Handgriff, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungHand-griff (computergeneriert)
WortzerlegungHandGriff
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Griff, der für einen Arbeitsvorgang notwendig ist
Beispiele:
ein geschickter, passender, letzter, falscher Handgriff
bei ihm sitzt jeder Handgriff
die notwendigen Handgriffe kennen, tun
der Bauarbeiter hat seine ganz bestimmten Handgriffe
jmdm. die erforderlichen Handgriffe beibringen, zeigen, erkären
mit wenigen Handgriffen hatte der Ingenieur den Schaden an der Turbine behoben
Grischa, in allen Handgriffen der Schreinerei allmählich geübt [A. ZweigGrischa275]
umgangssprachlich, bildlich kleine Mühe, Gefälligkeit
Beispiele:
jmdm. einen Handgriff machen (= ihm helfen)
sie taten keinen Handgriff für uns
wir nahmen ihnen manchen Handgriff ab
das sind doch nur ein paar Handgriffe! (= das kostet doch nicht viel Mühe!)
2.
Griff zum Anfassen oder Tragen
Beispiele:
der Handgriff des Korbes, Koffers
die Leiter hat feste Handgriffe
etw. am Handgriff anfassen
den Handgriff vom Moped abmontieren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Griff · Handgriff · Kunstgriff · griffig
Griff m. ‘das Greifen, Zufassen, Vorrichtung zum Anfassen’, auch in terminologischen Verwendungen, z. B. ‘vorschriftsmäßige Handhabung der Waffe’, ‘beim Anfassen festzustellende Eigenschaften eines Gewebes’, ahd. -grif in Zusammensetzungen (zuerst hantgrif, um 800, s. unten, s. auch ↗Angriff, ↗Übergriff, vgl. schon langobard. anagrip ‘Antastung’, 7. Jh.), mhd. grif ‘das Greifen, Tasten, Klaue, Umfang’ (spätmhd. auch ‘Zugehöriges’), mnd. grēpe ‘das Greifen, Zugriff, Henkel, Kunstgriff’, mnl. grēpe, greep ‘das Greifen, Umfang’, nl. greep ‘das Greifen’, aengl. gripe ‘Griff, Ergreifung, Angriff, Gewalt’, engl. grip ‘das Greifen, Griff, Händedruck, Gewalt’, anord. gripr ‘Eigentum, Kleinod’ beruhen auf einem Maskulinum germ. *gripi-, das zu dem in nhd. ↗greifen (s. d.) fortlebenden starken gemeingerm. Verb gebildet ist; zu vergleichen sind weiterhin anord. -grip (in Zusammensetzungen), norw. grep, schwed. grepp, dän. greb ‘Griff’, die auf ein ebenfalls deverbatives Neutrum germ. *gripa- zurückgehen. Das schwundstufige Verbalabstraktum wird im Mhd. jägersprachlicher Ausdruck für ‘Greifvogelfuß, Klaue’ und ist mnd. und im älteren Nhd. im Sinne von ‘Kunstgriff, Kniff’ gebräuchlich (16. bis 18. Jh., auch Grifflein). Außerdem bezeichnet es mnd. seit dem 15. Jh., hd. vom 17. Jh. an den zum Anfassen bestimmten Teil eines Gegenstands (Henkel, Stiel, Knauf, Hebel u. ä.). Handgriff m. ‘Zugriff, Handhabung’ (namentlich ‘geschicktes Herangehen, Kunstfertigkeit’) sowie ‘Vorrichtung zum Anfassen’, nhd. in beiden Bedeutungen seit dem 16. Jh.; vorher ahd. hantgrif ‘Handvoll’ (um 800), mnd. hantgrēpe ‘Stiel, Henkel, Türgriff’, auch ‘Griff mit der Hand’ (vgl. mhd. hantgrift f. ‘das Handanlegen’). Kunstgriff m. ‘geschicktes, besondere Fertigkeiten voraussetzendes Herangehen, Kniff’ (17. Jh.), vgl. gleichbed. nl. kunstgreep. griffig Adj. ‘handlich, gut anzugreifen’, bis ins 19. Jh. auch ‘gierig’, ahd. griphīg ‘zugreifend, begierig’ (11. Jh.), mhd. griffec ‘greifbar’; vgl. mhd. griphec ‘raubgierig, handlich’, ferner mhd. grīfec, frühnhd. greifig ‘wonach greifend, gierig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anfasser · ↗Griff · ↗Halt · ↗Haltegriff · ↗Heft (Messer) · ↗Henkel · ↗Knauf
Synonymgruppe
Griff · Griffstück · ↗Schaft · ↗Stiel
Synonymgruppe
(der) richtige Dreh · ↗(genialer o.ä.) Trick · ↗(raffinierter o.ä.) Kunstgriff · ↗(spezielle) Praktik · ↗(spezielle) Technik · ↗(spezieller, genialer) Handgriff · ↗Dreh · ↗Finesse · ↗Kniff · ↗Kunststück · Trick 17 · Trick siebzehn · trickreiche Methode  ●  ↗(cleverer o.ä.) Schachzug  fig.
Assoziationen
  • Treibarbeit · ↗Treiben
  • Kriegslist  ●  Ruse de Guerre  geh., franz. · Stratagem  geh., griechisch · ↗Strategem  geh., griechisch · Strategema  geh., griechisch
  • Muster · ↗Tour · ↗Trick · ↗Vorgehensweise  ●  ↗Masche  abwertend · ↗Spiel(chen)  ugs.
  • (das ist) das Interessante (an)  ●  (das ist) der springende Punkt  fig. · das ist der Witz an der Sache  Redensart · darum geht es ja gerade!  ugs., variabel
Synonymgruppe
(kleine) Nebenarbeit · ↗Hilfeleistung  ●  ↗Handschlag  fig. · ↗Handreichung  geh.
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abfolge Doppelbett Fließband Fußtritten Handgriff Kofferraum Rückbank Rücksitze Sitzbank Viersitzer alltäglichen befestigt blitzschnelle eingeübt eingeübten erledigt erlernen flinken gekonnten geschickten geübten heizbare herausgenommen montiert routinierten simplen umgeklappt verrichten verstaut wiederholende

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Handgriff‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der ersten Geschichte geht Joe zur Arbeit und ruht sich schon nach wenigen Handgriffen aus.
Die Welt, 25.05.2005
Den genauen Ablauf aller Handgriffe für den Start kennt er schon.
Der Tagesspiegel, 15.04.1997
Ich beobachtete sie bei den letzten Handgriffen, dann drehte sie sich um.
Woelk, Ulrich: Freigang. Verlag S. Fischer, Frankfurt 1990, S. 32
Das neue Rad wird in gleicher Weise, jedoch in umgekehrter Reihenfolge der Handgriffe wieder aufgesetzt.
o. A.: Glas Goggomobil Limousine und Coupé, Dingolfing: Hans Glas GmbH Isaria Maschinenfabrik 1965, S. 20
Man mußte sich ankrallen an den Handgriffen wie toll, um nicht runtergeschwemmt zu werden.
Traven, B.: Das Totenschiff, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1929 [1926], S. 243
Zitationshilfe
„Handgriff“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Handgriff>, abgerufen am 21.11.2017.

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