Halunke, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Halunken · Nominativ Plural: Halunken
Aussprache
WorttrennungHa-lun-ke
HerkunftSorbisch
eWDG, 1969

Bedeutung

Schimpfwort nichtswürdiger Mensch, Schuft
Beispiele:
ein frecher, gefährlicher Halunke
so ein großer Halunke!
du Halunke!
das sind alles Halunken
Diebe und Halunken trieben sich nachts in den Parks herum
einen Halunken erwischen, wegjagen
Ich war drauf und dran, die beiden Halunken ... auf die Straße zu werfen [FrischBiedermann3]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Halunke m. ‘Gauner, Betrüger’. In diesem Ausdruck vermischen sich wohl zwei unabhängige Entlehnungen aus slaw. Sprachen. Schles. holomken Plur. ‘Diener?’ (Mitte 15. Jh.) ist entlehnt aus atschech. holomek ‘junger Mann, (Gerichts)diener, Henkersknecht, Gauner, Betrüger’ (tschech. ‘Taugenichts, Büttel’, Schimpfwort), eigentlich ‘Unbehaarter’, Verkürzung aus einem vulgären Schmähwort atschech. holomūdek, holomudec ‘geschlechtlich Unreifer’, eigentlich ‘derjenige, der einen noch unbehaarten Hoden hat’, gebildet zu atschech. holȳ ‘nackt, bloß’ (verwandt mit ↗kahl, s. d.) und mūd, mūdec ‘Hoden’; vgl. Bellmann Slavoteutonica (1971) 239 ff. Daneben steht omd. (obsächs.) Holunke ‘Stadtdiener, Troßbube, Bote, Heideläufer’ (um 1500), entlehnt aus obsorb. (älter) *holank (vgl. holanka ‘Heidebewohnerin’), einer Ableitung von holan (nsorb. golan) ‘Heidebewohner’, zu hola ‘Heide, Wald’ und damit zu obsorb. hoły, nsorb. goły ‘kahl, nackt, bloß’ (den genauen Entsprechungen von atschech. holȳ, s. oben); vgl. Bielfeldt Entlehnungen (1965) 49. Aus beiden Entlehnungen entsteht im 16. Jh. Halunke und wird im 17./18. Jh. literatursprachlich.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bösewicht · ↗Frevler · ↗Gauner · Halunke · ↗Lump · ↗Missetäter · ↗Schlitzohr · ↗Schuft · ↗Schurke · ↗Spitzbube · ↗Strolch · ↗Tunichtgut · ↗Unhold · ↗Übelmann · ↗Übeltäter · übles Subjekt  ●  ↗Fötzel  schweiz. · ↗Haderlump  österr., bair. · (eine) miese Type  ugs. · ↗Canaille  derb, franz. · ↗Kanaille  derb · ↗Schubiack  ugs. · fieser Finger  ugs., abwertend, veraltet · krummer Hund  ugs., fig. · linke Bazille  ugs.
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  ↗Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Bandit · ↗Gangster · ↗Gauner · Halunke · ↗Lump · ↗Schurke  ●  ↗Verbrecher  Hauptform · ↗Galgenstrick  ugs. · ↗Galgenvogel  ugs. · ↗Ganove  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Betrüger Dressur Held Spelunke Zug beschimpfen dreckig glorreich infam zwei übel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Halunke‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da haben uns Halunken ein Jahr lang an der Nase herumgeführt.
Die Zeit, 30.08.2010, Nr. 35
Die Ausübung dieses Rechts hänge jedoch "vom guten Willen von Halunken" ab.
Die Welt, 21.07.1999
Wenn sie mich gelobt hatten, so wäre ich mir als der größte Halunke vorgekommen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1940]
Der Zar also versorgt die Halunken mit Munition und wird dafür in blankem Gold bezahlt.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 204
Wie wir uns den Halunken kaufen, können wir noch nicht wissen.
Kästner, Erich: Emil und die Detektive, Hamburg: Dressler 1991 [1928], S. 80
Zitationshilfe
„Halunke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Halunke>, abgerufen am 23.10.2019.

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