Halde, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Halde · Nominativ Plural: Halden
Aussprache
WorttrennungHal-de (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Halde‹ als Letztglied: ↗Abfallhalde · ↗Abraumhalde · ↗Bergeshalde · ↗Berghalde · ↗Blockhalde · ↗Datenhalde · ↗Geröllhalde · ↗Grubenhalde · ↗Kohlenhalde · ↗Kokshalde · ↗Müllhalde · ↗Schlackenhalde · ↗Schutthalde · ↗Steinhalde · ↗Trümmerhalde
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
abfallende Seite eines Berges, Bergabhang
Beispiele:
eine steile, steinige Halde
eine mit Wald bestandene Halde
die Halde hinansteigen, hinaufsteigen, hinabsteigen
das Dörfchen lehnt sich an eine Halde
sie gingen an der grünen Halde entlang
wir begannen den schwierigen Abstieg über die pfadlose Halde
ein Steinschlag löste sich von der Halde
Die Sonne scheint warm und freundlich auf der Halde [WaggerlJahr8]
2.
Bergmannssprache umfangreiche Aufschüttung von (unbrauchbaren) Stoffen
Beispiele:
eine mächtige, verlassene Halde
Schlacke, Gestein auf (die) Halde fahren, schaufeln, schütten, kippen
Asche wird auf Halde gelegt, genommen
eisenarme Erze kommen, liegen auf Halde
bildlich
Beispiel:
jmdn. auf die Halde setzen (= jmdn. ausstoßen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Halde f. ‘(Schutt)abhang, aufgeschütteter (Kohlen)vorrat’, ahd. halda (8./9. Jh.), mhd. halde, mnd. helde, halde ‘Abhang (eines Berges)’, auf das Dt. beschränkte Substantivbildung zum Adj. ahd. hald, aengl. heald, anord. hallr ‘schräg, geneigt’, läßt sich wie ↗Helling ‘geneigte, schräge Bahn’ und ↗hold ‘geneigt, zugetan’ (s. d.) auf die Wurzel ie. *k̑el- ‘neigen’ zurückführen; zu deren Erweiterung ie. *k̑lei- s. ↗lehnen, wo weitere Verwandte.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aufschüttung · Halde · ↗Haufen · ↗Schüttung  ●  Hochkippe  regional · ↗Haufwerk  fachspr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abraum Bauschutt Bottroper Förderturm Grube Kohle Koks Müll Ruhr Schutt Steinkohle Tetraeder Tonne Zeche abbauen abtragen aufschütten auftürmen häufen kippen lagern produzieren riesig schütten stapeln steil stinkend strahlend türmen wachsend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Halde‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Programme im Wert von 75 Millionen Euro lagen monatelang auf Halde.
Die Welt, 25.11.2005
Wir haben die auf Halde produziert, vielleicht brauchen wir sie ja mal.
Süddeutsche Zeitung, 07.12.2004
Eine köstliche Siedlung ist da entstanden auf leeren Halden, im öden Walde.
Keller, Paul: Ferien vom Ich, München: Bergstadtverl. Korn 1963 [1915], S. 285
Die Halde würde ich drüben leicht finden, so hatte man mir gesagt.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 17884
Die kleineren Steine trägt das Wasser weit über die Halden hinaus.
Hahn, Christian Diederich: Bauernweisheit unterm Mikroskop, Oldenburg i.O.: Stalling 1943 [1939], S. 296
Zitationshilfe
„Halde“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Halde>, abgerufen am 17.11.2019.

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