Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Halde, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Halde · Nominativ Plural: Halden
Aussprache 
Worttrennung Hal-de (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Halde‹ als Letztglied: Abfallhalde · Abraumhalde · Bergeshalde · Berghalde · Blockhalde · Datenhalde · Geröllhalde · Grubenhalde · Kohlenhalde · Kokshalde · Müllhalde · Schlackenhalde · Schutthalde · Steinhalde · Trümmerhalde
eWDG

Bedeutungen

1.
abfallende Seite eines Berges, Bergabhang
Beispiele:
eine steile, steinige Halde
eine mit Wald bestandene Halde
die Halde hinansteigen, hinaufsteigen, hinabsteigen
das Dörfchen lehnt sich an eine Halde
sie gingen an der grünen Halde entlang
wir begannen den schwierigen Abstieg über die pfadlose Halde
ein Steinschlag löste sich von der Halde
Die Sonne scheint warm und freundlich auf der Halde [ WaggerlJahr8]
2.
Bergmannssprache umfangreiche Aufschüttung von (unbrauchbaren) Stoffen
Beispiele:
eine mächtige, verlassene Halde
Schlacke, Gestein auf (die) Halde fahren, schaufeln, schütten, kippen
Asche wird auf Halde gelegt, genommen
eisenarme Erze kommen, liegen auf Halde
bildlich
Beispiel:
jmdn. auf die Halde setzen (= jmdn. ausstoßen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Halde f. ‘(Schutt)abhang, aufgeschütteter (Kohlen)vorrat’, ahd. halda (8./9. Jh.), mhd. halde, mnd. helde, halde ‘Abhang (eines Berges)’, auf das Dt. beschränkte Substantivbildung zum Adj. ahd. hald, aengl. heald, anord. hallr ‘schräg, geneigt’, läßt sich wie Helling ‘geneigte, schräge Bahn’ und hold ‘geneigt, zugetan’ (s. d.) auf die Wurzel ie. *k̑el- ‘neigen’ zurückführen; zu deren Erweiterung ie. *k̑lei- s. lehnen1, wo weitere Verwandte.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aufschüttung · Halde · Haufen · Schüttung  ●  Hochkippe  regional · Haufwerk  fachspr.

Typische Verbindungen zu ›Halde‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Halde‹.

Verwendungsbeispiele für ›Halde‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine köstliche Siedlung ist da entstanden auf leeren Halden, im öden Walde. [Keller, Paul: Ferien vom Ich, München: Bergstadtverl. Korn 1963 [1915], S. 285]
Wo die Fischfabrik war, erstreckt sich jetzt eine schwarz zerklüftete Halde von Blöcken, darüber der Tumulus des Kraters. [Schrott, Raoul: Tristan da Cunha oder die Hälfte der Erde; Hanser Verlag 2003, S. 891]
Das Sohlengeklapper nimmt anderen Klang an auf dem Geröll, über das die beiden heraufsteigen, über die Halde ins Hochparterre. [Kunert, Guenter: Im Namen der Huete. Muenchen: Carl Hanser Verlag, 1967, S. 129]
Zehn Jahre später waren es nur noch 90 Millionen Tonnen, und die lagen unverkäuflich auf Halde. [konkret, 1983]
Auf dem engen Raum der Halde und des Sees findet der Ornithologe ein reiches Betätigungsfeld. [Gerlach, Harry: Schmalkalden und Umgebung, Berlin-Leipzig: VEB Tourist-Verlag 1978, S. 8]
Zitationshilfe
„Halde“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Halde>.

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