Handwerksordnung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Handwerksordnung · Nominativ Plural: Handwerksordnungen
Aussprache [ˈhantvɛʁksˌʔɔʁdnʊŋ]
Worttrennung Hand-werks-ord-nung
Wortzerlegung  Handwerk Ordnung
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

Recht Gesetz, das die Handwerksausübung regelt   Heute bezeichnet der Begriff vor allem das »Gesetz zur Ordnung des Handwerks« (Handwerksordnung, HwO), welches die Zulassungspflichten bei der Ausübung eines Handwerks oder handwerksähnlichen Gewerbes, die Berufsbildung im Handwerk, den Erlass von Meisterprüfungsverordnungen sowie die Selbstverwaltung des Handwerks in Innungen, Kreishandwerkerschaften und Handwerkskammern regelt.
weiterführende enzyklopädische Informationen: Gesetz zur Ordnung des Handwerks, www.gesetze-im-internet.de
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: die Handwerksordnung liberalisieren, lockern, verteidigen
in Präpositionalgruppe/-objekt: Verstöße gegen die Handwerksordnung
als Genitivattribut: die Reform, Novelle, Novellierung, Änderung, Liberalisierung, Modernisierung, Lockerung der Handwerksordnung
Beispiele:
Die Handwerksordnung schreibt für 41 Handwerke vor, dass nur ein Meister einen Betrieb führen darf; die Liste reicht von Maurern bis hin zu Reifenmechanikern. [Süddeutsche Zeitung, 02.07.2013]
Nach der Ausbildung streben Schornsteinfeger in der Regel den Meistertitel an, denn laut Handwerksordnung und je nach Betrieb kann oft nur ein Meister seinen eigenen Kehrbezirk betreuen. [Die Zeit, 23.09.2016 (online)]
Seit der Novelle der Handwerksordnung 2004 ist es in zahlreichen Berufen möglich, ohne Meisterpflicht, also ohne ausreichende Sachkundeprüfung, in die Handwerksrolle (= Verzeichnis der Inhaber von Betrieben zulassungspflichtiger Handwerke) aufgenommen zu werden. [Welt am Sonntag, 31.01.2010]
Früher war es üblich, dass Gesellen auf ihrer Wanderschaft unter keinen Umständen eine Unterbrechung einlegen durften – vor allem nicht, um in ihre Heimatstadt zurückzukehren. Der »§ 11« legte das in vielen alten Handwerksordnungen (etwa in einer Gesellenordnung aus dem Jahr 1815) fest: »Es wird weitergewandert«, egal, was einen nach Hause rufen könnte. [Der Standard, 22.10.2007]
Während im handwerksähnlichen Gewerbe viele Glücksritter ohne entsprechende Ausbildung unterwegs sind, ist im Vollhandwerk die Meisterprüfung oder ein gleichwertiger Berufsabschluß durch die Handwerksordnung zwingend vorgeschrieben. [Der Tagesspiegel, 08.11.1997]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Handwerksordnung‹

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Zitationshilfe
„Handwerksordnung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Handwerksordnung>, abgerufen am 19.10.2021.

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