Haken, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hakens · Nominativ Plural: Haken
Aussprache
WorttrennungHa-ken (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Haken‹ als Erstglied: ↗Hakenbüchse · ↗Hakenkreuz · ↗Hakenleiter · ↗Hakennase · ↗Hakenpflug · ↗Hakenwurm · ↗Hakenzahn · ↗Häkchen · ↗hakenförmig
 ·  mit ›Haken‹ als Letztglied: ↗Angelhaken · ↗Bilderhaken · ↗Bootshaken · ↗Doppelhaken · ↗Eisenhaken · ↗Eishaken · ↗Enterhaken · ↗Feuerhaken · ↗Fleischerhaken · ↗Fleischhaken · ↗Floßhaken · ↗Garderobehaken · ↗Garderobenhaken · ↗Hochstarthaken · ↗Kanthaken · ↗Karabinerhaken · ↗Kinnhaken · ↗Kleiderhaken · ↗Lausehaken · ↗Mauerhaken · ↗Mausehaken · ↗Schlüsselhaken · ↗Schürhaken · ↗Sperrhaken · ↗Stahlhaken · ↗Widerhaken
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
winklig oder rund gebogenes Metallteilchen oder Holzteilchen, das als Haltevorrichtung dient
a)
um einen Gegenstand aufzuhängen
Beispiele:
den Hut, Mantel an einen Haken hängen, vom Haken nehmen
das Bild hängt am Haken
im Fleischerladen hing ein halbes Schwein an einem Haken
Würste an Haken aufhängen
einen Haken in die Wand schlagen
b)
um Kleidungsstücke zuzuhaken
Beispiele:
Haken und Öse
einen Haken an den Rockbund, die Jacke annähen
den Haken in die Öse, eine Schlinge einhängen
c)
um Fische zu fangen, Angelhaken
Beispiele:
An seinem Haken schnellte eine Forelle [FusseneggerAntlitz167]
Andreas [ein Fischer] holte sein Zeug herbei, um ein paar Haken zu drehen [SeghersAufstand1,34]
d)
um einen Gegenstand zu ergreifen, festzuhalten und heranzuziehen
Beispiel:
mit einem langen Haken (= einer langen Stange, die an einem Ende einen Haken hat) zog er das Boot ans Land, die Äste zu sich nieder
e)
Jägersprache, bildlich
Beispiel:
einen Haken schlagen (= plötzlich und scharf, besonders auf der Flucht, die Richtung ändern)
f)
umgangssprachlich, übertragen Schwierigkeit
Beispiele:
die Sache hat einen Haken
das ist dabei der Haken
hier liegt, steckt der Haken
sprichwörtlichwas ein Häkchen werden will, krümmt sich beizeiten (= was aus jmdm. wird, zeigt sich schon in seiner frühesten Jugend)
2.
Boxen Schlag, der mit angewinkeltem Arm geführt wird
Beispiel:
den Gegner mit einem linken, rechten Haken treffen
3.
Jägersprache
Grammatik: meist im Plural
a)
oberer Eckzahn des Rotwildes
b)
oberer oder unterer Eckzahn der Bache
c)
Fangzahn des Fuchses, Marders
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Haken · haken · aushaken · einhaken
Haken m. ‘ganz oder an der Spitze gebogenes und daher zum Festhalten, Aufhängen, Ziehen dienendes Gerät’. Ahd. hāggo, hā(c)ko (um 800), mhd. hāke(n), vereinzelt haggen ‘Haken’ zeigt nach langem Vokal Reste germ. Konsonantengemination; daneben stehen gleichbed. mnd. hāke, mnl. hāke, haec, nl. haak mit nicht geminiertem stimmlosem Guttural (germ. *hēgg-, *hēk-), ferner mit qualitativem Ablaut (germ. *hak-) asächs. hako ‘Haken’, aengl. haca ‘Riegel’, anord. Haki (Personenname, eigentlich ‘Haken’), schwed. hake ‘Haken’ (und, wohl aus dem Nord. entlehnt, engl. mundartlich hake ‘Haken’) sowie die dehnstufigen Bildungen asächs. hōk ‘Haken, Angel’, mnd. hōk, hūk ‘Winkel, Ecke, Landspitze’, mnl. hoec, houc ‘Ecke, Winkel, Haken, Gegend’, nl. hoek ‘Ecke, Winkel’, aengl. hōc ‘Haken, Winkel, Ecke’, engl. hook ‘Haken’ (germ. *hōk-; vgl. hierzu die jōn-Ableitung anord. hœkja ‘Krücke’). Die germ. Wortgruppe, zu der