Handtuch, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungHand-tuch (computergeneriert)
WortzerlegungHandTuch
Wortbildung mit ›Handtuch‹ als Erstglied: ↗Handtuchbehälter · ↗Handtuchhalter · ↗Handtuchrolle
 ·  mit ›Handtuch‹ als Letztglied: ↗Badehandtuch · ↗Frotteehandtuch · ↗Frottierhandtuch
eWDG, 1969

Bedeutung

Tuch zum Abtrocknen der Hände, des Gesichts
Beispiele:
ein neues, sauberes, weißes, trockenes, nasses, gebrauchtes, schmutziges Handtuch
ein Dutzend Handtücher
Seife und Handtuch benutzen
er frottierte sich [Dativ] das Gesicht kräftig mit einem rauen Handtuch
Boxen der Trainer warf das Handtuch (= gab das Zeichen zur Aufgabe des Kampfes)
umgangssprachlich, bildlich
Beispiele:
so ein schmales Handtuch! (= so ein schmächtiger Mensch!)
Und denn geht's durchs halbe Dorf zum nächsten Handtuch (= schmalen Ackerstreifen) [NellFischer147]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hand · aushändigen · Handbuch · handfest · Handgeld · handgemein · Handgemenge · handgreiflich · Handhabe · handhaben · Handlanger · handlich · Handschrift · Handschuh · Handstreich · Handtuch · Oberhand · überhandnehmen
Hand f. ‘unterster Teil des Armes zum Greifen und Halten’, ahd. hant (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. hant, asächs. hand, aengl. hand, hond, nl. engl. hand, anord. hǫnd, schwed. hand, got. handus führen auf eine Substantivbildung germ. *handu-, die im Ablautverhältnis steht zu got. -hinþan ‘greifen, fangen’ (frahinþan ‘gefangennehmen’), aschwed. schwed. hinna ‘erlangen, erreichen’ und zu ahd. herihunda ‘Beute’ (9. Jh.), aengl. hūþ, got. hunþs ‘Beute’. Hand wäre danach als ‘die Greifende, Fangende’ zu deuten. Eine Verbindung zu außergerm. Wörtern ist nicht sicher nachzuweisen; de Vries Nl. 234 hält daher Herkunft aus einem vorie. Substrat für möglich. Doch vgl. zur Problematik des Wortes Markey in: Journal of Indo-European Studies 12 (1984) 261 ff. Im Ahd. geht Hand in die i-Deklination über; Reste des alten u-Stammes zeigen Fügungen wie abhanden (s. ↗ab), vorhanden ‘verfügbar, vorrätig’, eigentlich ‘vor den Händen’ (15. Jh.), meist in der Fügung vorhanden sein, attributiv seit dem 18. Jh., und zuhanden ‘greifbar, nahe’ (15. Jh.), die den umlautlosen Dativ Plur. bewahren. aushändigen Vb. ‘aus der Hand geben’ (17. Jh.). Handbuch n. ‘Buch, das den Stoff eines Wissensgebietes umfaßt’, Übersetzung (15. Jh.) von gleichbed. lat. manuāle. handfest Adj. ‘kräftig, derb’, mhd. hantveste, mnd. hantvast ‘in feste Hand genommen, gefangen, tüchtig’. Handgeld n. ‘Anzahlung bei mündlichem Abschluß eines Vertrages’, besonders ‘Geld, das jmdm. (bei der Anwerbung zum Militärdienst) in die gelobende Hand gezahlt wird’ (17. Jh.); vgl. mnd. hantgelt ‘Zins, Rente’ (14. Jh.). handgemein Adj. ‘handgreiflich, tätlich’ (18. Jh.). Handgemenge n. ‘Schlägerei, Nahkampf’ (17. Jh.). handgreiflich Adj. ‘tätlich, greifbar’ (17. Jh.). Handhabe f. ‘Griff, Henkel, begründeter Anlaß’, ahd. hanthaba (9. Jh.), mhd. hanthabe; handhaben Vb. ‘auf eine bestimmte Weise gebrauchen, benutzen’ (16. Jh.), frühnhd. hanthaben ‘fest fassen, (an)halten, schützen, unterstützen’ (15. Jh.). Handlanger m. ‘Zuarbeiter’ (in Bauberufen), ‘willfähriger Helfer’ (15. Jh.); zu ↗langen ‘ausstrecken, reichen, greifen’ (s. d.). handlich Adj. ‘bequem, leicht zu handhaben’, mhd. hantlich ‘mit der Hand verrichtet’. Handschrift f. ‘für jmdn. charakteristische Schrift, handgeschriebenes Werk’, frühnhd. auch ‘Unterschrift, Schuldbrief’ (15. Jh.). Handschuh m. ‘Bekleidungsstück der Hand’, ahd. hantscuoh (9. Jh.), mhd. hantschuoch. Handstreich m. ‘Handschlag’ (16. bis 19. Jh.); ‘plötzlicher Überfall’ (Anfang 19. Jh. als Übersetzung von frz. coup de main). Handtuch n. ‘Tuch zum Abtrocknen der Hände, des Körpers’, ahd. hanttuoh (Hs. 12. Jh.), mhd. hanttuoch; aus dem Boxsport das Handtuch werfen ‘(den Kampf) aufgeben’ (20. Jh.). Oberhand f. ‘Überlegenheit, Übermacht’, mhd. oberhant (aus obere hant); geläufig die Oberhand gewinnen, behalten. Zu Hand im Sinne von ‘Besitz, Macht’. überhandnehmen Vb. ‘sich zu stark vermehren, ausbreiten’ (15. Jh.), mhd. überhant nemen; vgl. mhd. überhant f. ‘Übermacht’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Handtuch [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Badehose Bademantel Bettlaken Bettwäsche Bettzeug Handtuch Hüfte Kissen Lake Liege Schulter Seife Serviette Tischdecke Waschlappen Wasserflasche Zahnbürste abtrocknen einwickeln erdrosseln feucht flauschig nass schmal schmeißen trocknen vergraben wedeln werfen wickeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Handtuch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit gesenktem Kopf holte er sein Handtuch aus dem Tor.
Bild, 10.10.2005
Vater Joe, sein Trainer, griff da schon nach dem weißen Handtuch.
Der Tagesspiegel, 15.10.2000
Wir werden doch jetzt nicht das Handtuch werfen, so kurz vor dem Ziel!
Rothmann, Ralf: Stier, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1991 [1991], S. 49
Das Brot lag in einem Fach an der Wand, mit einem Handtuch zugedeckt, und niemand rührte es an.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 24
Wo ist eigentlich das Handtuch geblieben, mit dem Sie sich gestern abend abgetrocknet haben?
Hausmann, Manfred: Abel mit der Mundharmonika. In: ders., Gesammelte Werke, Berlin: Fischer 1983 [1932], S. 154
Zitationshilfe
„Handtuch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Handtuch>, abgerufen am 21.10.2019.

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