Hain, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hain(e)s · Nominativ Plural: Haine
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Hain‹ als Erstglied: ↗Hainbuche · ↗Hainbund · ↗hainartig
 ·  mit ›Hain‹ als Letztglied: ↗Bananenhain · ↗Birkenhain · ↗Buchenhain · ↗Ehrenhain · ↗Eichenhain · ↗Fichtenhain · ↗Olivenhain · ↗Opferhain · ↗Palmenhain · ↗Rosenhain · ↗Urnenhain · ↗Zitronenhain · ↗Zypressenhain
eWDG, 1969

Bedeutung

dichterisch Wäldchen
Beispiel:
Horch, die Lerche singt im Hain! [NicolaiDie lustigen WeiberII 8]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hain · Hainbuche · Hagebuche
Hain m. ‘kleiner Wald, Park’. Zu ahd. (8. Jh.), asächs. hagan ‘Dornstrauch’, mhd. hagen ‘Dornbusch, Einfriedung, Verhau, umfriedeter Ort’, mnd. hāgen ‘Hecke, Dornbusch, Gehölz, umfriedetes Gelände, Kolonistendorf’ (eng verwandt mit ↗Hag, s. d.) entsteht im Spätmhd. die kontrahierte Form md. hain (14. Jh.), die bis heute als -hain (entsprechend -hag, -hagen) vor allem in omd. Ortsnamen fortlebt. Durch Luthers Sprachgebrauch (‘Wäldchen’, auch ‘einem heidnischen Gott geweihter Wald’) findet Hain im 16./17. Jh. eine gewisse Verbreitung, wird aber erst in der Mitte des 18. Jhs. (Klopstock) als dichterischer Ausdruck allgemein bekannt; vgl. Göttinger Hain (1772), Bezeichnung für einen Freundeskreis junger Dichter, später (1804) von Voß Hainbund genannt. Hainbuche f. ‘Weißbuche’. Der seit alters häufig als Hecke angepflanzte, buchenähnliche, aber zu den Birkengewächsen gehörende Laubbaum heißt ahd. haganbuohha (9. Jh.), mhd. hagenbuoche, mnd. hāgebȫke, nl. haagbeuk. Aus mhd. hagenbuoche entwickelt sich im 15. Jh. durch Kontraktion die md. Form Hainbuche, die sich in der nhd. Literatursprache gegenüber Hagebuche f. durchsetzt. Auf dem zugehörigen Adjektiv mhd. hagenbüechīn beruht das noch in übertragener Verwendung geläufige nhd.hanebüchen (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gehölz · Hain · ↗Waldung · ↗Wäldchen · kleiner Baumbestand · kleiner Wald
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Hain‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hain‹.

Verwendungsbeispiele für ›Hain‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Fast nie fehlt der umgebende Hain von mächtigen alten Bäumen.
Gundert, Wilhelm: Schintoismus. In: Kern, Maximilian (Hg.) Das Licht des Ostens, Stuttgart: Union Deutsche Verlagsges. 1922, S. 907
Ein aufgesprengter Wind aus dem Hain griff über uns her und drückte mit blähendem Zorn.
Strauß, Botho: Der junge Mann, München: Hanser 1984, S. 295
Der ganze Hain, der sich durch das Tal erstreckte, war ein Kirschenhain.
Held, Kurt: Die rote Zora und ihre Bande, Aarau: Sauerländer 1989 [1941], S. 166
Nur ein verwitterter Stein mit verschnörkelter Inschrift steht im romantischen Hain, keine Statue.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 306
Denn da hatte sich die Feuchtigkeit seit vielen tausend Frühlingen bei jeder Schneeschmelze angesammelt und es waren kleine Haine entstanden.
Heyking, Elisabeth von: Tschun. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1914], S. 8485
Zitationshilfe
„Hain“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hain>, abgerufen am 29.05.2020.

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