Handschuh, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungHand-schuh
WortzerlegungHandSchuh
Wortbildung mit ›Handschuh‹ als Erstglied: ↗Handschuhehe · ↗Handschuhfabrikation · ↗Handschuhleder · ↗Handschuhmacher · ↗Handschuhnummer
 ·  mit ›Handschuh‹ als Letztglied: ↗Boxerhandschuh · ↗Damenhandschuh · ↗Datenhandschuh · ↗Einweghandschuh · ↗Fausthandschuh · ↗Fechthandschuh · ↗Fehdehandschuh · ↗Filethandschuh · ↗Fingerhandschuh · ↗Frotteehandschuh · ↗Glaceehandschuh · ↗Glacéhandschuh · ↗Gummihandschuh · ↗Halbhandschuh · ↗Herrenhandschuh · ↗Lederhandschuh · ↗Pelzhandschuh · ↗Samthandschuh · ↗Stoffhandschuh · ↗Strickhandschuh · ↗Stulpenhandschuh · ↗Stulphandschuh · ↗Wildlederhandschuh · ↗Wollhandschuh · ↗Zwirnhandschuh
 ·  mit ›Handschuh‹ als Grundform: ↗behandschuht
eWDG, 1969

Bedeutung

Bekleidungsstück für die Hand
Beispiele:
wollene, seidene, lederne Handschuhe
ein Paar gefütterte Handschuhe
ein Handschuh aus Gummi
der Handschuh passt, ist zu eng
die Handschuhe anziehen, ausziehen
sich [Dativ] den Handschuh abstreifen, überstreifen
er verlor seinen linken Handschuh
die Bauarbeiter arbeiten im Winter mit dicken Handschuhen
Sie gehören zusammen wie Hand und Handschuh (= sie gehören eng zusammen) [Feuchtw.Füchse672]
bildlich
Beispiele:
umgangssprachlich jmdn. mit Handschuhen (= sehr vorsichtig) anfassen
jmdm. den Handschuh hinwerfen (= jmdm. den Kampf ansagen)
den Handschuh aufnehmen (= die Herausforderung zum Kampf annehmen)
Und er wirft ihr den Handschuh ins Gesicht [SchillerHandschuh]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hand · aushändigen · Handbuch · handfest · Handgeld · handgemein · Handgemenge · handgreiflich · Handhabe · handhaben · Handlanger · handlich · Handschrift · Handschuh · Handstreich · Handtuch · Oberhand · überhandnehmen
Hand f. ‘unterster Teil des Armes zum Greifen und Halten’, ahd. hant (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. hant, asächs. hand, aengl. hand, hond, nl. engl. hand, anord. hǫnd, schwed. hand, got. handus führen auf eine Substantivbildung germ. *handu-, die im Ablautverhältnis steht zu got. -hinþan ‘greifen, fangen’ (frahinþan ‘gefangennehmen’), aschwed. schwed. hinna ‘erlangen, erreichen’ und zu ahd. herihunda ‘Beute’ (9. Jh.), aengl. hūþ, got. hunþs ‘Beute’. Hand wäre danach als ‘die Greifende, Fangende’ zu deuten. Eine Verbindung zu außergerm. Wörtern ist nicht sicher nachzuweisen; de Vries Nl. 234 hält daher Herkunft aus einem vorie. Substrat für möglich. Doch vgl. zur Problematik des Wortes Markey in: Journal of Indo-European Studies 12 (1984) 261 ff. Im Ahd. geht Hand in die i-Deklination über; Reste des alten u-Stammes zeigen Fügungen wie abhanden (s. ↗ab), vorhanden ‘verfügbar, vorrätig’, eigentlich ‘vor den Händen’ (15. Jh.), meist in der Fügung vorhanden sein, attributiv seit dem 18. Jh., und zuhanden ‘greifbar, nahe’ (15. Jh.), die den umlautlosen Dativ Plur. bewahren. aushändigen Vb. ‘aus der Hand geben’ (17. Jh.). Handbuch n. ‘Buch, das den Stoff eines Wissensgebietes umfaßt’, Übersetzung (15. Jh.) von gleichbed. lat. manuāle. handfest Adj. ‘kräftig, derb’, mhd. hantveste, mnd. hantvast ‘in feste Hand