Hans, der

GrammatikEigenname (Maskulinum)
Aussprache
Wortbildung mit ›Hans‹ als Erstglied: ↗Hansdampf · ↗Hansguckindieluft · ↗Hansnarr · ↗Hanswurst · ↗Hänschen
eWDG, 1969

Bedeutung

Beispiele:
umgangssprachlich er ist ein Hans im Glück (= ein Glückspilz)
abwertend Hans Liederlich (= liederlicher Mensch)
abwertend Hans Taps (= täppischer Bursche, Tölpel)
spöttisch Der große (= vornehme) Hans, ach, wie so klein! [GoetheFaustI 2727]
nordwestdeutsch, dichterisch, übertragen der blanke Hansdie Nordsee bei Flut und Sturm
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hans m. aus dem biblischen Namen Johannes, griech. Iōánnēs (Ἰωάννης), hebr. Jōḥānān (‘Jahwe hat sich erbarmt’) gekürzter männlicher Vorname. Zunächst bezeugt in Urkunden des 13. Jhs. in Formen wie Hannis, Hannes, die sich aus unbetonter Aussprache der ersten Silbe und schließlich gänzlicher Einsparung derselben erklären. Als einer der beliebtesten Vornamen (in Hinblick auf Johannes den Täufer, vgl. ¹DWB 4, 2, 455) erlangt Hans weithin den Charakter eines Appellativums und wird sowohl auf hochgestellte Personen (vgl. die großen Hansen ‘die einflußreichen Leute’, Luther) als auch auf Bauern (vgl. Basthans, Karsthans für Repräsentanten der Bauern in der frühbürgerlichen Revolution) bezogen. Oft treten charakterisierende Begriffe hinzu, die wie Beinamen oder Familiennamen aufgefaßt werden (Hans Stotterer, 15. Jh., danach Hans Liederlich, Hans Ohnesorge, Hans Unverstand). Daraus erklärt sich auch die pejorative Färbung des Namens, die zumal in der Komposition deutlich wird, wo -hans suffixartig auftritt (Faul-, Groß-, Kleinhans, 16. Jh., Prahlhans ‘großsprecherischer Mensch’, Schmalhans ‘bei dem es schmal, dürftig zugeht, Hungerleider’, 17. Jh., mnd. smālehans). Vgl. auch Redensarten und Sprichwörter wie Hans Dampf in allen Gassen, mnd. Hans in allen strāten; was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. In der Theatergeschichte gewinnt Hanswurst (hervorgegangen aus dem Scheltnamen Hans Wurst, 16. Jh., mnd. Hans Worst, vgl. Hans Mist bei Seb. Brant um 1500) besondere Bedeutung als feststehender Name des Narren in der Komödie; vgl. auch Hans Narr (16. Jh.). Dort bezeichnet (zuerst 1573) Hanswurst einen dicken (vgl. Wurst-Hans ‘Fresser, Vielfraß’, H. Sachs), groben, ungebildeten Spaßmacher oder Dummkopf bzw. (bis ins 18. Jh.) eine derb-komische Figur.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aus dem "eisernen Hans" ist der "Herr der Löcher" geworden.
Bild, 08.05.2004
Hans sollte ein Handwerk lernen, das würde er vielleicht schaffen.
Süddeutsche Zeitung, 14.11.2001
Hans dachte, was gibt es denn da noch zu reden?
Walser, Martin: Ehen in Philippsburg, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1957], S. 65
Hans hatte mir überhaupt fest versprochen mich mal zu besuchen.
Ury, Else: Nesthäkchen fliegt aus dem Nest, Stuttgart: K. Thienemanns 1997 [1920], S. 77
Endlich um 5 hatte Hans noch in der Stadt zu tun.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1929. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1929], S. 29
Zitationshilfe
„Hans“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hans>, abgerufen am 26.04.2019.

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