel Hochwasser Leitungswasser Orkanböe Pflasterstein Platzregen Regen Regenfall Regenguß Schnee Starkregen Sturm Sturmböe Unwetter Wolkenbruch Wurfgeschoß niedergehen niederprasseln Überschwemmung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hagel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine halbe Stunde lang nimmt sich Hagel schließlich Zeit für seine Gäste.
Süddeutsche Zeitung, 22.10.1999
Der Regen, von dem man nicht weiß, ob er noch von oben oder schon von vorn kommt, vermischt sich mit Hagel.
Die Zeit, 28.11.2007, Nr. 49
Der Sturm heulte und pfiff ums Haus vom Wald herüber, und Regen und Hagel schlug an die Fenster.
Christ, Lena: Mathias Bichler. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1914], S. 17126
Stoßweise kam der Wind, bald mit dicken Wassertropfen, bald mit Hagel.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 95
Der Lärm der Motoren war Donner, war Hagel, war Sturm.
Koeppen, Wolfgang: Tauben im Gras. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1951], S. 8
Zitationshilfe
„Hagel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hagel>, abgerufen am 21.08.2019.

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