Hai, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hai(e)s · Nominativ Plural: Haie
Aussprache
HerkunftIsländisch
Wortbildung mit ›Hai‹ als Erstglied: ↗Haifisch  ·  mit ›Hai‹ als Letztglied: ↗Ammenhai · ↗Blauhai · ↗Dornhai · ↗Eishai · ↗Hammerhai · ↗Heringshai · ↗Katzenhai · ↗Menschenhai · ↗Nasenhai · ↗Riesenhai · ↗Stachelhai · ↗Stierkopfhai · ↗Tigerhai
 ·  mit ›Hai‹ als Grundform: ↗-hai
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
in warmen Meeren lebender, gefährlicher, äußerst gefräßiger, großer Raubfisch mit langgestrecktem Oberkiefer und weit zurückliegendem Maul mit scharfem Gebiss, unsymmetrischem, in der oberen Hälfte sichelförmig verlängertem Schwanz und einem mit zahnähnlichen Schuppen bedeckten Körper
Beispiele:
Haie folgten dem Schiff, dem Heringszug
die Schiffbrüchigen wurden von Haien angegriffen
2.
übertragen profitgieriger und rücksichtsloser Unternehmer
Beispiel:
Ihr [der kleinen Geschäfte] Ruin werden dann nicht nur die großen Haie, sondern auch die Mieterhöhungen sein [Tageszeitung1964]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hai · Haifisch
Hai m. Die für die Angehörigen einer Ordnung der Knorpelfische gebrauchte Bezeichnung (anfangs auch Hay, Haye und häufig schwach flektierend) findet sich seit der 1. Häfte des 17. Jhs., zunächst vor allem in Reisebeschreibungen. Sie ist (wie schwed. haj) eine Entlehnung von nl. haai, mnl. hay, das seinerseits dem Nord. entstammt, vgl. anord. (mit nasaliertem Vokal) hār, isl. hár ‘Ruderpflock, Dolle, Hai’. Das vorauszusetzende, im Ablautverhältnis zu (nicht nasaliertem) got. hōha ‘Pflug’ (eigentlich ‘Hakenpflug’), ahd. huochilī(n) ‘kleiner Pflug’ (10. Jh.) stehende germ. *hanh- verbindet sich mit aind. śaṅkúḥ ‘spitzer Pflock, Holznagel’, auch Bezeichnung eines Wassertieres (also bereits in der für das Anord. gleichfalls bezeugten, wohl auf Ähnlichkeit der Gestalt beruhenden Doppelbedeutung), kymr. cainc ‘Ast’, air. (mit t-Suffix) cēcht ‘Pflug(schar)’, aslaw. sǫkъ ‘Splitter’, sǫčьcь ‘Splitter, Span’, russ. suk (сук) ‘Ast, Knorren’ sowie nasallosem lit. šakà ‘Ast, Zweig’ und führt mit diesen wohl auf einen Wurzelansatz ie. *k̑ā̌k-, nasaliert *k̑ank- ‘Ast, Zweig, Pflock’, wobei die meisten der zitierten Formen in der Wurzelsilbe auch auf ablautendes o bzw. ō zurückgehen können. In verdeutlichender Zusammensetzung Haifisch m. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Hai · ↗Haifisch
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Drescherhai · Fuchshai
  • Grauhai · Grundhai · ↗Menschenhai · Requiemhai
  • Grauhai · Kammzähnerhai
  • Eishai · Grönlandhai

Typische Verbindungen
computergeneriert

Barrakuda Delphin Flur Hummer Krokodil Kölnarena Kölner Pinguin Piranha Qualle Rochen Rückenflosse Schildkröte Schwertfisch Surfer Thunfisch Vizemeister Wal abbeißen angreifen beißen eingelegt fressen gefangen gefräßig schwimmen sichten weiß zerfleischen zubeißen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hai‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Anschließend kreiste ein Hai um mich herum, stieß mich mit seinem Kopf an.
Bild, 09.02.2002
Diesmal ist ihr unter anderem ein kleiner Hai ins Netz gegangen.
Der Tagesspiegel, 16.03.2001
Nach sechs Tagen vergeblichen Suchens näherte ich mich einem Hai.
Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 126
Aber bevor er ihn an Land bringen kann, verliert er diesen Fang seines Lebens in einem erschöpfenden Kampf wieder an das Meer und seine Haie.
Lebert, Benjamin: Crazy, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1999 [1999], S. 134
Haie sieht nachdenklich seine große Flosse an und kneift mir ein Auge.
Remarque, Erich Maria: Im Westen nichts Neues, Berlin: Propyläen 1929, S. 73
Zitationshilfe
„Hai“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hai>, abgerufen am 12.12.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Hahnrei
Hahnium
Hahnepot
Hahnepampel
Hahnentrittmuster
Haifisch
Haifischbecken
Haifischflossensuppe
Haifischgebiss
Haifischhaut