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Hammer, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hammers · Nominativ Plural: Hämmer
Aussprache
WorttrennungHam-mer (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Hammer‹ als Erstglied: ↗Hammerbahn · ↗Hammerhai · ↗Hammerklavier · ↗Hammermuschel · ↗Hammermühle · ↗Hammerpreis1 · ↗Hammerpreis2 · ↗Hammerschlag · ↗Hammerschmied · ↗Hammerschmiede · ↗Hammerschuss · ↗Hammerstiel · ↗Hammerwerfer · ↗Hammerwerk · ↗Hammerwurf · ↗Hammerzeh · ↗Hammerzehe · ↗Hämmerlein · ↗hammerförmig · ↗hammergeil · ↗hammerhart
 ·  mit ›Hammer‹ als Letztglied: ↗Abbauhammer · ↗Abbruchhammer · ↗Auktionshammer · ↗Bohrhammer · ↗Dampfhammer · ↗Dengelhammer · ↗Eisenhammer · ↗Gummihammer · ↗Holzhammer · ↗Kupferhammer · ↗Maurerhammer · ↗Niethammer · ↗Presslufthammer · ↗Schlosserhammer · ↗Schmiedehammer · ↗Schusterhammer · ↗Vorschlaghammer · ↗Wurfhammer · ↗Ziegelhammer · ↗Zimmermannshammer
 ·  mit ›Hammer‹ als Grundform: ↗hämmern
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Schlagwerkzeug, Klopfwerkzeug, das aus einem Kopf mit Bahn und Finne besteht, in den rechtwinklig ein Stiel eingepasst ist
Beispiele:
ein großer, schwerer, eiserner, hölzerner Hammer
der Kopf, Stiel des Hammers
das Dröhnen der Hämmer
ein Schlag mit dem Hammer
der Hammer sitzt fest im Stiel
der Hammer fällt auf den Amboss nieder
der Schmied schwingt seinen Hammer
Nägel mit dem Hammer in die Wand klopfen
Metall mit dem Hammer bearbeiten
das Eisen mit dem Hammer schmieden
die Trümmerfrauen putzten die Ziegel mit Hämmern ab
sein Herz pocht laut wie ein Hammer
Obwohl der Lagerverwalter mit den Fäusten wie mit Hämmern um sich schlug [L. Frank2,221]
Symbol friedlicher Arbeit in Emblemen
Beispiele:
Hammer und Sichel im sowjetischen Staatswappen
Hammer und Zirkel in der Fahne der Deutschen Demokratischen Republik
bildlich etw. kommt unter den Hammeretw. wird zwangsversteigert
Beispiele:
sein gesamtes Eigentum, seine Möbel kamen unter den Hammer
zwischen Hammer und Amboss geraten (= von zwei feindlichen Gewalten zermalmt werden)
Du mußt ... / Amboß oder Hammer sein (= musst der Leidende oder der Handelnde sein) [GoetheCophtisches Lied1,97]
2.
Sport Wurfgerät, das aus einer Metallkugel besteht, die an einem mit Griffen versehenen Draht befestigt ist
Beispiel:
den Hammer werfen
3.
Musik mit Filz gepolstertes Hölzchen, das an die Saiten des Klaviers anschlägt und sie zum Tönen bringt
4.
Medizin äußerstes der drei Gehörknöchelchen
5.
veraltet Hammerwerk
Beispiel:
Hinaus zum Hammer schickt man mich [SchillerGang nach dem Eisenhammer]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hammer · hämmern
Hammer m. ‘Schlagwerkzeug’, ahd. hamar (9. Jh.), mhd. hamer, asächs. hamar, hamur, mnd. hāmer, mnl. nl. hamer, aengl. hamor, engl. hammer, anord. hamarr ‘Klippe, Stein, Hammer’ (die Bedeutung ‘Klippe, Stein’ noch in Ortsnamen wie Hammerfest), schwed. hammare (germ. *hamara-) sowie mhd. (mit anderer Ableitung) hamel ‘abgehauener Stein, Klippe’ sind verwandt mit aslaw. kamy, russ. kámen’ (камень) ‘Stein’. Hammer bezeichnet wohl ursprünglich ein Gerät aus Stein, das als Werkzeug und Waffe verwendet wird. Die genannten Formen, insbesondere die slaw. Bezeichnungen für ‘Stein’ (slaw. *kāmen-; vgl. auch die dem Slaw. entstammenden Ortsnamen Kammin, Kamenz, Chemnitz) verbindet man mit Bildungen gleicher Bedeutung (ie. *ak̑men-, *akmen-), die an die Wurzel ie. *ak̑-, *ok̑- ‘scharf, spitz’, auch ‘kantig, Felsspitze, Felsrand, Stein’ (s. ↗Ähre, ↗Ahorn) das Suffix ie. -men- anfügen, aind. áśmā ‘Stein, Fels, Himmel’ (als Steingewölbe vorgestellt, s. auch ↗Himmel), awest. asman- ‘Stein (als Wurfgeschoß), Himmel’, griech. ákmōn (ἄκμων) ‘steinerner Amboß’, auch ‘Meteorstein’, lit. akmuõ ‘Stein’, ašmuõ ‘Schärfe, Schneide’. Ob ein etymologischer Zusammenhang zwischen den unterschiedlichen Bildungen besteht, ist umstritten, ebenso die Frage nach der ursprünglichen (ie.) Qualität des in den germ. und slaw. Formen auf den anlautenden Guttural folgenden Vokals. Sehr zweifelhaft ist daher auch, ob die unter ↗Himmel (s. d.) genannten Formen etymologisch hierher gehören (bei Annahme eines alten e/o-Ablauts und Anknüpfung an die Vorstellung ‘Steingewölbe’, wie sie die zitierten indoiran. Wörter aufweisen). In nhd. Zeit bedeutet Hammer auch ‘Hammerwerk’ und (jünger) ‘Werkzeugmaschine’, ferner sportsprachlich ‘Wurfgerät’. Die Verbindung unter den Hammer kommen ‘versteigert werden’ knüpft an den Hammer an, mit dem in der Auktion dem Meistbietenden der Zuschlag erteilt wird. hämmern Vb. mhd. hemeren.

