Hamster, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hamsters · Nominativ Plural: Hamster
Aussprache
WorttrennungHams-ter (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Hamster‹ als Erstglied: ↗Hamsterrad
eWDG, 1969

Bedeutung

lehmgelbes und schwarz-weiß geschecktes, etwa 30 cm langes Nagetier mit sehr großen Backentaschen und kurzem Schwanz, das vorwiegend in sandigen, lehmigen Böden weiträumige Erdbaue anlegt und darin für den Winter große Vorräte an Getreidekörnern einträgt
Beispiele:
ein dicker, fetter Hamster
er hat Backen wie ein Hamster
gierig, gefräßig wie ein Hamster
Vater Mettke ... kroch dann, feist wie ein Hamster im Winterspeck, aus seinem Bau [dem Keller] ganz heraus [G. HermannWordelmann165]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hamster · hamstern · Hamsterer
Hamster m. Nagetier, das in großen Backentaschen Nahrung speichert und in seinem Erdbau Getreide als Wintervorrat einlagert, ahd. hamustro (um 1000), hamastra (11. Jh.), hamestro, -istro (Hs. 13. Jh.), asächs. hamustra, frühnhd. Ham(p)ster. Der Name ist eine Entlehnung aus urruss. *choměstrъ, das durch die Hapaxlegomena russ.-kslaw. choměstorъ (11. Jh.), choměstarъ (13. Jh.) bezeugt ist, dagegen mit anderem Suffix aruss. choměkъ, chomjakъ, russ. chomják (хомяк). Der Ausdruck stammt wohl aus dem Altiran., vgl. awest. hamaēstar- ‘wer nieder-, zu Boden wirft (hier z. B. die Getreidehalme), unterdrückt’ (Vasmer 3, 259). Abzuweisen ist die verbreitete Meinung, daß die ahd. Formen für ‘Kornwurm’ stehen. Zwar glossieren sie in der Regel lat. curculio, also eigentlich die Bezeichnung für den Kornkäfer und seine Larve. Es ist jedoch davon auszugehen, daß von den Glossatoren lat. curculio in dem allgemeinen Sinne ‘Getreideschädling’ verstanden wurde (vgl. die Interpretation spätlat. genus nociuum frugibus inimicus, Corp. Gloss. Lat. 5, 206, 18). Infolgedessen übersetzen sie lat. curculio mit ahd. hamustro, dem Namen des Nagetieres, oder in einigen Fällen genauer mit den Namen beider bekannter Getreideschädlinge hamastra vel engiring ‘Hamster oder Kornkäfer’; vgl. Pfeifer Tiernamen 245 f. hamstern Vb. ähnlich dem Hamster ‘Vorräte anhäufen, speichern’ (1. Hälfte 19. Jh.), ‘sich knapp gewordene Lebensmittel, Bedarfsartikel verschaffen’ (seit dem ersten Weltkrieg). Dazu Hamsterer m. (20. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Biber Chinchilla Eichhörnchen Eierstock Frettchen Goldfisch Hase Kanarienvogel Kaninchen Katze Katzen Kleintier Käfig Laufrad Maulwurf Maus Meerschwein Meerschweinchen Molch Papagei Prion Ratte Rennmaus Schildkröte Stromschlag Tretrad Wellensittich Zierfisch Zwergkaninchen infiziert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hamster‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich war zum Hamstern in einem nahe gelegenen Dorf gewesen.
Süddeutsche Zeitung, 09.03.2001
Der zweiköpfige Hamster funktioniert genauso, nur daß für jeden Tag, an dem der Dollar außerhalb der Range ist, wieder etwas zurückgezahlt werden muß.
Die Zeit, 14.03.1997, Nr. 12
Wir sind im Flur der Wohnung des Regisseurs zwei Mal auf verschiedene Hamster getreten.
Hermann, Judith: Sommerhaus, später, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 2000 [1998], S. 102
Hamster und Meerschweinchen stellten sich auf die Hinterpfoten und tanzten.
Preußler, Otfried: Die kleine Hexe, Stuttgart: Thienemann 1980 [1957], S. 51
Hamster und Kaninchen werden ebenfalls vergiftet, gewöhnlich unter Anwendung des feuergefährlichen Schwefelkohlenstoffes.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 147
Zitationshilfe
„Hamster“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hamster>, abgerufen am 16.11.2018.

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