Halle, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Halle · Nominativ Plural: Hallen
Aussprache  [ˈhalə]
Worttrennung Hal-le
Wortbildung  mit ›Halle‹ als Erstglied: Hallen-WM · Hallenbad · Hallenbau · Hallendach · Halleneisbahn · Hallenfußball · Hallenhandball · Hallenhaus · Hallenkirche · Hallenkrypta · Hallenplatz · Hallensaison · Hallenschwimmbad · Hallensport · Hallenturnier · Hallenwettkampf · hallenartig · hallenbaden
 ·  mit ›Halle‹ als Letztglied: Abflughalle · Allzweckhalle · Ankunfthalle · Ankunftshalle · Aufbahrungshalle · Ausstellungshalle · Bahnhofshalle · Ballsporthalle · Banketthalle · Bierhalle · Bogenhalle · Buchhalle · Bücherhalle · Daddelhalle · Durchgangshalle · Ehrenhalle · Eingangshalle · Eishalle · Eissporthalle · Empfangshalle · Exerzierhalle · Fabrikhalle · Festhalle · Feuerhalle · Flugzeughalle · Glashalle · Großmarkthalle · Haupthalle · Haushalle · Holzhalle · Hotelhalle · Imbisshalle · Kaufhalle · Kongresshalle · Konzerthalle · Kunsthalle · Kühlhalle · Lagerhalle · Leichenhalle · Lesehalle · Liegehalle · Markthalle · Maschinenhalle · Mehrzweckhalle · Messehalle · Montagehalle · Pausenhalle · Produktionshalle · Querhalle · Reithalle · Ringhalle · Ruhmeshalle · Schalterhalle · Schlachthalle · Schwimmhalle · Speisehalle · Spielhalle · Sporthalle · Squashhalle · Stadthalle · Steinhalle · Säulenhalle · Tonhalle · Torhalle · Totenhalle · Traglufthalle · Trauerhalle · Trinkhalle · Turnhalle · Urnenhalle · Verkaufshalle · Versammlungshalle · Vorhalle · Wandelhalle · Wartehalle · Wartungshalle · Weinhalle · Werkhalle · Werkshalle · Wohnhalle · Wärmehalle
DWDS-Vollartikel