Thesaurus

Synonymgruppe
Exklusivbericht · ↗Exklusivmeldung · ↗Sensationsmeldung  ●  ↗Scoop  engl. · Hammer  ugs. · ↗Knaller  ugs. · ↗Knüller  ugs. · tolles Ding  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Fäustel · Hammer
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Fallhammer · Schabottenhammer · Vertikalhammer
Synonymgruppe
(ein) Traum · ↗atemberaubend · ↗atemraubend · ↗ausgezeichnet · ↗beispiellos · ↗brillant · ↗einzigartig · ↗erstklassig · ↗exzellent · ↗fabelhaft · ↗fantastisch · ↗fulminant · ganz große Klasse · ↗genial · ↗glänzend · ↗grandios · herausragend · ↗hervorragend · ↗himmlisch · hinreißend · ohne Beispiel · ↗phantastisch · ↗phänomenal · ↗sagenhaft · ↗traumhaft · umwerfend · ↗unglaublich · ↗unvergleichlich · ↗unübertrefflich · ↗unübertroffen · von außerordentlicher Qualität · von höchster ... (Intensität o.ä.) · ↗wunderbar · ↗wundervoll · ↗überwältigend  ●  ↗großartig  Hauptform · (aller)erste Sahne  ugs. · (das) fetzt  ugs. · (das) rockt  ugs. · ↗(eine) Offenbarung  geh. · Hammer! (Jugendsprache)  ugs. · ↗Spitze  ugs. · ↗Wahnsinn  ugs. · absolut irre  ugs. · absolut super  ugs. · absoluter Wahnsinn  ugs. · ↗affengeil  ugs. · ↗begnadet  geh. · berückend  geh. · ↗bestens  ugs. · bäumig  ugs., veraltet, schweiz. · du kriegst die Motten! (Ausruf)  ugs. · ganz großes Kino  ugs., fig. · ↗geil (jugendsprachlich)  ugs. · ↗hammergeil (Jugendsprache)  ugs. · ↗himmelsgleich  geh. · ↗klasse  ugs. · ↗magnifik  geh., veraltet · ↗megacool  ugs. · nicht zu fassen  ugs. · nicht zu toppen  ugs. · ↗saugeil (jugendsprachlich)  ugs. · ↗super  ugs. · ↗superb  geh. · ↗süperb  geh. · ↗toll  ugs. · ↗top  ugs. · ↗urst (ostdeutsch-jugendsprachlich)  ugs. · vom Feinsten  ugs. · wumbaba (neol., ironisch)  ugs. · zum Niederknien  geh. · zum Sterben schön  geh. · ↗überragend  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
Hammer...  ugs. · Wahnsinns...  ugs. · ↗irre  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amboß Auktionator Axt Diskus Emblem Fahne Hakenkreuz Klopfen Landstraße Meißel Messer Nagel Schraubenzieher Sichel Säge Zange Zirkel absolut bearbeiten einschlagen erschlagen hauen klopfen philosophieren rausholen schwingen virtuell zerschlagen zertrümmern Ährenkranz

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hammer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann packt Cole den Hammer aus, feuert den Puck krachend ins Tor.
Bild, 28.10.2004
Aber vielleicht fällt der Hammer ja zu einem kleineren Preis.
Der Tagesspiegel, 28.08.2004
Ich bin wie mit dem Hammer vor den Kopf geschlagen.
o. A.: 1929. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1982], S. 3868
Immer noch fielen Hämmer singend auf Stein und ihr Lied war sündhaft traurig.
Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1966 [1948], S. 182
Der Herr des Hauses hatte sein ganzes Vermögen verspielt, und nun kam der in vielen Jahrhunderten angesammelte reiche Schmuck der Räume unter den Hammer.
Witkowski, Georg: Von Menschen und Büchern, Erinnerungen 1863-1933. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 5115
Zitationshilfe
„Hammer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hammer>, abgerufen am 05.12.2019.

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