Harm, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Harm(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Harm‹ als Erstglied: ↗harmlos
eWDG, 1969

Bedeutung

gehoben tiefer Schmerz, Gram
Beispiele:
bitterer, verzehrender Harm
Harm empfinden
manches im Harm um Mann und Kinder verhutzelte Mütterchen [LöscherAlles Getrennte18]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Harm · härmen · abhärmen · abgehärmt · harmlos · verharmlosen
Harm m. ‘Kummer, Leid’. Während im heutigen Sprachgebrauch Harm vornehmlich eine seelische Belastung bezeichnet, gelten die älteren Entsprechungen ahd. harm (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. harm, aengl. hearm, engl. harm, anord. harmr (germ. *harma-) auch für das von außen zugefügte Leid im Sinne von ‘Kränkung, Beleidigung, Schädigung, Qual’. Über außergerm. Entsprechungen wie aslaw. sramъ, russ. (älter) soróm (сором) ‘Schande’ und wohl auch (mit ungeklärtem Anlaut) awest. fšarəma-, mpers. šarm ‘Scham(gefühl)’ läßt sich ie. *k̑ormo- ‘Qual, Schmerz, Schmach’ erschließen. Im Frühnhd. zurücktretendes Harm wird durch Opitz und die schlesische Dichterschule im obigen Sinne neu belebt. härmen Vb. meist reflexiv ‘sich grämen, in Kummer verzehren’, ahd. hermen ‘Kummer bereiten’ (9. Jh.), gihermen (8. Jh.), mhd. hermen ‘quälen, plagen’; vgl. auch ahd. harmēn (9. Jh.). abhärmen Vb. meist reflexiv ‘sich mit Sorgen, Kummer quälen’ (18. Jh.), besonders abgehärmt Part.adj. ‘von Kummer gezeichnet, vergrämt’ (18. Jh.). harmlos Adj. ‘arglos, unschuldig, ungefährlich, friedlich’ (18. Jh.); vgl. engl. harmless ‘unschädlich, ungefährlich’; verharmlosen Vb. ‘bagatellisieren, abschwächen’ (20. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Harm‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Harm‹.

Verwendungsbeispiel für ›Harm‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er konnte es damals noch gar nicht anders wissen, und er meinte es auch ohne Harm.
Die Zeit, 23.04.1976, Nr. 18
Zitationshilfe
„Harm“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Harm>, abgerufen am 11.08.2020.

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