Harmonie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Harmonie · Nominativ Plural: Harmonien
Aussprache
WorttrennungHar-mo-nie (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Harmonie‹ als Erstglied: ↗Harmoniebedürfnis · ↗Harmonielehre · ↗harmoniebedürftig
 ·  mit ›Harmonie‹ als Letztglied: ↗Disharmonie · ↗Farbenharmonie · ↗Farbharmonie
eWDG, 1969

Bedeutung

Wohlklang, Übereinstimmung
Gegenwort zu Disharmonie
Beispiele:
die Harmonie (= wohlklingende Verbindung) der Töne
herrliche Harmonien
der Übergang von einer Harmonie in eine andere
die Harmonie der Sphären (= nach der Annahme der Pythagoräer das wohlklingende Zusammenstimmen der für menschliche Ohren unhörbaren Töne, die durch den Umlauf der einzelnen Himmelssphären erzeugt werden)
die Harmonie (= das passende Zusammenstimmen) der Farben
die Harmonie (= das Ebenmaß) in der architektonischen Gestaltung eines Bauwerkes
Harmonien hör' ich klingen [Schiller1,17]
Darum sorgen Sie in erster Linie für die Harmonie Ihres Typs mit Ihrer Garderobe [SchweickertKnigge96]
übertragen Einklang, Eintracht
Beispiele:
eine vollkommene, (un)gestörte Harmonie
eine wohltuende Harmonie schaffen, wahren
die Harmonie einer Ehe stören
in dauernder, schöner, glücklicher Harmonie (miteinander) leben
unsere Zusammenarbeit verlief in ungetrübter Harmonie
gehoben die Harmonie der Seelen
Fühlt sich in völliger Harmonie mit Land, Majorität und Volksgemeinschaft [TucholskyGanz anders70]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Harmonie · harmonisch · harmonieren · harmonisieren
Harmonie f. ‘Wohlklang, Übereinstimmung, innere Geschlossenheit, Ebenmaß’. Lat. harmonia, aus griech. harmonía (ἁρμονία) ‘Verbindung, Bund, passendes Verhältnis, Übereinstimmung, Einklang, Melodie’, wird im 16. Jh. ins Dt. entlehnt, nachdem vereinzelt bereits mhd. armonīe (nach mlat. armonia) belegt ist. Der zunächst musikalische Terminus wird auf Arrangements und Konstellationen übertragen, die auch in anderen Wahrnehmungsbereichen als wohltuend und angenehm empfunden werden, so daß er im 18. Jh. eine große Verwendungsbreite in Kunst, Naturwissenschaft, Psychologie erreicht. harmonisch Adj. ‘wohlklingend, gut abgestimmt, organisch’ (16. Jh.), vgl. lat. harmonicus, griech. harmonikós (ἁρμονικός). harmonieren Vb. ‘eine Einheit, Geschlossenheit bilden, organisch zusammenpassen’ (17. Jh.). harmonisieren Vb. ‘in Einklang bringen, aufeinander abstimmen’ (um 1800), vgl. älteres frz. harmoniser.

Thesaurus

Musik
Synonymgruppe
Harmonie · ↗Wohlklang
Assoziationen
Synonymgruppe
Einheit · ↗Einigkeit · ↗Einssein · ↗Eintracht · Harmonie · ↗Übereinstimmung  ●  Friede-Freude-Eierkuchen  ugs. · eitel Sonnenschein  ugs.
Assoziationen
  • (sich gegenseitig) nicht weh tun (wollen) · ↗harmoniebedürftig · harmonieorientiert · ↗konfliktscheu · mag keinen Streit  ●  harmoniesüchtig  abwertend
Antonyme
  • Harmonie
Synonymgruppe
Einhelligkeit · ↗Einigkeit · ↗Einklang · ↗Einmütigkeit · ↗Einstimmigkeit · ↗Eintracht · ↗Einvernehmen · ↗Gleichgestimmtheit · Harmonie · ↗Konformismus · ↗Konformität · ↗Konsensus · ↗Zustimmung · ↗Übereinkommen · ↗Übereinstimmung  ●  ↗Konsens  fachspr. · traute Harmonie  geh., ironisch
Assoziationen
Antonyme
  • Harmonie
Synonymgruppe
Ausbalanciertheit · ↗Ausgeglichenheit · ↗Ausgewogenheit · Harmonie · inneres Gleichgewicht  ●  ↗(innere) Balance  franz.
Assoziationen
Synonymgruppe
Akkord · Harmonie · ↗Klang · ↗Zusammenklang
Oberbegriffe
  • Schallereignis · akustisches Ereignis
  • Musikelement · musikalische Struktur · musikalisches Element
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Ausgewogenheit · ↗Ebenmaß · ↗Eurhythmie · Harmonie · Wohlproportioniertheit · rechtes Verhältnis

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bedürfnis Disharmonie Dissonanz Eintracht Eleganz Friede Frieden Kosmos Melodie Natur Proportion Rhythmus Ruhe Schönheit Sehnsucht Sphäre Streben demonstrativ familiär inner kosmisch perfekt prästabiliert sehnen stören traut trügerisch vollendet vollkommen wiederherstellen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Harmonie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber glauben Sie nicht, es wäre zwischen uns immer nur alles eitel Harmonie.
Der Tagesspiegel, 30.06.2002
In diesem Bild einer ausgependelten Harmonie aber liegt ein Problem.
Süddeutsche Zeitung, 19.06.2002
Neben den rotierenden Flächen beschäftigten ihn die vertikalen Flächen farbiger Harmonie, seit 1902 vorbereitet.
o. A.: Lexikon der Kunst - K. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1992], S. 25695
Auf die Dauer hat es hier keine Harmonie geben können.
Beenken, Hermann: Das Neunzehnte Jahrhundert in der deutschen Kunst, München: Bruckmann 1944, S. 168
Aber Sie wollen diese Harmonie genießen, und die Dichter dieser Zeit, möchte es Ihnen manchmal scheinen, bleiben sie Ihnen schuldig.
Hofmannsthal, Hugo von: Der Dichter und diese Zeit. In: Bertram, Mathias (Hg.) Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1907], S. 23039
Zitationshilfe
„Harmonie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Harmonie>, abgerufen am 23.05.2019.

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