Harke, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Harke · Nominativ Plural: Harken
Aussprache
WorttrennungHar-ke
eWDG, 1969

Bedeutung

landschaftlich, besonders norddeutsch Gartengerät mit langem Stiel und einer mit Holzzinken oder Metallzinken versehenen Querleiste, das zum Zusammenrechen und Einebnen dient, Rechen
Beispiele:
Laub mit der Harke vom Rasen entfernen
der Bauer hat das Heu mit der Harke aufgehäuft
den umgegrabenen Boden mit der Harke bearbeiten
übertragen
Beispiel:
saloppjmdm. zeigen, was eine Harke ist (= jmdm. deutlich und nachdrücklich seinen Standpunkt klarmachen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Harke · harken · beharken
Harke f. ‘Gartengerät mit aufgereihten Zinken’, mnd. harke, herke, nd. Harke bleibt bis in die Gegenwart auf das nordd. Gebiet beschränkt; vgl. auch mnl. harke, nl. hark. Im Md. und Südd. dafür ↗Rechen (s. d.). Dem Ursprung nach ist Harke wohl aus dem Geräusch zu erklären, das bei ihrer Benutzung entsteht und das der krächzenden Stimme der Krähe ähnelt. Vergleichbar sind anord. hrōkr, aengl. hrōc ‘Krähe’, dann Bezeichnungen für bestimmte Geräusche wie anord. harka ‘mit schlürfendem Geräusch schleppen’, hark ‘Lärm, Geräusch’, norw. schwed. harka ‘kratzen, scheuern’, aind. kharjati ‘knarrt’, griech. krṓzein (κρώζειν) ‘krächzen’ (wie eine Krähe), so daß eine Gutturalerweiterung (für die zitierten Wörter vor allem in der Form ie. *korg-, *krōg-) der Wurzel ie. *ker-, *kor-, *kr- Schallnachahmung für heisere, rauhe Töne, wozu auch lat. cornīx ‘Krähe’, griech. kórax (κόραξ) ‘Rabe’ (s. ↗Rabe), angesetzt werden kann. Die geläufige Wendung jmdm. zeigen, was eine Harke ist ‘übel mit jmdm. verfahren’ (16. Jh.) ist wohl wie beharken (s. unten) als ‘(mit der Harke) übel zurichten’ zu erklären. harken Vb. ‘mit der Harke arbeiten’, mnd. harken, herken. beharken Vb. ‘mit der Harke bearbeiten’ (19. Jh.), bildlich ‘malträtieren, jmdm. zusetzen’, z. B. auch soldatensprachlich ‘unter starkes Feuer nehmen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Harke · ↗Rechen
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Besen Eimer Garten Gießkanne Hacke Hand Rechen Sand Schaufel Schubkarre Sense Spaten bearbeiten greifen schwingen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Harke‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann hat er mit einer fünfzackigen Harke auf den Kopf des Tieres eingeschlagen.
Bild, 27.02.2004
Der Gärtner lehnte an der Wand und hatte seine Harke in der Hand.
Konsalik, Heinz G.: Der Arzt von Stalingrad, Hamburg: Dt. Hausbücherei 1960 [1956], S. 50
Er murmelt ein paar halblaute Worte vor sich hin und nimmt die Harke wieder zur Hand.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 295
Da ich viele Jahre einen Garten hatte, weiß ich, was eine einfache Harke ausrichten kann.
Der Tagesspiegel, 17.01.2005
Es sah doch so leicht aus, ich hätte nicht gedacht, daß die Harke so schwer werden könnte.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 4421
Zitationshilfe
„Harke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Harke>, abgerufen am 07.12.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Harfner
Harfenton
Harfenspielerin
Harfenspieler
Harfenspiel
harken
Härlein
Harlekin
Harlekinade
harlekinisch