Harmonielehre, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Harmonielehre · Nominativ Plural: Harmonielehren
Aussprache  [haʁmoˈniːleːʀə]
Worttrennung Har-mo-nie-leh-re
Wortzerlegung  Harmonie Lehre1
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

Musik
siehe auch Harmonik
a)
Teilgebiet der Musikwissenschaft, das sich mit den harmonischen Verbindungen von Tönen und Akkorden im musikalischen Satz (6 b) befasst
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: klassische, moderne, praktische, theoretische, traditionelle Harmonielehre
in Koordination: Harmonielehre und Kontrapunkt
als Akkusativobjekt: Harmonielehre studieren, unterrichten
Beispiele:
Natürlich soll man erst mal etwas lernen, Kontrapunkt, Kompositions‑ und Harmonielehre, aber dann fängt der Spaß [für den Jazzmusiker] doch erst an. [Süddeutsche Zeitung, 03.09.2013]
Über die Gretchenfrage, was genau eigentlich in einem Song eine »harmonische Überraschung« ist, lässt sich auf künstlerischer Ebene vermutlich nicht nur unter Musikwissenschaftlern eine gute Weile heftig streiten. […] [Es] spielt eine Rolle, inwieweit – entsprechend der Harmonielehre – ein Akkord im Songzusammenhang gewöhnlich oder eben eher ungewöhnlich erscheint. [Süddeutsche Zeitung, 31.08.2017]
Im VHS‑Kurs »Klassische Harmonielehre« lernen die Teilnehmer anhand leicht verständlicher Hörbeispiele, Intervalle und Akkorde zu unterscheiden und werden so […] an die Harmonielehre herangeführt. [Landshuter Zeitung, 16.12.2016]
Dass sie eine abgeschlossene Ausbildung am Konservatorium Tiflis habe, wo sie auch Klavier, Tonsatz und Harmonielehre studierte, helfe ihr sehr, sagt die Sängerin[.] [Der Standard, 04.03.2008]
Das Stück des 1903 geborenen Komponisten [Percy Whitlock] orientiert sich primär an der traditionellen Harmonielehre und zeichnet sich durch reizvolle Verwendung von einzelnen Dissonanztönen aus. [Frankfurter Rundschau, 27.04.2000]
b)
von einem Komponisten aufgestellte Theorie, die sich mit den harmonischen Verbindungen von Tönen und Akkorden (seiner Musik) befasst
Beispiele:
Dass es sich beim französischen Komponisten [und Bach-Zeitgenossen Jean-Philippe] Rameau um den Begründer der Harmonielehre handelt, mag manchem bewusst gewesen sein. [Südkurier, 10.10.2006]
Ähnlich wie [Arnold] Schönberg oder [Alexander Nikolajewitsch] Skrjabin rüttelte [Ferruccio] Busoni an den Grundfesten der klassischen Harmonielehre […]. Das Klavierstück ist laut Busoni »senza tonalita«, also »ohne Tonalität« geschrieben. Es gibt in der ganzen Partitur keinerlei Taktstriche, der Vortrag soll improvisationsartig und schwebend klingen. [Mixtape No. 5 »Im Zweifel alles. Oder nichts?«, 16.07.2016, aufgerufen am 01.09.2020]
Die Zwölftonmusik (Zwölftontechnik oder Dodekaphonie) ist der Sammelbegriff für Kompositionsweisen, die nicht mehr den Regeln der Harmonielehre gehorchen, sondern ein Bezugssystem bilden, in dem alle Töne gleichberechtigt sind. [»Menschen-Kultur« heißt »Moderne des Höheren Lebens«, 22.04.2012, aufgerufen am 01.09.2020]
c)
von einem Musikwissenschaftler aufgestellte Theorie, die sich mit den harmonischen Verbindungen von Tönen und Akkorden befasst
Beispiel:
Mit seiner Theorie der »Funktionen« schuf [Musiktheoretiker Hugo] Riemann die Grundlage der heutigen Harmonielehre. [Leipziger Volkszeitung, 10.01.2013]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Harmonielehre‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Harmonielehre‹.

Zitationshilfe
„Harmonielehre“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Harmonielehre>, abgerufen am 17.10.2021.

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