Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Handtuch, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Handtuch(e)s · Nominativ Plural: Handtücher
Aussprache 
Worttrennung Hand-tuch
Wortzerlegung Hand Tuch
Wortbildung  mit ›Handtuch‹ als Erstglied: Handtuchautomat · Handtuchbehälter · Handtuchgestell · Handtuchhalter · Handtuchrolle · handtuchschmal
 ·  mit ›Handtuch‹ als Letztglied: Badehandtuch · Einmalhandtuch · Frotteehandtuch · Frottierhandtuch · Küchenhandtuch
eWDG

Bedeutung

Tuch zum Abtrocknen der Hände, des Gesichts
Beispiele:
ein neues, sauberes, weißes, trockenes, nasses, gebrauchtes, schmutziges Handtuch
ein Dutzend Handtücher
Seife und Handtuch benutzen
er frottierte sich [Dativ] das Gesicht kräftig mit einem rauen Handtuch
Boxender Trainer warf das Handtuch (= gab das Zeichen zur Aufgabe des Kampfes)
umgangssprachlich, bildlich
Beispiele:
so ein schmales Handtuch! (= so ein schmächtiger Mensch!)
Und denn geht's durchs halbe Dorf zum nächsten Handtuch (= schmalen Ackerstreifen) [ NellFischer147]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hand · aushändigen · Handbuch · handfest · Handgeld · handgemein · Handgemenge · handgreiflich · Handhabe · handhaben · Handlanger · handlich · Handschrift · Handschuh · Handstreich · Handtuch · Oberhand · überhandnehmen
Hand f. ‘unterster Teil des Armes zum Greifen und Halten’, ahd. hant (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. hant, asächs. hand, aengl. hand, hond, nl. engl. hand, anord. hǫnd, schwed. hand, got. handus führen auf eine Substantivbildung germ. *handu-, die im Ablautverhältnis steht zu got. -hinþan ‘greifen, fangen’ (frahinþan ‘gefangennehmen’), aschwed. schwed. hinna ‘erlangen, erreichen’ und zu ahd. herihunda ‘Beute’ (9. Jh.), aengl. hūþ, got. hunþs ‘Beute’. Hand wäre danach als ‘die Greifende, Fangende’ zu deuten. Eine Verbindung zu außergerm. Wörtern ist nicht sicher nachzuweisen; de Vries Nl. 234 hält daher Herkunft aus einem vorie. Substrat für möglich. Doch vgl. zur Problematik des Wortes Markey in: Journal of Indo-European Studies 12 (1984) 261 ff. Im Ahd. geht Hand in die i-Deklination über; Reste des alten u-Stammes zeigen Fügungen wie abhanden (s. ab), vorhanden ‘verfügbar, vorrätig’, eigentlich ‘vor den Händen’ (15. Jh.), meist in der Fügung vorhanden sein, attributiv seit dem 18. Jh., und zuhanden ‘greifbar, nahe’ (15. Jh.), die den umlautlosen Dativ Plur. bewahren. – aushändigen Vb. ‘aus der Hand geben’ (17. Jh.). Handbuch n. ‘Buch, das den Stoff eines Wissensgebietes umfaßt’, Übersetzung (15. Jh.) von gleichbed. lat. manuāle. handfest Adj. ‘kräftig, derb’, mhd. hantveste, mnd. hantvast ‘in feste Hand genommen, gefangen, tüchtig’. Handgeld n. ‘Anzahlung bei mündlichem Abschluß eines Vertrages’, besonders ‘Geld, das jmdm. (bei der Anwerbung zum Militärdienst) in die gelobende Hand gezahlt wird’ (17. Jh.); vgl. mnd. hantgelt ‘Zins, Rente’ (14. Jh.). handgemein Adj. ‘handgreiflich, tätlich’ (18. Jh.). Handgemenge n. ‘Schlägerei, Nahkampf’ (17. Jh.). handgreiflich Adj. ‘tätlich, greifbar’ (17. Jh.). Handhabe f. ‘Griff, Henkel, begründeter Anlaß’, ahd. hanthaba (9. Jh.), mhd. hanthabe; handhaben Vb. ‘auf eine bestimmte Weise gebrauchen, benutzen’ (16. Jh.), frühnhd. hanthaben ‘fest fassen, (an)halten, schützen, unterstützen’ (15. Jh.). Handlanger m. ‘Zuarbeiter’ (in Bauberufen), ‘willfähriger Helfer’ (15. Jh.); zu langen ‘ausstrecken, reichen, greifen’ (s. d.). handlich Adj. ‘bequem, leicht zu handhaben’, mhd. hantlich ‘mit der Hand verrichtet’. Handschrift f. ‘für jmdn. charakteristische Schrift, handgeschriebenes Werk’, frühnhd. auch ‘Unterschrift, Schuldbrief’ (15. Jh.). Handschuh m. ‘Bekleidungsstück der Hand’, ahd. hantscuoh (9. Jh.), mhd. hantschuoch. Handstreich m. ‘Handschlag’ (16. bis 19. Jh.); ‘plötzlicher Überfall’ (Anfang 19. Jh. als Übersetzung von frz. coup de main). Handtuch n. ‘Tuch zum Abtrocknen der Hände, des Körpers’, ahd. hanttuoh (Hs. 12. Jh.), mhd. hanttuoch; aus dem Boxsport das Handtuch werfen ‘(den Kampf) aufgeben’ (20. Jh.). Oberhand f. ‘Überlegenheit, Übermacht’, mhd. oberhant (aus obere hant); geläufig die Oberhand gewinnen, behalten. Zu Hand im Sinne von ‘Besitz, Macht’. überhandnehmen Vb. ‘sich zu stark vermehren, ausbreiten’ (15. Jh.), mhd. überhant nemen; vgl. mhd. überhant f. ‘Übermacht’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Handtuch[Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Handtuch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Handtuch‹.

Verwendungsbeispiele für ›Handtuch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie zielten offensichtlich darauf ab, ihn zu zwingen, seinerseits das Handtuch zu werfen. [Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1975 – 1995, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1999], S. 188]
Und auf das Handtuch kommt es schon gar nicht an. [Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 24]
Sie hing wie ein feuchtes Handtuch hoch über unseren Köpfen über dem Holm. [Die Zeit, 05.09.2013, Nr. 36]
Am liebsten würden sie das Handtuch auf ihre Bahn legen. [Die Zeit, 21.08.2013, Nr. 31]
Wir werden doch jetzt nicht das Handtuch werfen, so kurz vor dem Ziel! [Rothmann, Ralf: Stier, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1991 [1991], S. 49]
Zitationshilfe
„Handtuch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Handtuch>.

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