Halm, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Halm(e)s · Nominativ Plural: Halme
Aussprache
Wortbildung mit ›Halm‹ als Erstglied: ↗Halmfrucht · ↗halmtragend  ·  mit ›Halm‹ als Letztglied: ↗Binsenhalm · ↗Getreidehalm · ↗Grashalm · ↗Schachtelhalm · ↗Strohhalm
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
schlanker, biegsamer Stängel von Getreidearten und Gräsern
Beispiele:
lange, wogende, geknickte Halme
die zarten Halme des jungen Getreides
die Halme des Grases schwanken im Wind, beugen sich tief zur Erde, richten sich wieder auf
einen Halm abreißen, niedertreten
die Sense rauschte durch die Halme
das Getreide schießt in die Halme
er zitterte wie ein Halm im Sturm
es steht noch viel Roggen am, auf dem Halm (= er ist noch nicht geerntet)
die Ernte auf dem Halm verkaufen
die Hälfte der Gerste ist vom Halm (= ist schon geerntet)
So was ist schrecklich für einen Hof, der Mais am Halm und der Bauer im Bett [BrechtKaukas. Kreidekreis4]
2.
schweizerisch Stiel
Beispiel:
eine Axt mit langem Halm
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Halm m. ‘Stengel der Gräser, des Getreides’, ahd. (8. Jh.), asächs. halm, mhd. mnd. mnl. nl. schwed. halm, aengl. halm, healm, engl. haulm, halm, anord. halmr ‘Getreidehalm, Stroh’, germ. *halma- wird ebenso wie lat. culmus und (aus dem Griech.) calamus ‘Halm, Rohr’, griech. kálamos, kalámē (κάλαμος, καλάμη) ‘Halm, Rohr’, aind. kalámaḥ ‘Schreibrohr’ (wohl über arab. qalam aus griech. kálamos ‘Rohr’ entlehnt), kslaw. slama, russ. solóma (солома) ‘Stroh’ auf ie. *k̑oləmos, *k̑oləmā ‘Halm, Rohr’ zurückgeführt, das sich wahrscheinlich an die Wurzel ie. *k̑el- ‘dünner Schaft, Pfeil, steifer Halm’ anschließt. Halm bezeichnet überwiegend den Stengel des Getreides (ohne Ähre oder Rispe), der Plur. Halme (mhd. frühnhd. auch helme und helmer) kann gelegentlich für ‘Getreide’ oder ‘Gras’ stehen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Halm · ↗Stiel · ↗Stängel
Oberbegriffe
  • Organ einer Pflanze · Pflanzenorgan · ↗Pflanzenteil · Teil einer Pflanze

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blatt Ernte Getreide Gras Halm Korn Kornfeld Nest Stengel Zweig aufrichten biegen dürr geknickt geschnitten grün kauen knicken rupfen schwankend sprießen spärlich trocken umknicken verdorren verfaulen vertrocknet wogend zupfen Ähre

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Halm‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Matt schimmert das Grün, an einzelnen Stellen sind die Halme vergilbt, der Rasen ist dort fahl.
Der Tagesspiegel, 02.06.2000
Nur dann haben die Halme die ideale Höhe von 150 cm.
Bild, 08.12.1997
Danach schneidest du die Halme in verschieden große Längen, etwa 5 bis 7 cm.
Braun, Anne u. Nell, Edith: Man muß sich nur zu helfen wissen, Leipzig: Verl. für die Frau 1971, S. 99
Nun unterzieht er sie der letzten Prüfung auf dem Halm.
Hahn, Christian Diederich: Bauernweisheit unterm Mikroskop, Oldenburg i.O.: Stalling 1943 [1939], S. 233
Die Finger dienen dazu, die Halme zu zerteilen; die Messer schneiden sie ab.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 159
Zitationshilfe
„Halm“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Halm>, abgerufen am 20.03.2019.

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