Hamsterer, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hamsterers · Nominativ Plural: Hamsterer
Aussprache  [ˈhamstəʀɐ]
Worttrennung Hams-te-rer
Wortzerlegung hamstern-er
Wortbildung  mit ›Hamsterer‹ als Erstglied: ↗Hamsterin1
ZDL-Vollartikel, 2020

Bedeutung

Person, die über den momentanen oder üblichen Bedarf hinausgehende Mengen von etw. sammelt, lagert
Beispiele:
Inflation, Weltkriege und Nachkriegszeit machten hamstern nötig und verliehen dem Feindbild des Hamsterers frische Farbe. [Die Welt, 23.08.2016]
Diese Beobachter [»Buffet-Runner«] bestellen Nachschub, falls etwas knapp wird – und sorgen mit ihrer Präsenz dafür, dass Futterneider, Hamsterer und Gierlappen es am Buffet schwerer haben. [Welt am Sonntag, 21.07.2019, Nr. 29]
Ich bin eher ein chaotischer Typ – und ein Hamsterer. Ich schmeiße ungern was weg. [Süddeutsche Zeitung, 16.12.2017]
Kunstsammler sind ganz besondere Menschen. Man kann sie, grosso modo, in zwei Kategorien einteilen. Da gibt es einmal den klassischen Hamsterer: Er spürt auf, kauft, rafft, und niemand soll ahnen, über welche Schätze er verfügt. [Die Welt, 29.09.2015]
Denn in dem Augenblick, in dem das Angebot laufend ist, d. h. der Verkauf ohne längere Unterbrechung stattfinden kann, wird auch der pessimistischste Hamsterer von selber aufhören, sich Vorräte aufzuspeichern. [Berliner Zeitung, 02.06.1945]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hamster · hamstern · Hamsterer
Hamster m. Nagetier, das in großen Backentaschen Nahrung speichert und in seinem Erdbau Getreide als Wintervorrat einlagert, ahd. hamustro (um 1000), hamastra (11. Jh.), hamestro, -istro (Hs. 13. Jh.), asächs. hamustra, frühnhd. Ham(p)ster. Der Name ist eine Entlehnung aus urruss. *choměstrъ, das durch die Hapaxlegomena russ.-kslaw. choměstorъ (11. Jh.), choměstarъ (13. Jh.) bezeugt ist, dagegen mit anderem Suffix aruss. choměkъ, chomjakъ, russ. chomják (хомяк). Der Ausdruck stammt wohl aus dem Altiran., vgl. awest. hamaēstar- ‘wer nieder-, zu Boden wirft (hier z. B. die Getreidehalme), unterdrückt’ (Vasmer 3, 259). Abzuweisen ist die verbreitete Meinung, daß die ahd. Formen für ‘Kornwurm’ stehen. Zwar glossieren sie in der Regel lat. curculio, also eigentlich die Bezeichnung für den Kornkäfer und seine Larve. Es ist jedoch davon auszugehen, daß von den Glossatoren lat. curculio in dem allgemeinen Sinne ‘Getreideschädling’ verstanden wurde (vgl. die Interpretation spätlat. genus nociuum frugibus inimicus, Corp. Gloss. Lat. 5, 206, 18). Infolgedessen übersetzen sie lat. curculio mit ahd. hamustro, dem Namen des Nagetieres, oder in einigen Fällen genauer mit den Namen beider bekannter Getreideschädlinge hamastra vel engiring ‘Hamster oder Kornkäfer’; vgl. Pfeifer Tiernamen 245 f. hamstern Vb. ähnlich dem Hamster ‘Vorräte anhäufen, speichern’ (1. Hälfte 19. Jh.), ‘sich knapp gewordene Lebensmittel, Bedarfsartikel verschaffen’ (seit dem ersten Weltkrieg). Dazu Hamsterer m. (20. Jh.).
Zitationshilfe
„Hamsterer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hamsterer>, abgerufen am 05.06.2020.

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