Bedeutungen

1.
großes, selbstständiges Gebäude, (temporäres) Bauwerk, das im Wesentlichen aus einem einzigen weiten Raum besteht
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine freitragende, weitläufige, riesige Halle
mit Genitivattribut: eine Halle des Messegeländes, der Messe
hat Präpositionalgruppe/-objekt: eine Halle auf dem Werksgelände, im Industriegebiet
als Akkusativobjekt: eine Halle bauen, errichten, hochziehen, herrichten, abreißen
als Aktiv-/Passivsubjekt: eine Halle brennt nieder
als Genitivattribut: der Abriss, Neubau der Halle; das Obergeschoss, Dach, die Wand, Decke, eine Ecke, der Eingang der Halle
Beispiele:
Innerhalb kurzer Zeit standen zwei Hallen des Geflügelproduzenten lichterloh in Flammen. [Die Zeit, 29.03.2016 (online)]
In zwei Jahren will sie [die Musikerin] […] mehrfach hintereinander die größten Hallen in Deutschland und Österreich füllen – vom Velodrom in Berlin bis zur Wiener Stadthalle. [Süddeutsche Zeitung, 18.10.2004]
Hinter dem Hauptbahnhof [von Riga] liegt der Zentralmarkt, mit seinen fünf riesigen Hallen, die einst als Hangars für Zeppeline dienten und 1920 abgetragen und hierher verfrachtet wurden. [Der Standard, 24.05.2005]
Auch in diesem Jahr werden voraussichtlich wieder rund 80.000 Zuschauer die Matches in der aufblasbaren Halle mitverfolgen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.01.2005]
Mit großen Leuchtbuchstaben empfahl sich in Halle 2 der Leipziger Frühjahrsmesse […] eine neue Errungenschaft der Sowjetzone: die Sozialistische Stahlberatung. [Der Spiegel, 16.03.1960]
2.
weiter, großer, meist hoher Raum in offener Bauweise, meist als Gebäudeteil mit spezifischer Nutzung
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine weitläufige, zugige, lichtdurchflutete, unterirdische, dreischiffige Halle
als Akkusativobjekt: eine Halle anmieten, bespielen
mit Genitivattribut: die Halle des Stadtbades, des Bahnhofs, der Fabrik, des Hotels
Beispiele:
[…] vor den Schaltern in der Halle der ehemaligen hessischen Landeszentralbank herrscht wenig Betrieb. [Die Welt, 24.12.2002]
Im Innern [des Museumsneubaus] ist die Architektur roh, aber ebenso eindrücklich: Die Betonwände öffnen sich zu hohen Hallen, um sich bald wieder zu schmalen Gängen zu verengen. [Neue Zürcher Zeitung, 22.01.2016]
Auf 2.000 Quadratmeter Wohnfläche [der Kaufmannsfamilie] ist Platz für zahlreiche Gäste. Sie empfängt eine große, alle Stockwerke einbeziehende Halle, die von einer auf Pfeilern stehenden Kiefernholzbrüstung umgeben ist. [Welt am Sonntag, 02.07.2000]
Im neuen Lehrter Bahnhof werden die Züge nach Osten und Westen in einer flachen Halle aus Stahl und Glas starten. [Berliner Zeitung, 05.09.1998]
Wir […] schauen hoch zu stuckbeladenen Decken mit Kristallüstern und rätseln, ob hier wohl einst ein Theaterfoyer oder die Halle eines Hotels war. [die tageszeitung, 23.08.1997]
3.
Grammatik: meist im Plural
Phrasem:
meist scherzhaftdie heiligen Hallen (= die ehrfurchtgebietenden Gemächer, Räume, das Allerheiligste) von etw.
Beispiele:
Mit Argusaugen überwacht er [der Mönch] jetzt die Besucher, denn kein Tourist in Shorts, keine Urlauberin mit nackten Schultern darf die heiligen Hallen des Klosters betreten. [Die Welt, 24.08.2001]
Mit dem DJ Grandmaster Flash und seiner Truppe wurden erstmals HipHop‑Künstler in die heiligen Hallen der Rockmusik [Rock and Roll Hall of Fame and Museum, Cleveland] geladen. [Der Spiegel, 13.03.2007 (online)]
im BildSie [die Coca-Cola-Flasche] ist eine Design‑Ikone, schaffte es auf das Cover des »Time Magazine« und große Künstlern wie Andy Warhol und Salvator Dali führten sie in die heiligen Hallen der Kunst ein. [Der Standard, 15.11.2015]
im BildSeit es ihm [dem Jazz] vor Jahrzehnten schon gelungen ist, in die heiligen Hallen der Tonkunst einzudringen, begehrt er nun immer drängender Einlaß auch in die offensichtlich als seriöser, wohl auch freier empfundene »ernste« Musik. [Die Zeit, 18.11.1977]
So konnte ich ohne weiteres mein Studium an der heimischen Universität Leipzig beginnen. Mit Ehrfurcht betrat ich zur Immatrikulation die heiligen Hallen. [Witkowski, Georg: Von Menschen und Büchern. Erinnerungen 1863–1933. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690–1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 9194]
Am 23. Februar boxt der Russe [Ibragimow] gegen IBF‑Weltmeister Klitschko. In Amerikas heiligster Halle, dem New Yorker Madison Square Garden. [Der Spiegel, 06.02.2008 (online)] ungewöhnl. Sg.

letzte Änderung:

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Halle f. ‘hoher Raum (oft mit auf Säulen ruhendem Dach)’, ahd. halla ‘Tempel’ (9. Jh.), asächs. halla ‘Halle, Saal’, mhd. mnd. mnl. halle, nl. hal, aengl. h(e)all ‘Halle, großes Haus’, engl. hall, anord. hǫll ‘Halle, Saal, großes Gebäude’, schwed. hall, germ. *hallō ist verwandt mit hehlen, Helm1 und hüllen (s. d.). Außergerm. vergleichen sich lat. cella ‘(Vorrats)kammer, enger Wohnraum, Kirchenschiff, Heiligtum im Tempel’, (vielleicht) griech. kalí͞a (καλιά) ‘Hütte, Scheune’ und (dehnstufig) aind. śā́lā ‘Gebäude, Haus, Gemach’, so daß von der Wurzel ie. *k̑el- ‘bergen, verhüllen’ auszugehen ist. Ahd. und mhd. nur selten, im Md. des 13. Jhs. für ‘Verkaufsraum’ und für ‘Vorhalle’ eines öffentlichen Gebäudes, einer Kirche bezeugt. Mit der Lutherbibel erlangt Halle allmählich größere Verbreitung, dringt jedoch erst im 18. Jh. (möglicherweise unter Einfluß der Lektüre Shakespeares und der Edda) allgemein durch und bezeichnet in jüngerer Sprache große, meist mit flacher Überdachung versehene einräumige Gebäude, deren (Seiten)wände fehlen können.

Thesaurus

Synonymgruppe
Halle  ●  Händelstadt  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Halle‹ (berechnet)

Bau Bergkönig Centralstation Hauptbahnhof Messe Messegelände Turngemeinde Turnverein alsterdorfer ausverkaufen ausverkauft bauen betreten denkmalgeschützt dreischiffig fassend freitragend füllen gläsern große heilig heimisch licht nutzbar ostwestfälisch rappelvoll riesig weitläufig westfälisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Halle‹.

Zitationshilfe
„Halle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Halle>.

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