genommen, gefangen, tüchtig’. Handgeld n. ‘Anzahlung bei mündlichem Abschluß eines Vertrages’, besonders ‘Geld, das jmdm. (bei der Anwerbung zum Militärdienst) in die gelobende Hand gezahlt wird’ (17. Jh.); vgl. mnd. hantgelt ‘Zins, Rente’ (14. Jh.). handgemein Adj. ‘handgreiflich, tätlich’ (18. Jh.). Handgemenge n. ‘Schlägerei, Nahkampf’ (17. Jh.). handgreiflich Adj. ‘tätlich, greifbar’ (17. Jh.). Handhabe f. ‘Griff, Henkel, begründeter Anlaß’, ahd. hanthaba (9. Jh.), mhd. hanthabe; handhaben Vb. ‘auf eine bestimmte Weise gebrauchen, benutzen’ (16. Jh.), frühnhd. hanthaben ‘fest fassen, (an)halten, schützen, unterstützen’ (15. Jh.). Handlanger m. ‘Zuarbeiter’ (in Bauberufen), ‘willfähriger Helfer’ (15. Jh.); zu ↗langen ‘ausstrecken, reichen, greifen’ (s. d.). handlich Adj. ‘bequem, leicht zu handhaben’, mhd. hantlich ‘mit der Hand verrichtet’. Handschrift f. ‘für jmdn. charakteristische Schrift, handgeschriebenes Werk’, frühnhd. auch ‘Unterschrift, Schuldbrief’ (15. Jh.). Handschuh m. ‘Bekleidungsstück der Hand’, ahd. hantscuoh (9. Jh.), mhd. hantschuoch. Handstreich m. ‘Handschlag’ (16. bis 19. Jh.); ‘plötzlicher Überfall’ (Anfang 19. Jh. als Übersetzung von frz. coup de main). Handtuch n. ‘Tuch zum Abtrocknen der Hände, des Körpers’, ahd. hanttuoh (Hs. 12. Jh.), mhd. hanttuoch; aus dem Boxsport das Handtuch werfen ‘(den Kampf) aufgeben’ (20. Jh.). Oberhand f. ‘Überlegenheit, Übermacht’, mhd. oberhant (aus obere hant); geläufig die Oberhand gewinnen, behalten. Zu Hand im Sinne von ‘Besitz, Macht’. überhandnehmen Vb. ‘sich zu stark vermehren, ausbreiten’ (15. Jh.), mhd. überhant nemen; vgl. mhd. überhant f. ‘Übermacht’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Handschuh [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gummistiefel Helm Hut Jacke Kittel Mantel Mundschutz Müllsack Mütze Overall Pullover Schal Schuh Schutzbrille Socke Stiefel Strumpf Wollmütze abstreifen anbehalten anfassen anhaben ausziehen blutverschmiert dick fingerlos gefüttert ledern weiß überstreifen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Handschuh‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist eine gute Idee, sich einige Linien auf den Handschuh zu zeichnen - so, wie ich es hier gemacht habe.
Die Welt, 15.03.2005
Wenn gerade niemand guckt, legt man ihnen rasch einen Schal um den Hals und stopft ihre gefrorenen Finger in Handschuhe.
Der Tagesspiegel, 05.01.2002
Wer räumt stillschweigend deine Handschuhe weg, die du irgendwo hingelegt hast?
Braun, Anne u. Nell, Edith: Man muß sich nur zu helfen wissen, Leipzig: Verl. für die Frau 1971, S. 45
Du hast wieder etwas gekauft, Handschuhe, sag mal, in dunkelblau konntest Du denn keine haben?
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 22.09.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Der Herr verabschiedet sich mit dem Hut in der Hand, die Handschuhe zieht er zu diesem Zweck nicht erst besonders an.
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 24520
Zitationshilfe
„Handschuh“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Handschuh>, abgerufen am 17.10.2019.

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