Handgeld, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungHand-geld
WortzerlegungHandGeld
eWDG, 1969

Bedeutung

veraltet Geld, das zum Zeichen eines geschlossenen Vertrages gezahlt wird, Angeld
Beispiele:
Handgeld nehmen
jmdm. Handgeld geben
wie Herr Valentin einem kräftigen Bauernburschen ein Handgeld auszahlte [KusenbergNicht zu glauben133]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hand · aushändigen · Handbuch · handfest · Handgeld · handgemein · Handgemenge · handgreiflich · Handhabe · handhaben · Handlanger · handlich · Handschrift · Handschuh · Handstreich · Handtuch · Oberhand · überhandnehmen
Hand f. ‘unterster Teil des Armes zum Greifen und Halten’, ahd. hant (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. hant, asächs. hand, aengl. hand, hond, nl. engl. hand, anord. hǫnd, schwed. hand, got. handus führen auf eine Substantivbildung germ. *handu-, die im Ablautverhältnis steht zu got. -hinþan ‘greifen, fangen’ (frahinþan ‘gefangennehmen’), aschwed. schwed. hinna ‘erlangen, erreichen’ und zu ahd. herihunda ‘Beute’ (9. Jh.), aengl. hūþ, got. hunþs ‘Beute’. Hand wäre danach als ‘die Greifende, Fangende’ zu deuten. Eine Verbindung zu außergerm. Wörtern ist nicht sicher nachzuweisen; de Vries Nl. 234 hält daher Herkunft aus einem vorie. Substrat für möglich. Doch vgl. zur Problematik des Wortes Markey in: Journal of Indo-European Studies 12 (1984) 261 ff. Im Ahd. geht Hand in die i-Deklination über; Reste des alten u-Stammes zeigen Fügungen wie abhanden (s. ↗ab), vorhanden ‘verfügbar, vorrätig’, eigentlich ‘vor den Händen’ (15. Jh.), meist in der Fügung vorhanden sein, attributiv seit dem 18. Jh., und zuhanden ‘greifbar, nahe’ (15. Jh.), die den umlautlosen Dativ Plur. bewahren. aushändigen Vb. ‘aus der Hand geben’ (17. Jh.). Handbuch n. ‘Buch, das den Stoff eines Wissensgebietes umfaßt’, Übersetzung (15. Jh.) von gleichbed. lat. manuāle. handfest Adj. ‘kräftig, derb’, mhd. hantveste, mnd. hantvast ‘in feste Hand genommen, gefangen, tüchtig’. Handgeld n. ‘Anzahlung bei mündlichem Abschluß eines Vertrages’, besonders ‘Geld, das jmdm. (bei der Anwerbung zum Militärdienst) in die gelobende Hand gezahlt wird’ (17. Jh.); vgl. mnd. hantgelt ‘Zins, Rente’ (14. Jh.). handgemein Adj. ‘handgreiflich, tätlich’ (18. Jh.). Handgemenge n. ‘Schlägerei, Nahkampf’ (17. Jh.). handgreiflich Adj. ‘tätlich, greifbar’ (17. Jh.). Handhabe f. ‘Griff, Henkel, begründeter Anlaß’, ahd. hanthaba (9. Jh.), mhd. hanthabe; handhaben Vb. ‘auf eine bestimmte Weise gebrauchen, benutzen’ (16. Jh.), frühnhd. hanthaben ‘fest fassen, (an)halten, schützen, unterstützen’ (15. Jh.). Handlanger m. ‘Zuarbeiter’ (in Bauberufen), ‘willfähriger Helfer’ (15. Jh.); zu ↗langen ‘ausstrecken, reichen, greifen’ (s. d.). handlich Adj. ‘bequem, leicht zu handhaben’, mhd. hantlich ‘mit der Hand verrichtet’. Handschrift f. ‘für jmdn. charakteristische Schrift, handgeschriebenes Werk’, frühnhd. auch ‘Unterschrift, Schuldbrief’ (15. Jh.). Handschuh m. ‘Bekleidungsstück der Hand’, ahd. hantscuoh (9. Jh.), mhd. hantschuoch. Handstreich m. ‘Handschlag’ (16. bis 19. Jh.); ‘plötzlicher Überfall’ (Anfang 19. Jh. als Übersetzung von frz. coup de main). Handtuch n. ‘Tuch zum Abtrocknen der Hände, des Körpers’, ahd. hanttuoh (Hs. 12. Jh.), mhd. hanttuoch; aus dem Boxsport das Handtuch werfen ‘(den Kampf) aufgeben’ (20. Jh.). Oberhand f. ‘Überlegenheit, Übermacht’, mhd. oberhant (aus obere hant); geläufig die Oberhand gewinnen, behalten. Zu Hand im Sinne von ‘Besitz, Macht’. überhandnehmen Vb. ‘sich zu stark vermehren, ausbreiten’ (15. Jh.), mhd. überhant nemen; vgl. mhd. überhant f. ‘Übermacht’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ablöse Ablösesumme Gehalt Höhe Jahresgehalt Mark Millionenhöhe Prämie Spieler Transfersumma Versteuerung Wechsel Zahlung bezahlen dick einstreichen fett fließen gezahlt kassieren locken ordentlich satt stattlich vorgezogen zahlen überhöht überweisen üblich üppig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Handgeld‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Zahlung von Handgeldern im Rahmen derartiger Transfers ist an sich auch nicht strafbar.
Der Tagesspiegel, 07.08.2002
Ein Handgeld - es müssen nicht 20 Millionen Mark sein - wäre angenehm.
Die Welt, 06.11.2001
Natürlich wird er dort auch noch besser verdienen, die Rede ist von einem Handgeld von 30 Millionen Euro und sieben Millionen Gehalt pro Jahr.
Die Zeit, 28.05.2013, Nr. 22
Eine Million Mark Handgeld verlangte er - so blieb es bis heute undementiert - vom Hamburger Sportverein.
konkret, 1982
Der Amerikaner lernte dieses Subjekt in einer Garküche kennen und engagierte es sogleich mit reichlichem Handgeld.
Kubin, Alfred: Die andere Seite, München: Spangenberg 1990 [1909], S. 195
Zitationshilfe
„Handgeld“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Handgeld>, abgerufen am 11.12.2019.

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