auch ↗hacken, ↗Hechel, ↗Hecht und wohl auch ↗Hacke (s. d.) gehören, verbindet sich mit russ. kógot’ (коготь) ‘Klaue, Kralle, gekrümmte Eisenspitze’, obsorb. kocht ‘Granne’ und mir. ail-cheng ‘Waffengestell’, so daß von einer Wurzel ie. *keg-, *kek- ‘Pflock zum Aufhängen, Haken, Henkel’, auch ‘spitz sein’ auszugehen ist. Im Dt. schließen sich an die Ausgangsbedeutung verschiedene spezielle Verwendungen des Substantivs an, so im Spätmhd. und Frühnhd. ‘einfacher, in seiner ältesten Form nur aus einer Astgabel bestehender Pflug ohne Räder’ (jünger dafür Hakenpflug, 18. Jh.) und im Frühnhd. ‘schwere Handfeuerwaffe mit einem Dorn zur Auflage auf ein Gestell’ (15. Jh.; daneben verdeutlichendes Hakenbüchse, 15. Jh., vgl. mnd. hākebüsse); einen Haken schlagen ‘plötzlich die Richtung ändern, einen Bogen machen’ (16. Jh., Anfang 19. Jh. besonders in der Jägersprache mit Bezug auf den fliehenden Hasen); Haken im Sinne von ‘Schlag mit angewinkeltem Arm’ findet sich im 20. Jh. als Terminus des Boxsports. Gebräuchliche Wendungen sind ferner die Sache hat einen Haken, frühnhd. es hat ein häcklin ‘eine Schwierigkeit, einen verborgenen Nachteil’ (16. Jh., vgl. spätmhd. dā sī vil līht ein hekel bī) sowie das bereits in mhd. Dichtungen paraphrasierte Sprichwort was ein Häkchen werden will, krümmt sich beizeiten ‘bestimmte Charakteranlagen oder Talente zeigen sich schon in früher Jugend’. haken Vb. ‘mit einem Haken greifen, anhängen’ (so schon mnd. hāken, dagegen frühnhd. zunächst ‘mit einem Haken versehen, biegen, krümmen’, 15. Jh.), auch intransitiv ‘(an einem Haken) hängenbleiben, festhängen, sich verklemmen’ (18. Jh.). Geläufiger sind Präfixbildungen wie aushaken Vb. ‘etw., sich vom Haken lösen’ (um 1800; die aus der Technik übernommene Metapher es hakt aus ‘es funktioniert nicht mehr’ wird heute oft auf geistiges Versagen angewandt) und einhaken Vb. ‘mit einem Haken befestigen, verbinden’ (16. Jh., auch einhäkeln, 17. Jh.; vgl. auch sich bei jmdm. einhaken ‘seinen Arm in den eines anderen einhängen’), jetzt häufig übertragen ‘eingreifen, sich einmischen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Nachteil  ●  Haken  ugs., fig. · ↗Pferdefuß  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abschleppwagen Angler Aufhängen Gerade Haken Kinn Kran Köder Mantel Schnur Schwimmkran Seil Wurm aufhängen ausklappbar baumeln befestigen einhängen eisern hangen hängen link rostig schlagen spießen verfangen wuchtig zappeln Öse Ösen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Haken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch in dieser Nacht geht auf dem See nichts mehr an den Haken.
Der Tagesspiegel, 17.08.2001
Das ist ein schönes Bild, aber es hat einen kleinen Haken.
Die Welt, 12.07.2000
Er hat nur einen Haken und zwar er steht mir zu hoch auf den Beinen.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 29.03.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Die preußischen Bauern hatten jeder etwa 2 - 3 Haken Land.
Harmjanz, Heinrich: Ostpreußische Bauern, Königsberg: Reichsnährstand Verl. Ges. 1939 [1938], S. 30
Aber die Bestimmung des Meters hat noch einen andern Haken.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 27107
Zitationshilfe
„Haken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Haken>, abgerufen am 17.11.2019.

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